REBELL 2/26: 8. Mai mahnt – Kampf gegen Faschismus & Weltkrieg

Wir dokumentieren den Leitartikel des aktuellen REBELL-Magazins:

8. Mai 1945: Lehren für den Kampf gegen Weltkrieg und Faschismus

Am 8. Mai 1945 kapitulierte der Hitler-Faschismus bedingungslos. Die Rote Armee hatte Berlin eingenommen. Über 60 Millionen Menschen waren dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen, waren erschossen, vergast, verhungert, zerbombt. Davon waren 27 Millionen Sowjetbürger. Doch nach fast sechs Jahren Krieg schwiegen die Waffen. 81 Jahre später und wir stehen so nah an einem Dritten Weltkrieg, wie nie zuvor.

Faschismus und Krieg – gegenseitige Brandbeschleuniger

Im Iran tobt ein Angriffskrieg, der zwanzig Länder umspannt. In der Ukraine hält das Gemetzel an. Nachdem Hunderttausend im Gaza-Streifen unter Bomben begraben sind, führt Israel nun einen barbarischen Krieg im Libanon. Die USA, Israel aber auch der Iran führen ihre Kriege mit äußerster Brutalität. Es ist kein Zufall, dass es gerade diese Regierungen sind, die heute die verheerendsten Kriege führen. Sie werden angeführt von ausgemachten Faschisten.

Für den Angriff auf den Iran durch die USA und Israel gab es keinerlei Legitimation. In faschistischer Manier setzen sie sich über das Völkerrecht hinweg. Amnesty International schreibt in ihrem aktuellen Bericht, dass die US-Regierung als „Brandbeschleuniger“ für eine weltweite Krise der Menschenrechte wirke. Trump drohte dem Iran mit dem „Untergang einer Zivilisation“.

Warum nehmen diese Kriege gerade zu? Neue imperialistische Räuber wie China, Russland, Iran oder Indien machen den alten imperialistischen Mächten den Rang streitig. Diese wollen ihre Vorherrschaft mit allen Mitteln aufrechterhalten. Die USA gehen dabei besonders aggressiv vor. Eine Neuaufteilung der Einflussgebiete ist letztlich nur noch militärisch möglich. Da kommt die faschistische Weltanschauung ins Spiel, mit der sie alles rechtfertigen, solange es den Interessen der amerikanischen Konzerne dient. Faschismus ist die offene Unterdrückung aller, die sich dem in den Weg stehen. Doch das wird immer neuen Widerstand hervorbringen.

Weltweiter Massenwiderstand und antikommunistische Reaktion

In den letzten zwei Jahren gab es einen regelrechten Aufschwung von Massenkämpfen: 30 Millionen beteiligten sich an Protesten zur Solidarität mit Gaza, 8 Millionen an einem Protesttag in den USA gegen Trump, zigtausende gegen die Unterdrückung im Iran, 100.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht in Deutschland, Millionen in antifaschistischen Protesten gegen AfD und Merz-Regierung. Zunehmend koordinieren sich diese Aktionen international. Hafenarbeiter aus sechs verschiedenen Ländern machten einen gemeinsamen Streik gegen Kriegsvorbereitung und Waffentransporte.

Als Reaktion setzen Faschisten verstärkt auf aggressiven Antikommunismus. Trump rief Ende letzten Jahres eine „Woche des Antikommunismus“ aus und bezeichnete den Kommunismus als „eine der zerstörerischsten Ideologien der Geschichte“. AfD-Bundessprecher Stephan Brandner warnte „vor jedem Aufflammen sozialistischer Ideen“. Dazu sehen sie sich offenbar gezwungen, denn zu den wachsenden Protesten weltweit kommt, dass sich immer mehr Menschen mit der Perspektive des Sozialismus befassen. Sogar unter jungen US-Amerikanern gaben 62 Prozent an, Sozialismus positiv zu sehen. Die faschistische Hetze wird nur dazu führen, dass sie sich selber weiter in Misskredit bringen, wenn wir aus der Niederlage der Faschisten im Zweiten Weltkrieg unsere Schlussfolgerungen ziehen.

Die sozialistische Sowjetunion war die Hauptkraft zur Zerschlagung des Hitler-Faschismus

Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland entstand mit der Sowjetunion das Zentrum der sozialistischen Weltrevolution. Sie war der praktische Beweis dafür, dass die Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung möglich war und dass ein von den Arbeitern geführter Staat den Menschen viele Errungenschaften, neue Rechte und Freiheiten, einen Aufschwung in Wirtschaft und Wissenschaft, in der Kultur und im Umweltschutz brachten.

Damals wie heute ist die Sowjetunion das Schreckgespenst der Kapitalisten, denn sie fürchten nichts mehr, als eine sozialistische Revolution in ihren eigenen Ländern. Nachdem der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 begonnen hat, sind deshalb viereinhalb Jahre vergangen bis die Westalliierten eine Westfront auf dem europäischen Festland eröffnet haben. Sie haben gehofft, dass die Faschisten die Sowjetunion extrem schwächen würden.

Stattdessen war sie auf den Krieg vorbereitet, indem sie die gesamte sowjetische Arbeiterklasse mobilisiert hat. 1941 haben Arbeiterinnen und Arbeiter Maschinen und Produktionsanlagen von über 1.500 Rüstungsbetrieben im westlichen Teil der Sowjetunion abgebaut und tausende Kilometer östlich wieder aufgebaut. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 kämpften die Soldaten der Roten Armee gegen die Faschisten in dem vollen Bewusstsein, dass ihnen der Krieg große Opfer abverlangen wird, aber mit dem klaren Ziel, dass nur die vollständige Vernichtung der Faschisten ein Ende des Krieges bringen kann. Den Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs war die Schlacht um Stalingrad. Die in Leningrad, Moskau und Stalingrad besonders konzentrierten Industriearbeiter führten der Front immer neue Soldaten und neues Material zu. So schlug die Rote Armee die Wehrmacht 1943.

Der unerbittliche Kampf der Roten Armee war nicht der einzige Faktor, warum die Faschisten letztendliche verloren:

  1. kämpften in vielen besetzten Gebieten Partisanen unter schwierigsten Bedingungen gegen die deutschen Besatzer, die ihnen damit die Hände banden.
  2. waren die Arbeiter in vielen westlichen Ländern begeistert von dem heldenhaften Kampf der Roten Armee. So hielten die Massen in England große Kundgebungen ab, um Druck auf ihre Regierung auszuüben, früher die Westfront zu eröffnen.
  3. verfolgten die Kommunisten in immer mehr europäischen Ländern die Taktik zur Bildung eines Bündnisses von Arbeitern mit allen anderen antifaschistischen Kräften unter den Massen.
  4. ging die Sowjetunion eine antifaschistische Allianz mit Großbritannien, den USA und Frankreich ein. Die kapitalistischen Länder sahen sie sich gezwungen, weil die zunehmenden Beliebtheit und der politische Einfluss der Sowjetunion einen starken Druck ausübte.

Vorwärts mit der sozialistischen Jugendbewegung

Diese Leistungen müssen heute wieder in das Bewusstsein rücken. Passend dazu veranstaltet das Internationalistische Bündnis eine bundesweite Demonstration in Essen unter dem Motto „Gegen Faschismus und Weltkriegsvorbereitung auf die Straße!“

Beides gehört untrennbar zusammen. Lenin, der Vordenker und Anführer der sozialistischen Oktoberrevolution, schrieb 1915: „Die Massen dürfen nicht durch die Hoffnung auf einen Frieden ohne Beseitigung des Imperialismus eingelullt werden.“ Der Imperialismus kann immer wieder Faschismus und Weltkriege hervorbringen. Mit dem Kampf gegen einen konkreten Krieg oder eine faschistische Regierung können wir uns nicht zufrieden geben!

Die konsequenteste Strategie zur Bekämpfung von Faschismus und die Verhinderung eines Dritten Weltkriegs ist der Kampf um den echten Sozialismus zum Sturz des Imperialismus. Wir treten ein für den Aufbau einer sozialistischen Jugendbewegung, die das zum Ziel hat. Gleichzeitig braucht es das Bündnis mit allen Antifaschisten in einer weltumspannenden antifaschistischen Einheitsfront. Findest du das richtig? Dann mach mit im REBELL!

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