Zehntausende auf der Straße: Ein Erfolg der sozialistischen Jugendbewegung

Hier veröffentlichen wir die Korrespondenzen von den Jugendprotesten am 31. Okrober aus verschiedenen Städten. Aktuelle Nachrichten und Hintergründe findet ihr auch auf rf-news.de.

Köln

Wir melden uns aktuell von der Jugend-Demonstration in Köln. Viele junge Leute sind heute gekommen, um gegen Krieg, Kürzungspolitik, Umweltzerstörung und Wehrpflicht zu kämpfen. Von Beginn an war die Demo sehr kämpferisch. Entgegen des offiziellen Aufrufs wehten auch viele Organisationsfahnen. Die Polizei hatte von Beginn an offensichtlich vor, einen Eklat zu inszenieren. Sie ließen die Demo zunächst über eine Stunde lang nicht starten. Dann wurde die Situation unübersichtlich, ein Teil der Demo setzte sich in Bewegung. Wir führten vom Rebell und MLPD ein offenes Mikrofon durch, das rege genutzt wurde. Gerade die Kapitalismuskritik, die antifaschistische Ausrichtung der Bewegung und die Perspektive Sozialismus bekamen schallenden Applaus. Die Polizei pferchte die Demonstranten ein, kesselte sie ein, setzt Wasserwerfer ein. Stand jetzt ist der Großteil der Demonstration eingekesselt. Es gibt viel Solidarität. Wir haben bereits erfahren, dass diese Taktik auch in anderen Städten angewandt wurde. Wir protestieren gegen die massive Kriminalisierung und werden weiter berichten!

Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen kamen 80 Leute zu den Jugendprotesten heute. Es war eine disziplinierte und kämpferische Aktion. Es waren Schüler, Studierende, Azubis und Arbeiter da. Die Organisationen Rebell, MLPD, IJ, Avanti und die Linke (allerdings ohne Fahne) waren vertreten. Vertreter der internationalen Jugend eröffneten die Kundgebung und moderierten, als zweites sprach der Jugendverband Rebell. Es war von Anfang an klar: Diese Demo unterwirft sich nicht der antikommunistischen Bevormundung. Fahnen und Parolen der sozialistischen Jugendbewegung prägten das Bild. Vom Rebell trugen wir unser Transparent „REBELLion gegen Ausbeutung!“ In unserer Rede haben wir die antikommunistische Medienhetze angegriffen, aber auch klargestellt: ‚Diese Demos heute sind erst der Anfang, aber es muss die letzte sein, die unter dem Motto GenZregelt steht, denn das ist kein Generationenkampf, sondern Klassenkampf!“ Dafür gab es viel Applaus und Zustimmung. Weitere Themen auf der Demo waren auch die maroden Schulen, Palästina-Solidarität oder die Angriffe auf die 40-Stundenwoche. Unser Eindruck war, dass auf die Auseinandersetzung wegen der kritiklosen Unterstützung des Slogans Gen z regelt reagiert wurde: mehrfach betonte die Moderation explizit, dass der Angriff der Monopole auch die Rentner, die armen, alle Ausgebeuteten und die Arbeiter betrifft und man deswegen Schulter und Schulter zusammen kämpfen muss. Jugendlichen freuten sich auch über das Grußwort des Bergmanns Christian Link, der in Kluft beeindruckte und bei den Passanten auch für Autorität der Demonstration sorgte. Auf der Schlusskundgebung sprach Lisa Gärtner für die MLPD für den Weg zur sozialistischen Jugendbewegung und wandte sich gegen die bürgerlichen Bevormundungsversuche, sei es mit Polizeigewalt, Medienhetze oder durch eine inszeniertes bürgerliches Gegenprojekt zur sozialistischen Jugendbewegung, um sie wieder an die Kette der bürgerlichen Ideologie zu legen.
Da die Polizei offensichtlich ihre gewünschten Krawall-Bilder nicht bekommen hatte, griff sie darauf zurück, wahllos umstehende migrantische Jugendliche anzuhalten und zu durchsuchen. Zum Schluss kesselten sie noch zwei Minderjährige ein – das wird noch Folgen haben. Als Gruppe gingen wir danach geschlossen ins Jugendzentrum Che, wo sich spontan einer der Demonstranten anschloss.

Hamburg

In Hamburg sammelten sich 10.000 Menschen am Jungfernstieg. Es waren alle versammelt – von Tierschützern bis zur sozialistischen Jugendbewegung. Auch viele ältere Kollegen, Migranten, die sahen das als selbstverständlich an, sich mit der Jugend zusammenzuschließen. Im Vorfeld gab es auch erfolgreiche Absprache mit Gruppen der sozialistischen Jugendbewegung, dass wir uns auf ein Fahnenverbot auf keinen Fall einlassen. Das wurde aber auch nicht mal versucht. Wir waren so breit gefächert, dass ein Fahnennverbot völlig unmöglich war! Die REBELL- bzw. MLPD/ICOR-Fahne flatterten während der ganzen Demo im Wind. Es wurde im Demonstrationszug auch gerne das Rebell Flugblatt genommen mit Aufruf zum rebellischen Jugendtreff – insbesondere bei der Ansprache „Interessiert ihr euch für die Hafenarbeiter? Gestern internationaler Aktions- und Streiktag. Im Mittelmeer werden Waffentransporte nach Israel bestreikt“. Für diese Info bedankten sich viele; eine Jugendliche beteiligte sich dann spontan beim Verteilen des Rebellflugblattes.“

Mannheim

In Mannheim beteiligten sich 1300 Demonstranten. Korrespondenten berichten von vor Ort: „Im Vorfeld der Demo gab es eine außergewöhnliche Hetze in dem Medien: Krawall, Plünderungen, etc. Aber außer einem sehr großen Polizeiaufgebot war davon nicht zu spüren. Die Demo begann pünktlich am Wasserturm und endete auf dem Alten Meßplatz. Die Stimmung war optimistisch und kämpferisch. Laufend wurden Parolen gerufen: Siamo tutti Antifascisti, Brecht die Macht der Banken und Konzerne. Kein Cent, kein Mensch der Bundeswehr. Streik in der Schule, Uni und Fabrik, da ist unsere Antwort auf eure Politik. Free free Palestine. Hoch die internationale Solidarität. Wie erwartet waren die Teilnehmer mehrheitlich jugendlich. Es gab auch vereinzelt Gewerkschaftsfahnen. Einige Herren vom „Konfliktpräventionsteam“ verboten uns allerdings die Rebell und MLPD Fahne sowie eine IG Metall-Fahne an ausziehbaren Fahnenstangen aus Metall mitzutragen. Holzstangen wären erlaubt. Später haben wir die Stangen doch wieder benutzt. Aber ansonsten gab es keine Behinderung. Wir haben das Rebell Flugblatt verteilt, das gut genommen wurde. Leider hatten wir zu wenig davon. Am Ende der Demo wurde zu internationalen Streiktag am 20.11 aufgerufen. Im Vorfeld war auch vor einer Nazidemo der Gruppe „Gemeinsam Deutschlandgestalten – GDG) gewarnt worden. Deren Demo sollte um 13 Uhr beginnen. Es waren aber nur 7 Leute da. Weiter haben wir von denen nichts gesehen.“

Leipzig

Zehntausende auf der Straße: Ein Erfolg der sozialistischen Jugendbewegung - eine Niederlage des Antikommunismus

Aus Leipzig berichten Korrespondenten: „Eine der größten Demos der letzten Monate zog heute um den Leipziger Innenstadtring. Bis zu Zehntausend gehen die Schätzungen. In zahllosen Gesprächen fanden wir niemanden, der eine Lanze für das kapitalistische Gesellschaftssystem brechen wollte. „Jugend – Zukunft – Sozialismus“ war eine der verbreitetsten Rufparolen. Eine sozialistische Jugendbewegung aufzubauen, da wollte niemand widersprechen. Zwar stand die Demo unter dem Label „Gen Z regelt“, aber der spalterische Aufruf war den Wenigsten bekannt. Unsere Kritik daran leuchtete den meisten ein. Schade dass die Organisatoren in Leipzig aus dem Umfeld der Internationalen Jugend sich dem Gen Z Hype so kritiklos angepasst hatten. Kämpferisch, teils mit Bengalos, aber auch diszipliniert zog die Demo durch Leipzig.“

Dresden

Aus Dresden berichtet eine erste Korrespondenz, wobei eine weitere des Jugendverbands Rebell Dresden folgen wird: „Wir kommen gerade von einer linken, rebellischen Jugenddemonstration. Dort verteilte der Jugendverband REBELL kräftig sein Flugblatt und hat sein Magazin angeboten. Wir wussten am Anfang nicht so richtig, wie die Demonstration verlaufen würde und wie weit die uns unbekannten Organisatoren bereit sein würden, die schädliche und spalterische Ausrichtung des allgemeinen GenZ-Aufrufs umzusetzen. Schnelle Antwort: Wir rannten mit unserer Kritik offene Türen ein. Keine der zahlreichen Fahnen rellischer Jugendorganisationen und revolutionärer Organisationen wurde behelligt, uns wurde zugesagt, dass unsere Kritiken daran in der Auswertung noch besprochen werden. Man muss allerdings auch eine Richtung kritisieren, die zwar den Aufruf kritisierte, aber es nicht deutlich sagte oder ihn nicht gründlich gelesen hatte. Man muss diese Richtung der Spaltung und des Antikommunismus bewusst niederringen! Erste Klärung unter den geschätzt 2000 Demonstrationsteilnehmer: Siamo tutti antifaschisti. Zweite Klärung: A-a-anticapitalista. Dritte Klärung: Jugend-Zukunft-Sozialismus. Und wir haben einige Absprachen getroffen bezüglich des europaweiten Jugendkampftags am 20. November! Ein schöner gemeinsamer Aktionstag mit unseren rebellischen Jugendgenossen!“

Chemnitz

In Chemnitz demonstrierten die Jugendlichen zum Nüschel, zu Karl Marx! Das passt. Sie berichten: „Es waren ca 500 Teilnehmer, auch eine Reihe Erwachsener. Die einzige Rede eines Jugendlichen richtete sich gegen Kürzungen im Bildungssystem, gegen Aufrüstung, gegen die Einführung der Wehrpflicht. Die Demo war sehr kämpferisch, laufend Sprechchöre gegen Faschisten, auch „Jugend – Zukunft – Sozialismus“. Die Flyer der MLPD „Semesterstart – wohin startest Du“ waren schnell weg, es waren die einzigen Flyer.“

Göttingen

Auch in Göttingen gingen heute mindestens 800 Demonstranten auf die Straße. Vorbereit wurde die Demonstration gemeinsam von verschiedenen Jugendorganisationen, wie SDS und IJV, sowie dem Schulstreikkommittee. Die Forderungen und Anliegen waren breit gefächert und allesamt fortschrittlich: bezahlbare Mieten, Investitionen in die Bildungs- und Sozialsysteme statt in Aufrüstung, Ende der Unterstützung des Genozids in Gaza. Parolen wie „One Solution – Revolution“, „Free free Palestine“ und „Wir zahlen nicht für eure Kriege“ wurden gerufen. Redner und Rednerinnen betonten die antifaschistische Grundlage des Protests, scheuten sich aber doch den dubiosen bürgerlichen bundesweiten Aufruf öffentlich zu kritisieren. Die Teilnehmer waren überwiegend Jugendliche, wobei auch Gruppen von älteren Generationen solidarisch teilgenommen haben und auch von einer Rednerin die Einheit von Jung und Alt im Kamüf für eine lebenswerte Zukunft betont wurde. MLPD und Rebell beteiligten sich an der Demonstration und hatten viele gute Gespräche. Einschließlich Probenummern wechselten 15 Rebell Magazine und 6 Rote Fahnen den Besitzer. Die Reaktionen auf die MLPD waren zweigeteilt in eine Minderheit hauptsächlich Autonomer, die klar ablehnten, und eine aufgeschlossene Mehrheit, die es richtig findet, dass eine sozialistische Jugendbewegung als Reaktion auf den Generalangriff der Regierung gestärkt werden muss. Rebell und MLPD ebenso wie SDS und IJV traten dafür ein, den internationalen Jugendkampftag am 20.11. vorzubereiten.

Berlin

Laut Veranstalter waren in Berlin 11.000 Menschen dem Aufruf der Initiative gefolgt, dauerhaft waren es um die 5.000. Die Demo in Berlin wurde von dem ominösen „Orga-Team“ organisiert, das auch den antikommunistischen Aufruf veröffentlicht hat. Die darin verbreitete bürgerliche Linie spiegelte sich bei der Kundgebung selbst gar nicht wieder. Unter anderem traten der REBELL, SDAJ, Solid‘, Young Struggle, Internationale Jugend gut sichtbar auf. Die Linke und die MLPD beteiligten sich ebenfalls völlig unbehelligt mit Fahnen und Plakaten. Auch Delegationen von der Charité oder von der FU Berlin waren anwesend.
Auch die Redebeiträge auf der Bühne waren kämpferisch. Sie brachten die Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf zum Ausdruck, kritisierten, dass mit der AfD das erste mal seit dem Hitlerfaschismus wieder eine faschistische Partei politische Machtpositionen erlangen konnte, stellten den Zusammenhang zu der länderübergeifenden Rebellion der Jugend her und betonten die notwendige Einheit der Jugendproteste mit den Kämpfen der Automobilbelegschaften in Deutschland. Eine Auszubildende der Charité berichtete von ihren Erfahrungen von der Arbeit im Krankenhaus. Eine Rednerin wertete aus, dass sie früher schon Proteste organisiert hat und damals dachte, dass man mit guten Argumenten Politiker davon überzeugen könne, bessere Politik zu machen. Sie hat aber heute begriffen, dass die Forderungen der Jugend nur gegen die Politik der bürgerlichen Parteien durchgesetzt werden kann. Antifaschistische Parolen und „Hoch die internationale Solidarität“ wurden immer wieder gerufen.
Eine große Frage war die nach der Perspektive der Proteste. „Wut allein reicht nicht“ betonte eine Rednerin. „Gen Z regelt“ wurde als eine Art „Dachverband“ der Jugendrebellion vorgeschlagen. Auch vielen Teilnehmern war in den Gesprächen, die wir führten klar, dass es Organisiertheit braucht. Auf antikommunistischer Querfront-Grundlage, wie sie im aktuellen Positionspapier festgeschrieben ist, ist aber kein Kampf für die Zukunft der Jugend möglich. Das ist der Jugend zunehmend bewusst.
Entsprechend war das Interesse an der MLPD und dem REBELL groß. Wir verkauften eine ganze Reihe REBELL-Magazine, Rote Fahnen und Durchblick Broschüren und verteilten breit den Flyer für eine sozialistische Jugendbewegung. Eine ganze Reihe Jugendlicher kam von sich aus auf den REBELL zu und wollten sich informieren und in Kontakt bleiben.
Einer Gruppe AfD-Faschisten, die sich wohl auf der Grundlage des Aufrufs willkommen gefühlt haben, wurde von der Bühne und von den Teilnehmern eine klare Abfuhr erteilt.

Augsburg

Organisiert und mobilisiert für die Demo wurde von den linken Kräften und Organisationen in Augsburg. Ganz im Gegensatz zur zentralen Ausrichtung der Gen-Z-Initiatoren war die Demo klar antifaschistisch ausgerichtet, und es wurde in den Redebeiträgen die Einheit von Jugend-, Arbeiter- und Volksbewegung betont, und auch die Hetze in den Medien verurteilt. Neben Palästinafahnen und wenigen Parteifahnen war die Rebell-Fahne mittendrin. Auch der Rebell-Flyer wurde von den meisten gerne genommen, und einige wollen den Jugendverband Rebell auch näher kennenlernen, und haben Interesse an der Studiengruppe zur Lehre von der Denkweise. Eine Gruppe von antifaschistischen Jugendlichen griff auch die Kritik an dem zentralen GenZ-Aufruf auf, und stimmte zu, dass es ein Versäumnis war, im Vorfeld sich nicht bewusst damit auseinanderzusetzen, was sie noch nachholen wollen.

Bielefeld

Nach offiziellen Angaben beteiligten sich 2500 Leute an der Gen-Z-Demo in Bielefeld. Es war eine von überwiegend jungen Leuten geprägte Demonstration mit Zwischenkundgebungen. Keine Ausschreitungen, keine Provokationen seitens des Staatsapparates. Die im Vorfeld von den bürgerlichen Medien betriebene Hetze gegen die Jugendbewegung und die Diskussion um den Veranstalter sorgte anfangs offensichtlich für Verhaltenheit. Die Bandbreite an linken Parteien und Jugendverbänden aus Bielefeld und Umgebung trat mit ihren Fahnen auf und skandierte antimilitaristische-, antifaschistische-, antikapitalistische- und Solidaritätsrufe für Palästina. Offen zeigte sich das Potential eine sozialistischen Jugendbewegung.

Bremen

261101 Foto Demo Bremen

Jugenddemonstration am 31. Oktober in Bremen

Gestern Nachmittag fand in Bremen eine Demo unter dem Aufruf „Gen Z regelt“ statt. Fast 3000 Jugendliche und Erwachsene gingen auf die Straße, um gegen Krieg, Kürzungspolitik, Umweltzerstörung und Wehrpflicht zu kämpfen. Die Stimmung war allgemein sehr aufgeschlossen. Den Demozug prägte eine kämpferische Stimmung mit Parolen wie „Jugend – Zukunft – Sozialismus!“ oder „Viva, viva Palästina!“ Fast alle, mit denen wir gesprochen haben, teilten unsere Kritik am bundesweiten Aufruf, dass man keine gemeinsame Sache mit rechten bis faschistischen Kräften machen sollte und dass die Jugendproteste klar antifaschistisch bleiben müssen. Wir haben an diesem Tag auch die Organisiertheit in den Mittelpunkt gestellt und dadurch einige neue Kontakte gewonnen. Die Masse der Jugend sucht nach einem Ausweg aus den kapitalistischen Krisen und Kriegen. Wir standen klar für eine revolutionäre Alternative, aber dafür muss sich die Jugend organisieren. Es ist Zeit, eine sozialistische Jugendbewegung aufzubauen, doch nur in Einheit mit der Arbeiterbewegung kann sie auch erfolgreich sein. Die Demo verlief größtenteils friedlich, jedoch wurden gegen Ende einzelne Demoteilnehmer aus bisher unbekannten Gründen festgenommen, woraufhin es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam, welche auch gewaltsam gegen sich solidarisierende Mitdemonstranten vorgegangen ist.

Dortmund

Ein junger Kollege von der Partei „Die Linke“ hat die Demonstration angemeldet. Er bekam dafür skandalöserweise eine Strafanzeige, weil er die Frist für die rechtzeitige Anmeldung versäumt habe. Wir haben von der MLPD Dortmund mit einer Delegation und einem Schild: „Für eine sozialistische Jugendbewegung! Für die Kampfeinheit von Arbeiter- und Jugendbewegung! MLPD & REBELL“ teilgenommen. Deutlich wurde, dass die Teilnehmer in Dortmund mit dem Aufruf der Gen Z- Proteste im Internet herzlich wenig zu tun hatten. Ein Slogan wurde sehr laut gerufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ aber auch die Parole: „Jugend, Zukunft, Sozialismus!“ wurde angestimmt. Es waren Jugendliche der Proteste gegen die Wehrpflicht da, die auch dafür warben am 20.11. in Dortmund an dem internationalen Jugend- und Streiktag teilzunehmen. Eine Kollegin griff Vonovia für ihre Profitmaximierung auf Kosten der Mieterinnen und Mieter an. Die Kundgebung stimmte an: „Runter mit den Mieten, hoch mit der Bildung!“ Von vielen Rednerinnen und Redner wurde die Einheit von Jung und Alt für den Kampf um die Verbesserung der Lebensverhältnisse betont, aber auch die Verbindung von Arbeiter, Gewerkschafts- und Jugendbewegung. Und für viele war ein Anliegen antikapitalistisch und antifaschistisch zu sein. Eine Kollegin der GEW überbrachte ein Grußwort der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Einige ältere Teilnehmer begründeten die Teilnahme an der Demo mit ihrer Kritik an der Kriminalisierung der Jugendproteste und dass sie sich deshalb solidarisch mit den Protesten zeigen wollten. Ein IG Metaller vom Internationalistischen Bündnis berichtete von den Kämpfen der Metaller gegen die Ausbeutungsoffensive in den Betrieben und den Kämpfen dagegen. 

Dresden

261101 Foto Dresden

Gestern in Dresden

Gestern beteiligten uns als Rebell an dem „GenerationZ“ Prostest in Dresden. Aufgrund des merkwürdigen Aufrufs auf der GenZ Internetseite zu der Demonstration waren wir seit Anfang sehr skeptisch dieser Veranstaltung gegenüber. Dennoch wollen wir als junge Sozialisten diese wichtigen Forderungen mit auf die Straße bringen und uns gleichzeitig weiter vernetzen, um eine kämpferische Jugendorganisation aufzubauen. Wir waren von dem Protest sehr positiv überrascht, von der auf der Internetseite angekündigten „Querfront von rechten und linken“ war nichts zu sehen und die Demonstration war von Anfang an klar antifaschistisch und antikapitalistisch einzuordnen. Wie zu erwarten waren die meisten Teilnehmer jugendliche Personen, dennoch wurde die Demonstration auch von Menschen verschiedensten Alters unterstützt, was sehr zu befürworten ist. Insgesamt gingen heute in Dresden über 3000 Menschen gegen Krieg und Militarisierung auf die Straße und wir konnten im gleichen Zuge für die kommenden Proteste am 20.11. werben.

Düsseldorf

So eine junge Teilnehmerin der kämpferischen Demo gestern in Düsseldorf. Rund 4000 Demonstrantinnen und Demonstranten waren auf der Straße, die meisten Jugendliche. Ihre Forderungen waren breit gefächert: Gegen marode Schulen, dass kein Geld für die Gesundheitsversorgung da ist, gegen Krieg, für mehr psychologische Beratung, gegen Faschismus und für Solidarität für Palästina. Das Bild der Demo war geprägt von Linken, Gewerkschaftern, angeführt wurde die Demo von Organisationen der sozialistischen Jugendbewegung. Aktiv dabei war der REBELL, wir beteiligten uns und förderten das offene Mikro. Die Moderation unterstützten kämpferische Mercedes-Arbeiter, die u.a. von den Septemberstreiks in der Autoindustrie berichteten und wie dort die Kampfeinheit von Jung und Alt sich entwickelte und für Schlagkraft sorgt. Trotz tagelanger Hetze und Warnungen in fast allen Medien waren so viele Menschen gekommen und die Demo war sehr diszipliniert. Als die Polizei mitten auf der Kö darauf bestand, dass die Zahl der Ordner erhöht werden musste, kamen sofort über 20 Kolleginnen und Kollegen, um das zu unterstützen. Die Demo, die dafür kurz anhalten musste, nutzte die Zeit, um die Passanten auf der Kö zu informieren. Vom Mikrofon wurde später noch protestiert gegen massive Polizeipräsenz: Wasserwerfer, Räumpanzer, Polizeipferde, Pfefferspray usw – alles war aufgefahren worden. 

Duisburg

300 vorwiegend Jugendliche, aber auch ältere Mitstreiter, demonstrierten kämpferisch durch den Duisburger Stadtteil Hamborn. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“ – „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend will Zukunft!“ – schallte es durch die Straßen, Forderungen nach einem 100-Milliarden-Programm für Bildung, gegen die Wehrpflicht. Die Demonstration war antifaschistisch und antikapitalistisch geprägt: „Alerta, alerta, antifaschista“ und „Solidarität heißt Widerstand, Kampf dem Faschismus in jedem Land!“ Viele Daumen hoch aus Autos, von Balkonen und Fenstern. Die Initiative für die Duisburger Demonstration hatte der „Offene Treff gegen Krieg und Sozialabbau“ ergriffen, linke und revolutionäre Jugendorganisationen griffen sie auf und beteiligten sich. Von politischen Parteien waren MLPD und die Die Linke sichtbar vertreten, es gab viele Fahnen für die Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Die Moderatorin rief auf: „Organisiert Euch! Schließt Euch einer der Jugendorganisationen an – es gibt viele Möglichkeiten!“ Solidarität und der Wunsch, die sozialistische Jugendbewegung zu stärken, war allen gemeinsam. Neue Kontakte wurden geschlossen, Adressen getauscht, REBELL-Magazine verkauft. Bei den Auftakt- und Schlusskundgebungen wurde der Kurs der Regierung angegriffen – die Umstellung auf Kriegswirtschaft und Kriegsvorbereitung, steigende Mieten, Inflation, Kürzungen zu Lasten der Jugend, bei Bildung, Schulen und Kultur. Die Vertreterin des REBELL stellte heraus, dass die Jugend weltweit rebelliert, Arbeiter- und Jugendbewegung zunehmend gemeinsam auf die Straße gehen. Kritisch warf sie auf: „Wie kann man im Aufruf der Gen Z davon sprechen, wir sind nicht rechts, nichts links, wir sind die Mitte? Wir werden das nicht alleine regeln, sondern brauchen die Einheit von Jung und Alt! Unser Kampf muss antifaschistisch sein, und er braucht Perspektive – den echten Sozialismus!“

Erfurt

261101 Foto Erfurt

Erfurt, 31. Oktober 2026

Das war eine neue Qualität der sozialistischen Jugendbewegung, die da auf der Straße war. REBELL, MLPD, Young Struggle, SDAJ, DKP, RKP, FAU – zahlreiche Organisationsfahnen- und Transparente waren zu sehen. Bis zu 1.000 Jugendliche beteiligten sich an dieser kämpferisch-optimistischen Zukunftsdemonstration. Den größten Applaus gab es, wenn die Redebeiträge Zusammenhänge der verschiedenen Probleme herstellten, den Kapitalismus angriffen und für den Sozialismus warben. Der Paket-Dienst DPD warnte, dass es angesichts der bundesweiten Proteste zu Verzögerungen bei Paketlieferungen kommen könnte – dabei war in Thüringen Feiertag. Das war ebenso absurd, wie dass zwei Läden in der Innenstadt ihre Fensterscheiben verbarrikadierten. Die Demonstration lief diszipliniert ab und machte einen den Massen zugewandten offenen Eindruck. Durch eine kleine Provokation von rechten Kräften am Rande ließ sich die Demonstration nicht beeinflussen. Der zuvor nur von der MLPD prinzipiell kritisierte „offizielle“ bundesweite Aufruf spielte bei der Demonstration keine Rolle, aber das kleinbürgerliche Motto „GenZ regelt“ wurde trotzdem übernommen. Das kritisierten auch die Falken in ihrem Redebeitrag, die sagten „Nein, GenZ kann das alles nicht regeln. Dazu ist mehr nötig“. Der Jugendverband REBELL, der auf der Abschlusskundgebung eine Rede hielt, schloss sich dieser Kritik an: „Wir sind dagegen, einen Kult um Gen Z zu machen und uns von erwachsenen Arbeitern und Revolutionären abzugrenzen. Das spaltet uns in Alte und Junge und schwächt damit unsere Schlagkraft. Was wir brauchen ist eine sozialistische Perspektive. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der die Menschen und die Natur im Mittelpunkt stehen und nicht die Profite der Konzernbosse.“ Am Ende der Demo standen Jugendliche Schlange an der Stickerbox des REBELL, um sich mit Aufklebern gegen Spende einzudecken. Mindestens fünf Exemplare des Parteiprogramms der MLPD wurden gegen Spende weitergegeben.

Essen

261101 Foto Essen

Beteiligt war ein breites Spektrum aus dem Schulstreik Bündnis Essen, Bündnis „Es reicht Recklinghausen“, Internationaler Jugendverein, Kommunistischer Aufbau, DIDF Jugend, SDAJ, REBELL, MLPD und Internationalistisches Bündnis. Es kamen auch viele Einzelpersonen, die durch den Aufruf auf Social Media darauf aufmerksam geworden sind. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren hauptsächlich jugendlich, aber es waren auch viele Ältere dabei. Ein Schild trug den Schriftzug „Boomer by your side“.Es herrschte eine kämpferische Stimmung. Viele Parolen waren gegen Aufrüstung und Wehrpflicht gerichtet. Auch „Siamo tutti antifascisti“, „A-Anti-Anticapitalista“ und „Jugend, Zukunft, Sozialismus“ hallten mehrmals durch die Straßen. „Merz muss weg“ und ähnliche Sprüche standen auf vielen Pappen. In den Redebeiträgen wurde sich einhellig mit der Jugendrebellion in der ganzen Welt solidarisiert. Viele Schüler haben von ihren eigenen Erfahrungen mit dem maroden Schulsystem berichtet. Sie kritisierten selbstbewusst die Medienhetze gegen die Proteste. Die Losung „GenZ regelt“ wurde allerdings noch in vielen Beiträgen unkritisch übernommen. In mehreren Beiträgen wurde für die Vorbereitung des International Youth Strike am 20.11. geworben. Der REBELL hat die sich entwickelnde sozialistische Jugendbewegung und die Verbindung von Arbeiter- und Jugendbewegung ins Zentrum gestellt. Die MLPD zeigte, welche Kraft von den Arbeitern ausgeht, wenn sie in den Streik treten, wie beim Rheinhausen Streik. Das Internationalistische Bündnis kritisierte die Medienhetze gegen ‚gewalttätige Extremisten‘. Dabei ist es das herrschende System, von dem auf der ganzen Welt extreme Gewalt ausgeht und die Jugendlichen müssten sich an alle Gesetze halten. Kritik gab es auch an dem offiziellen Aufruf von „GenZ regelt“. Applaus gab es dagegen für Kapitalismuskritik und klare Abgrenzung gegen Faschisten, was dem Aufruf fehlt. Viele waren überrascht, dass der Aufruf das ausdrücklich nicht enthält. REBELL und MLPD haben zahlreiche Diskussionen mit den Teilnehmern geführt. Die allermeisten waren vollkommen damit einverstanden, dass es Sozialismus braucht. Einige haben sich schnell entschlossen für eine Mitgliedschaft im REBELL oder der MLPD. Ein Buch „Die Lehre von der Denkweise“ wurde verkauft, einige REBELL-Magazine und Durchblick-Broschüren. Das Flugblatt des REBELL wurde massenhaft verteilt und auch der REBELL Recklinghausen verteilte zusätzlich 400 Einladungen.

Frankfurt am Main

10.000 Menschen auf der Straße. Gründe für die Teilnahme waren: kaputte Schulen, Kampf gegen Wehrpflicht, Situation an den Schulen und Universitäten, wegen Klimakrise und die Umweltzerstörung. Sie fühlten sich als Teil der weltweiten Rebellion der Jugend, ob in Frankreich, Italien, Spanien usw. Mit dabei waren Mütter mit ihren Kindern, Lehrer, Omas und Opas. Sie alle einten der Einsatz für die Zukunft der Jugend. Auffallend war, dass die Jugendlichen sehr aufgeschlossen waren für den Sozialismus. MLPD und Rebell waren im Einsatz. Wir machten immer Trupps von erfahrenen Genossen und jungen Rebellen. RKP und FDJ wollen weiter mit dem Rebell zusammenarbeiten und haben Interesse am rebellischen Musikfestival. Zudem haben wir zur Lesegruppe zum RW 40 und zum Freitagsreff in Frankfurt eingeladen und zum frauenpolitischen Ratschlag. Der Flyer vom Jugendverband Rebell „Weltweit Rebellion – stärkt die sozialistische Jugendbewegung!“ stieß auf viel Interesse. Viele Jugendliche bewegte die Frage, was kommt nach der Demo. Einigkeit bestand darin, dass der Zusammenschluss, die Organisiertheit erhöht und das ganze System des Kapitalismus ins Visier genommen werden muss. Der 20.11. als europaweiter Streiktag der Jugend muss gemeinsam vorbereitet werden und koordiniert werden. In diesen Kämpfen entsteht eine sozialistische Jugendbewegung.
Entgegen dem Aufruf von „Gen-Z“ war so gut wie niemand bereit, auch Faschisten zur Demo zuzulassen. Ein kleiner Trupp von 7 Leuten mit Deutschland-Fahne wurde mit „Haut ab“ verabschiedet. Besonders hervorzuheben ist, dass in einer Auftaktrede einer Gewerkschafterin die Einheit der Jugendbewegung mit der Arbeiterbewegung entscheidend ist.

Nürnberg

Auf der Website von Gen Z Regelt steht, dass jeder, egal ob man dem rechten oder linken politischen Spektrum angehöre, mitmachen kann, solange man nicht „extremistisch“ sei. Dieser Vorbehalt gilt natürlich hauptsächlich fortschrittlichen und revolutionären Kräfte, eben auch gegen uns, so dass man die Bewegung in reformistische, parlamentarische Bahnen lenken kann. Die Jugend in Nürnberg positioniert sich links und lässt sich nicht spalten. Daher entstand in kürzester Zeit auch ein Meer aus Fahnen und Transparenten mit über 6000 Menschen! Zu sehen waren Anarchisten, verschiedene sozialistische Gruppen und Organisationen, die Linkspartei entsandte auch von der Literaturmesse eine Delegation, ein großer Block Palästinenser war auch dabei, genauso wie Gewerkschaften. Bei dem dreistündigen Demomarsch war die Stimmung kämpferisch und es kam zu keiner körperlicher Auseinandersetzung. Der Kapitalismus und die merzsche Regierung wurden kritisiert und antifaschistische Parolen wurden skandiert. Trotz all dem gab es wenige Parolen um den Sozialismus und wir hatten selbst kein Mikro, um die gesellschaftliche Alternative lautstark unter die Jugend zu bringen. Schlussendlich endete die Demonstration wieder am Kornmarkt. Wir führten einen weiteren kleinen Einsatz durch, als ein kleiner Teil des Protestes eine spontane Demo begann, die aber rapide durch gewaltsames Eingreifen der Polizei gestoppt wurde. Nach den Angaben verschiedener Personen griff die Polizei mit Reizgas die Demonstranten an und kesselten diese, sowie auch völlig unbeteiligte Menschen, in einer Straße mit Geschäften ein. Das brutale Vorgehen der Staatsbehörden ist scharf zu kritisieren! Wie viele bei diesem Angriff zu Schaden kamen, wissen wir zum Zeitpunkt des Berichtes nicht.

Vorwärts mit der sozialistischen Jugendbewegung!

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