Published on Mai 1st, 2022 | by Magazin

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1. Mai: „Großes Interesse an unseren Positionen!“

Bremen (Korrespondenz) Erstmals seit Corona hatte der DGB wieder eine Demonstration für die traditionelle Route und Kundgebung auf dem Marktplatz angemeldet, nachdem es vergangenes Jahr wegen Corona keine Demonstration gegeben hatte. Die Kundgebung war vergangenes Jahr etwas abgelegen durchgeführt worden und fiel auch noch heftigen Regengüssen und Sturmböen zum Opfer. 2020 hatte der DGB kleinmütig ganz auf Aktivitäten auf der Straße verzichtet, während die MLPD dagegen dann schon bewiesen hatte, dass eine kämpferische Kundgebung in der Stadtmitte auch mit Einhaltung aller Coronaschutzmaßnahmen möglich ist.
Dieses Jahr nahmen etwa 1.500 Menschen an Demonstration und Kundgebung vom DGB teil
Wir hatten von MLPD und REBELL schon vor Beginn der Demonstration auf dem späteren Kundgebungsplatz einen Infotisch mit vielseitiger Klassiker-Literatur und hochaktueller Werke wie dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“ aufgebaut. Im Vorfeld war uns mitgeteilt worden, dass dieses Jahr von Seiten des DGB keine außergewerkschaftlichen Infostände genehmigt würden, „wegen Corona“. Da wir das als vorgeschoben interpretierten, bauten wir zwar keinen Pavillon mit Biertischgarnituren auf, sondern hielten das ganze etwas kleiner und an einem etwas entfernteren Platz, den wir zu vor Coronazeiten schon öfter hatten und der auch strategisch geeignet ist.
Kaum hatten wir mit dem Aufbau begonnen, kam auch schon jemand vom Ordnungsamt, die uns überzeugen wollte, den Stand wieder abzubauen. Wir argumentierten, dass wir das natürlich nicht tun würden und dass Kommunisten ganz klar zum 1. Mai gehören. Ihre Aussage, es gebe ja auch Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen die MLPD von Seiten des DGB, korrigierten wir und machten klar, dass die IG Metall die einzige Gewerkschaft sei, die diese antikommunistischen Beschlüsse noch aufrecht erhält. Als sie daraufhin entgegnete, dass die IG Metall aber ja die größte Mitgliedsorganisation im DGB sei und sie von dem Vorsitzenden des DGB – Ernesto Hader, SPD – persönlich die Anweisung erhalten habe, dass es keinen MLPD-Infotisch geben solle, hielten wir erst recht an unserem Beschluss hierzu fest. Gerade Hader, der beim traditionellen Gedenken an die Bremer Räterepublik im Februar als einer der drei Redner (neben MLPD und Bremer Friedensforum) noch getönt hatte, dass es für eine starke Arbeiterbewegung auch die Zusammenarbeit mit Marxisten-Leninisten braucht! Naja, beim Rätegedenken sind ja auch ausschließlich Menschen, die einhellig den Kampf der damaligen Arbeiter und Kommunisten für die sozialistische Republik gedenken, da konnte er wohl nicht anders…
Dem heutigen 1. Mai kam außerordentliche Bedeutung zu, angesichts der drohenden Weltkriegsgefahr
Es herrschte großes Interesse an unseren Positionen, Analysen und Plänen wie z. B. aktiv zu werden in einem Widerstandskomitee gegen alle imperialistischen Kriegstreiber – egal ob Russland, Nato, USA. Etwa 20 Personen trugen sich dafür in eine Liste ein, auch mindestens zehn Jugendliche und junge Erwachsene. An Literatur wurde so viel verkauft wie noch nie an einem 1. Mai in Bremen: Gut zehn Exemplare des Buchs „Die Krise der bürgerlichen Ideologie“ (Band 36 und 37), etliche Parteiprogramme, Klassiker, Rotefahne- und Rebellmagazin Sondernummern, sozialistische Romane und mehr die Besitzer. Viele Menschen treibt natürlich die Frage um, was man denn machen muss, was richtig ist in dieser eskalierenden Situation, und haben großes Bedürfnis sich Klarheit zu verschaffen. Einige zeigten auch deutliches Interesse an einer gemeinsamen Fahrt am 8. Mai zur Demonstration für den Aufbau einer neuen Friedensbewegung in Gelsenkirchen, auf die wir uns schon sehr freuen.
Ein Redner auf der DGB-Bühne trat öffentlich für die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine ein. Dies und seine Aussage, dass man „bessere Ausrüstung der Bundeswehr“ nicht mit „Aufrüstung“ gleichsetzen dürfe, führte zu Buh-Rufen und Pfiffen aus der Zuhörerschaft.
Wir konnten nach gut fünf Stunden unseren Infostand bis dahin unbehelligt und zufrieden wieder abbauen.
Foto: MLPD-Transparent gegen die Weltkriegsgefahr bei der Demonstration in Berlin (Foto: RF)

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