Published on Juni 15th, 2020 | by K

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So viele Jugendliche wie noch nie ohne Ausbildung

REBELL startet Offensive: „Zukunft für die Jugend – konsequenter Kampf um Ausbildung und Übernahme!“

Über zwei Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hatten laut dem Berufsausbildungsbericht der Bundesregierung 2020 im Jahr 2019 keinen Berufsabschluss. Die Anzahl der von den Unternehmen angebotenen Ausbildungsplätze ist nach offiziellen Angaben der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Mai um acht Prozent im Vergleich zum Mai 2019 gesunken. Der Bericht gibt an, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen von 2018 zu 2019 um ca. 1% gestiegen ist. Er verschweigt aber, dass mit der Weltwirtschaftskrise 2008 das Angebot an Ausbildungsplätzen um 10% eingebrochen war und heute noch 10% unter dem Niveau von 2009 liegt. Die Ausbildungsquote in den Großbetrieben liegt gerade mal bei 4,2%, im Jahr 2007 waren es noch 5,6%. Offiziell suchten 2019 73.700 Jugendliche vergeblich einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig wurden Maßnahmen des sogenannten „Übergangsbereichs“1 seit 2013 von 160.000 Plätzen auf 300.000 im Jahr 2019 fast verdoppelt. Die jungen Menschen ohne Berufsabschluss und aus dem „Übergangsbereich“ machen den größten Teil der Leiharbeiter, Werksverträgler und Minijobber aus.

Inessa Kober, Sprecherin des Jugendverbands REBELL, sagt dazu: „Diese Zahlen sind alarmierend. Die Bundesregierung feiert sich gerne für die offiziell niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU. Mit dem Hinweis, dass es anderswo noch schlimmer ist von den eigenen Problemen abzulenken, ist Augenwischerrei. Angesichts der Weltwirtschafts- und Coronakrise steht uns eine massive Arbeitsplatzvernichtung bevor. Azubis, Leiharbeiter und Befristete sowie Schüler auf der Suche nach Ausbildung und Studenten die ihr Studium mit Nebenjobs finanzieren – sie alle werden die ersten sein die das trifft.“

Inessa Kober kündigt an: „Der Jugendverband REBELL sagt dieser Entwicklung den Kampf an! Wir starten die Kampagne: „Zukunft für die Jugend – konsequenter Kampf um Ausbildung und Übernahme!“ Nur in entschlossenem Kampf gegen Konzernspitzen und Regierung, die nur nach kapitalistischer Profitlogik handeln, können wir Erfolge erringen. Die Azubis bei Opel in Rüsselsheim und Eisenach haben zusammen mit den Kollegen erfolgreich gegen die geplante Schließung der Lehrwerkstätten gekämpft. In Rüsselsheim setzten die Azubis ihre Rückversetzung vom Fließband in die Lehrwerkstatt durch. Für erfolgreiche Kämpfe, müssen wir uns stärker organisieren – in den Gewerkschaften und auch im Jugendverband REBELL“

Der Jugendverband REBELL fordert eine Ausbildungsquote von 10% in der Großindustrie und die unbefristete Übernahme aller Azubis, Jungfacharbeiter und Leiharbeiter entsprechend der Ausbildung. Eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden die Woche bei vollem Lohnausgleich würde Millionen Arbeitsplätze schaffen oder aktuell vor der Vernichtung retten.

Der REBELL ist der Jugendverband der Marxistisch-leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) und kämpft mit ihr für die Abschaffung von Ausbeutung und Unterdrückung und für den echten Sozialismus.

1So werden im Ausbildungsbericht die Maßnahmen genannt, an denen diejenigen teilnehmen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben

Foto: rf-news


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