Wir kämpfen nicht für eure Kriege!
Wofür kämpfen wir stattdessen?

Zum Jahresanfang überschlagen sich die Nachrichten. Der venezolanische Präsident Maduro und seine Frau werden von den USA entführt. Trump will Grönland besetzen und seine ICE-Abschiebepolizei erschießt zwei Menschen. Im Iran ermordet das Mullah-Regime tausende Demonstranten. Gleichzeitig bekommen aktuell die ersten frisch 18-Jährigen einen Fragebogen von der Bundeswehr nach Hause. Das alles hat es in sich!

Sicher macht auch ihr euch große Sorgen! Es macht Mut, dass sich in den USA, Venezuela, Iran, Gaza oder Kurdistan die Bevölkerung gewaltsamer Unterdrückung entgegenstellt. Sie stehen für internationale Solidarität und für den Wunsch nach Demokratie und Freiheit.

In Deutschland entsteht eine Bewegung gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Damit haben wir heute eine andere Lage als vor dem Zweiten Weltkrieg, wo es solchen Widerstand nicht gab. Im Dezember waren über 55.0000 Schüler in verschiedenen Städten Bundesweit auf der Straße und haben gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Dafür haben viele die Schule „bestreikt“. Das war mutig und richtig.

Der Lehrerverband hatte sich danach genötigt gefühlt, den Schülern mit Strafen wie unentschuldigten Fehlstunden oder einem Verweis zu drohen, wenn sie demonstrieren anstatt zur Schule zu gehen. “Wer gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht demonstrieren möchte, kann dies jederzeit außerhalb der Unterrichtszeit tun“, erklärte Verbandspräsident Düll. Guten Morgen Herr Düll, aber Bundeswehrwerbung darf an jeder Schule, jeder Bushaltestelle und jeder Plakattafel auf dem Weg zur Schule stehen und Jugendoffiziere dürfen in Uniform während der Unterrichtszeit an den Schulen erzählen, wie toll doch das Leben als Soldat ist? Wo ergibt das denn Sinn?

2025 war die Zahl der Neuaufnahmen bei der Bundeswehr so hoch wie seit Jahren nicht. Dieses Jahr sollen 20.000 Jugendliche für den Wehrdienst gewonnen werden und Verteidigungsminister Pistorius sagte Anfang Februar, dass die Prognose gut aussehe. Ob das stimmt oder nicht, es gibt Jugendliche die ein gewisses Pflichtgefühl empfinden. Man müsse dem Staat etwas zurückgeben oder sich ja im Kriegsfall verteidigen können. Die Bundeswehr wirbt für sich als „größte Friedensbewegung Deutschlands“.

Die Wahrheit ist: Deutschland rüstet rasant auf. Allein 2024 waren es 77,6 Milliarden Euro. Man ist eins der Länder mit den höchsten Militärausgaben weltweit. Und es wird immer mehr! Dieses Geld fehlt bei Schulen, Krankenhäusern und Klimaschutz. Das klingt doch sehr aggressiv, anders als die meisten vom Leitmotiv „Verteidigung“ erwarten. Die Bundeswehr ist schon jetzt in acht Ländern und im Rahmen von zwei Operationen im Mittelmeer im Einsatz, arbeitet mit faschistische Regimes wie in der Türkei und Syrien bei ihren Angriffen auf die demokratischen kurdischen Gebiete und unterstützt die israelische Regierung bei dem Genozid am Palästinensischen Volk. Soviel hält die Bundesregierung von Freiheit und Demokratie!

„Wir kämpfen nicht für eure Kriege!“ hat sich in den Schülerprotesten als feste Parole etabliert. Der REBELL unterstützt diese Proteste mit ganzer Kraft. Die heutige Wehrpflicht kommt in einer Zeit, in der alle Imperialisten einen dritten Weltkrieg vorbereiten: die USA, China, Russland, aber auch die EU. Deshalb muss diese Wehrpflicht abgelehnt werden! Wir sind zugleich keine Pazifisten. Wir unterscheiden zwischen ungerechten und gerechten Kriegen. Gerecht ist es, wenn weltweit Kämpfe um Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung geführt werden. Der Weg, nur individuell den Kriegsdienst zu verweigern, führt in die Sackgasse.

Aber: wie verhindern wir denn nun einen neuen Weltkrieg? Dabei dürfen wir uns auf keinen Fall auf die Seite des einen oder anderen Imperialisten stellen. Heute ist es nötiger denn je, dass wir uns über Ländergrenzen hinweg für Frieden und Freiheit zusammen schließen. Weltweit sind Arbeiter Vorbild, die Waffentransporte blockieren oder Streiks gegen Kriegswirtschaft organisieren. Es braucht Organisation, Klarheit und gemeinsam koordinierte Kämpfe. Solange der Imperialismus besteht, wird es Kriege geben. Der notwendige Schritt ist eine internationale Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg. Sie muss konsequent mit Antisemitismus, Rassismus, Querfront-Ideen und Antikommunismus brechen.

Die Menschheit muss und will nicht in Barbarei und Weltkrieg untergehen. Unsere Zukunft kann deshalb nur eine sozialistische Gesellschaft sein. Eine Gesellschaft, in der der Mensch und die Natur im Mittelpunkt stehen, nicht Profit und Aufrüstung. Organisiert euch und werdet Mitglied!


Dieser Artikel erschien zuerst im REBELL-Magazin Nr. 1/2026.
Lest am besten das ganze Magazin!

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