Published on November 24th, 2020 | by Magazin

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Rebellisch für die Befreiung der Frau!

Wenn wir bei unserer öffentlichen AG Mädchen vom REBELL erzählen, kommt öfter: „Macht ihr auch was gegen Sexismus? Super! Das muss endlich aufhören!“. Es gibt eindeutig ein wachsendes Selbstbewusstsein unter jungen Frauen und Mädchen. Viele von ihnen melden sich mutig mit ihren eigenen Erfahrungen, z.B. in den sozialen Medien zu Wort. Mehr und mehr bricht sich dabei die Erkenntnis Bahn: Wir sind keine oder nicht vor allem nur Opfer!

Große Massenproteste entstanden gegen Frauenfeinde wie Trump…

…wenn ultrarechte Regierungen wie in Polen, Ungarn oder der Türkei die erkämpften Rechte von Frauen massiv einschränken. Oder wenn die AfD in Deutschland die „Hausfrauenehe“ fordert. Einige reaktionäre Gesetze wurden durch solche Proteste verhindert, mit der „Me too“-Bewegung wurden viele Frauen ermutigt, über sexistische Übergriffe zu berichten. Aber die weltweite Rechtsentwicklung der Regierungen hat nicht nur zu Gegenprotest geführt. Manche fühlen sich dadurch regelrecht ermutigt, ihre überholten Vorstellungen von Frauen wieder ans Tageslicht zu holen. Faschisten und Ultrareaktionäre rufen offen zu Gewalt an Frauen auf. Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Jeden dritten Tag wird eine Frau in Deutschland durch ihren (Ex-)Partner umgebracht. Weltweit spitzt sich die Lage für viele Frauen zu. Immer mehr Frauen müssen fliehen. Die Hungerkrise verschärft sich schlagartig, die Kriegsgefahr steigt. Das alles hat riesige Auswirkungen auf die Lebenslage der Frauen und Mädchen. Statt die Schulöffnung mit konsequentem Corona-Gesundheitsschutz zu verbinden, müssen immer wieder Kinder in Quarantäne geschickt werden, kämpfen sich Frauen dann mit einem Spagat aus Kindererziehung, Home-Schooling und Beruf ab. Die ver.di-Frauen im öffentlichen Dienst machen die selbstbewusste Antwort vor: Aktuell streiken sie in ganz Deutschland für 5 % mehr Lohn!

Doppelt ausgebeutet und besonders unterdrückt

Oft heißt es: „Jetzt mal ernsthaft, fühlst du dich wirklich unterdrückt? In anderen Ländern vielleicht … Aber in Deutschland?“ Viele junge Frauen haben heute dieselbe Ausbildung wie ihre männlichen Kollegen, arbeiten Seite an Seite mit ihnen. Aber: Fast immer sind es Frauen, die das meiste im Haushalt, der Pflege und Erziehung von Kindern reißen und weniger verdienen, unter anderem weil sie oft in Teilzeit gehen. Typische „Frauenberufe“ werden immer noch geringer bezahlt. Oft wird das damit gerechtfertigt, Mädchen wären halt nicht so qualifiziert wie Jungs. Doch seit den 1990er Jahren sind mehr als die Hälfte der Abiturienten Mädchen. Sie haben im Schnitt sogar bessere Noten. Der wirkliche Grund liegt im Kapitalismus. Wegen Hausarbeit und Kindererziehung stehen Frauen den Kapitalisten nicht „voll“ zur Ausbeutung ihrer Lohnarbeit zur Verfügung. Deshalb bekommen sie weniger Lohn! In Deutschland liegt der Unterschied bei durchschnittlich 21 Prozent! Damit werden sie zusätzlich zur Ausbeutung, die die ganze Arbeiterklasse betrifft, doppelt ausgebeutet. Während heute jedes Auto mit tausenden Händen hoch organisiert auf die Minute exakt produziert wird, wird die Organisation der Hausarbeit jeder Kleinfamilie privat und vor allem den Frauen aufgedrückt. Um diese Ungerechtigkeit aufrechtzuerhalten, werden Frauen und Mädchen besonders unterdrückt. Ein ganzes System an Traditionen, Anschauungen, Kontrolle der Sexualität, bürgerlicher Moral und Religion hält das im Kapitalismus am Laufen. Die Ausprägung davon ist von Land zu Land natürlich verschieden und die kämpferische Frauenbewegung hat sich viele Rechte erkämpft. Aber die gesetzmäßige doppelte Ausbeutung der berufstätigen und besondere Unterdrückung aller Frauen kann man sich nicht „wegwünschen“, auch wenn man sich zurecht nicht alles bieten lässt. Es ist eine gesellschaftliche Realität, die nur gesamtgesellschaftlich verändert werden kann: „Erst in einer sozialistischen Gesellschaft können die Ausbeutung der Lohnarbeit und der damit verbundene Zwang zur privaten Lebensführung in Einzelfamilien überwunden werden. Eine höhere Form der Familie und des Verhältnisses der Geschlechter erwächst aus der neuen ökonomischen Grundlage der sozialistischen Gesellschaft.“.

Frauenpower vs. kleinbürgerlich-sexistische Denkweise

Auf Spotify gibt es mittlerweile eine Playlist der „Top Feminist-Songs“. Sängerin Beyoncé tourt mit dem Wort „Feminist“ im Hintergrund durch die Welt. Das und vieles mehr zeigt: Frauenpower ist „in“! Gleichzeitig prasselt der Sexismus auf alle ein und wirkt als kleinbürgerlich-sexistische Denkweise. Unter Jungs zum Beispiel über die Verbreitung von Pornos, die Mädchen als Sexobjekt zu sehen und sexistische Sprüche. Aber auch bei Mädchen, wenn sie sich nur ums Aussehen drehen und jedem gefallen wollen.

Es gibt auch Leute, die sich auf fragliche Weise als „feministische Vorbilder“ ausgeben. Shirin David, die als Youtuberin und mit Parfum und Rap berühmt wurde, protzt im Musikvideo halbnackt mit Geldscheinen am Pool, die Frauen bezeichnen sich als Schlampen. Keine Frage: Dass wir uns anziehen können wie wir wollen, ist unser gutes Recht. Aber hier wird doch unter dem Vorwand der Selbstbestimmung ein Bild vermittelt, dass wir uns besonders sexy geben müssten, dann käme die Befreiung der Frau von allein. Wenn auf Kritik gekontert wird „Du bist gar kein Teil der Diskussion als Mann“, wird damit der Geschlechterkampf „Frauen gegen Männer“ gefördert und die gesellschaftlichen Ursachen des Sexismus verwischt. Das führt oft erst recht zu Verunsicherung oder Verklemmtheit mit den natürlichsten Fragen wie der Sexualität umzugehen.

Bahnbrecher(in) werden!

Die allermeisten Mädchen und Jungs wünschen sich Gleichberechtigung und eine Beziehung auf Augenhöhe. Eine Rebellin sagt: „Vor allem unter Jugendlichen sind sexistische Sprüche, sowohl von Jungs als auch von Mädchen relativ normal geworden, meistens aus Spaß. Aber um unter Freunden Spaß zu haben, muss man sich nicht gegenseitig beleidigen oder sexistische Sprüche machen. Der REBELL ist der beste Beweis, dass das möglich ist.“ Im REBELL prägen wir einen gleichberechtigten Umgang miteinander. Im Kampf für den echten Sozialismus darf kein Blatt zwischen uns passen. Organisiert euch auch in der Gewerkschaft und macht mit in REBELL und MLPD! Im Magazin stellen wir euch außerdem den Frauenverband Courage vor: Der einzige kämpferische, selbstorganisierte und überparteiliche Frauenverband in Deutschland. Wir rufen euch auf: Geht am 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen auf die Straße! Macht den Tag in eurer Klasse, auf der Arbeit, im Freundeskreis bekannt. In der Schule, Uni und auch in Teilen der Frauenbewegung wird oft Angst gemacht vor „den Kommunisten“. Genauer hinschauen lohnt sich: Die Frauenrechte, die nach der Oktoberrevolution 1917 unter Lenin erkämpft wurden, waren die fortschrittlichsten ihrer Art. In der Kulturrevolution unter Mao Tsetung wurde die Leitlinie geprägt: Alles was ein Mann kann, kann auch eine Frau! Und umgekehrt: Alles was eine Frau kann, kann auch ein Mann!

Artikel aus dem aktuellen REBELL Magazin: „Rebellisch – Für die Befreiung der Frau!“ 05/2020. Ihr könnt hier die Printausgabe für 1,50€ bestellen oder hier auch ein Abo abschließen. Es kostet 7,50€ für sechs Ausgaben im Jahr. Ihr spart also pro Ausgabe 0,25€ bzw. pro Jahr 1,50€.

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