Published on Juli 9th, 2020 | by E

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Die Lage der Arbeiterjugend: “Insel der Glückseligen” oder totgeschwiegener Skandal?

Erst im Juli 2019 titelte die ZEIT, dass „der Arbeitsmarkt für junge Menschen in Deutschland eine Insel der Glückseligen“ sei. Deutschland, die „Insel der Glückseligen“, hat 2019 2,1 Millionen Jugendliche ohne Berufsabschluss, das sind 14,4% der 15 bis 25-Jährigen, eine Steigerung um 44% gegenüber 2018! Auf der „Insel der Glückseligen“ – leben laut offiziellen Zahlen 73.700 Jugendliche (= 12,3%), die 2019 vergeblich einen Ausbildungsplatz gesucht haben! Das ist kein Wunder, wenn seit 2007 bis 2019 66.000 Ausbildungsplätze vernichtet wurden. Vor allem Übermonopole wie Opel, VW und Ford bauen Ausbildungsplätze ab. So gibt es ausgerechnet auf der „Insel der Glückseligen“ 800.000 Leiharbeiter unter 25 Jahren, 650.000 Jugendliche sind in Zeit-/Werksverträgen. Die „Insel der Glückseligen“ ist ein schamloser Betrug.

Das 10-Punkte-Programm des DIHK – Sicherstellung der Ausbildung?

Anfang Mai veröffentlichte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) einen 10-Punkte-Plan, dessen „oberstes Gebot“ in der aktuellen Weltwirtschafts- und Finanzkrise sei, „Ausbildungsverhältnisse unbedingt aufrechtzuerhalten“. Wer sich dieses Programm allerdings genau anschaut, muss feststellen, dass das eine einzigeHeuchelei ist. Die „Vorschläge“ des DIKH dienen einzig und allein kapitalistischen Interessen zum Herunterschrauben der Ausbildungsqualität, dem Einsatz von Lehrlingen als billige Arbeitskräfte und sogar der Einführung von Kurzarbeitergeld für Azubis! Das würde bedeuten, dass Lehrlinge im Bundesdurchschnitt noch auf 528,60€ im Monat kommen würden. Das liegt sogar unter der Armutsgrenze!

Schluss mit dem kapitalistischen Krisenchaos!

Der Jugendverband REBELL lehnt die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterjugend kompromisslos ab. Entscheidend ist jetzt in den Betrieben die Gewerkschaften im Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz und für den Ausbau des Gesundheitsschutzes zu stärken und die Forderung nach der 30-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich offensiv auf die Tagesordnung zu setzen. Dafür stehen besonders auch die Betriebsgruppen der MLPD und der REBELL in der Gewerkschaftsjugend und den Lehrwerkstätten. Im krassen Widerspruch dazu stehen die antikommunistischen Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen die MLPD in der IG-Metall. Eine Kollegin meinte dazu: „Ich wusste echt nicht, dass so etwas möglich ist! Die MLPD unterstützt die IG-Metall dabei doch immer, auch vor dem Tor! Der IG-Metall- Vorstand sollte sich lieber nochmal klar machen, wo oben und unten ist und was links und rechts heißt!“. Wenn der DGB im Kapitalismus die Forderung nach „Absicherung“ für die Arbeiterjugend aufstellt, so ist das eine Illusion. Das beweist nicht zuletzt auch die „europäische Jugendgarantie“, trotz der es in Europa im Schnitt 15,2% (März 2020) Jugendarbeitslosigkeit gibt. MLPD und REBELL fordern hingegen eine 10-prozentige Ausbildungsquote in der Großindustrie und die unbefristete Übernahme aller Azubis entsprechend der Ausbildung!

 

Artikel aus dem aktuellen REBELL Magazin: „Rebellion mit Perspektive? Gib Antikommunismus keine Chance!“ 03/2020. Ihr könnt hier die Printausgabe für 1,50€ bestellen oder hier auch ein Abo abschließen. Es kostet 7,50€ für sechs Ausgaben im Jahr. Ihr spart also pro Ausgabe 0,25€ bzw. pro Jahr 1,50€.

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