Published on Juni 8th, 2020 | by Magazin

0

Ein Wochenende der Rebellion gegen Rassismus! Berichte und Fotos aus ganz Deutschland

Stand: 08.06.2020 // 22:00 Uhr

Sonntag 07.06.20

Essen:

Der REBELL Essen rief zu einer Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus im migrantisch geprägten Arbeiterviertel Altendorf auf. Daran beteiligten sich neben dem REBELL die MLPD, Rebellion Ruhr, BirKar, die TKIP, das Internationalistische Bündnis und viele Jugendliche, die über social media davon erfuhren. Bis zu 80 Menschen demonstrierten unter Parolen und Beiträgen am offenen Mikrofon durch das Viertel, zeigten Solidarität mit den Protesten in den USA und protestierten gegen Polizeigewalt in Deutschland. Dabei gab es ergreifende Reden, so von der Mutter des von der Polizei ermordeten Adel B. und einer jungen Frau, die ihre eigenen Erfahrungen des Alltagsrassismus schilderte. In Redebeiträgen von MLPD und REBELL wurde offen gelegt, wie Rassismus den Herrschenden zur Spaltung der Arbeiterklasse dient, und dass der Kapitalismus angegriffen und abgeschafft werden muss. Sowohl Wut und Trauer kamen dabei zum Ausdruck, aber auch, dass die Rebellion der Menschen Mut macht, es jedoch einer Perspektive wie die des echten Sozialismus und einer zielklaren Organisation bedarf, will man eine bessere Welt erkämpfen. Viele Anwohner zeigten sich solidarisch, klatschten Beifall, oder schlossen sich dem Demozug an. Dabei wurde deutlich, wie das Thema die Menschen bewegt. Im Anschluss werteten wir aus, dass wir mit einer breiteren Mobilisierung noch mehr Menschen hätten erreichen können. Doch war der Tag trotzdem ein voller Erfolg. Es wurden mehrere neue Kontakte geknüpft und ein neues Rebell-Mitglied gewonnen, viele Flyer verteilt und Gespräche geführt. Der REBELL lud zu seiner AG ein, die jeden Sonntag um 17 Uhr in Altendorf auf dem Christusplatz stattfindet. Am 14. Juni wird dort ein Transparent gegen Aufmärsche von Faschisten und Rassisten gemalt.

Leipzig:

Demo gegen Rassimus geprägt von Jugendlichen

Auch in Leipzig fand heute eine Demonstration zur Solidarität mit den Protesten gegen Rassismus anlässlich der Ermordung von George Floyd statt. Die Demo ist als sehr erfolgreich zu verbuchen. Die schiere Größe war unerwartet und überall sah man progressive Sprüche (auch bezüglich institutionellem Rassismus). Einen Redebeitrag durften wir leider nicht halten, weil nur people of colour sprechen sollten. Es ist zwar richtig, dass besonders die Stimmen von Schwarzen und anderen Unterdrückten Gehör finden sollen und müssen, aber wir haben kritisiert, dass dadurch der gemeinsame Kampf von schwarzen und weißen Jugendlichen gegen den Rassismus geschwächt wird. Auch kurdische Mitstreiter waren unserem Aufruf gefolgt und sind mit ihren Fahnen gekommen. Auf der Demo waren über 15 000 Menschen, nach ersten Schätzungen, und sie war besonders durch junge Menschen geprägt!
Unter den Jugendlichen war eine große Offenheit dem REBELL und unseren Positionen gegenüber spürbar! Aktive Gespräche wurden geführt, Rote Fahnen und REBELL-Magazine wurden verkauft. Wir hatten ein Schild gebastelt mit den Aufschriften: „Kapitalismus und Rassismus sind verbunden!“ und „Rebellion gegen Rassismus ist gerechtfertigt!“, jeweils mit REBELL-Logo. Gegen Rassismus zu sein ist für viele Jugendliche eine Selbstverständlichkeit. Wir haben in den Gesprächen vor allem betont, dass Rassismus aber eine Spaltungsmethode der Herrschenden im Kapitalismus ist und nicht aus den Menschen selbst kommt. Deswegen treten wir dafür ein, dass im REBELL Jugendliche aller Hautfarben und Nationen gemeinsam gegen den Kapitalismus kämpfen. Unsere Fahne haben wir ebenfalls geschwenkt und nur einmal wurde versucht, uns das auszureden. Davon haben wir uns nicht beeindrucken lassen und sie blieb oben bis zum Schluss! Insgesamt war die Stimmung ziemlich aufgeschlossen, engagiert und interessiert. Wir haben 18 neue Kontakte bekommen! Am Ende haben wir direkt aufgeteilt, wer sich bei wem meldet. Es war ein voller Erfolg, der uns alle sehr begeistert hat! Wir haben die Situation auch genutzt, um uns mit dem Kampf der schwarzen Bevölkerung in den USA zu beschäftigen und haben dafür gestern einen Film geguckt, den wir sehr empfehlen können! Er handelt über die Black Panther Party for Self Defense. Sie wurde in den 60ern gegen rassistische Polizeigewalt von den Schwarzen gegründet. Sie haben bewusst den Kapitalismus ins Visier genommen, und sich auf den Marxismus-Leninismus und auf auf Mao Tsetung aus China bezogen. Um Spenden für ihren Parteiaufbau zu sammeln, haben sie das „Rote Buch von Mao verkauft! Den Kampfeswillen der Black Panther konnten die Herrschenden in der USA von außen nicht brechen – deswegen haben sie es dann von innen angezettelt: Sie haben Drogen (Heroin) in den Nachbarschaften verbreitet und so Verwirrung und Abhängigkeit geschaffen. So wurde die Bewegung der Black Panther Party letztlich zerstört. Wir haben viel aus dem Film gelernt! Es hat deutlich gemacht, dass die Losung „Kampf dem Drogensumpf!“ genau richtig ist und wir haben heute mit Stolz unsere Mao-Shirts getragen!
Link zu dem Film über die Black Panther Party: https://youtu.be/f9sa3GEXVP8

Bochum:

In Bochum hat im Volkspark in Langendreer vom Rebell initiiert eine Protestkundgebung gegen Rassismus und Solidarität mit George Floyd mit 45 Teilnehmern stattgefunden. Solidarität international, Rebell, Rotfüchse, MLPD, Umweltgewerkschaft, Offensiv Opel und viele Weiter nahmen Teil. Der Rassismus soll spalten und der Protest muss auf der Straße ausgetragen werden. Unser Motto war Rebellion gegen Rassismus. Die Beiträge machten deutlich, dass es nicht um Nationalitäten geht, sondern dass alle Ausgebeuteten und Unterdrückten gemeinsam für einen befreite Gesellschaft kämpfen müssen.

München:

200 Demonstranten waren für die Demonstration „black lives matter“ in München, die anlässlich des Mordes an George Floyd durch Polizisten in den USA stattfand, angekündigt. Über 20 000 Menschen sollten erscheinen und sendeten ein starkes Zeichen der Solidarität, gegen jeglichen Rassismus, Faschismus und Antisemitismus. Die Kundgebung war geprägt von einer Vielzahl junger Demonstranten, die mehrheitlich in schwarzer Kleidung erschienen. Viele selbstgemalte Schilder zeigten die Solidarität und Anteilnahme an den Geschehnissen in den USA und nahmen klar Stellung gegen jede Form von Rassismus. In den Redebeiträgen wurde deutlich, dass Rassismus auch in Deutschland immer noch Alltag ist und wir auch hier die Augen nicht davor verschließen dürfen. Rassismus ist eine Methode die Menschen zu spalten und gegeneinander auszuspielen und aufzuhetzen.
Die MLPD beteiligte sich an der Demonstration mit Fahnen und der Losung „Hoch die internationale Solidarität“ was von den Umstehenden begrüßt wurde. In den Gesprächen mit den vielen Jugendlichen wurde ein Bedürfnis nach einer grundsätzlichen Lösung deutlich und das Interesse an MLPD und Rebell war vorhanden. Viele weitere Bewegungen solidarisierten sich mit der Black lives matter Demonstration und so verbrüderten sich wie selbstverständlich KurdInnen mit der Forderung „Freiheit für Rojava“ mit den Forderungen von „black lives matter“. Besonders eindrücklich war eine Schweigeminute bei der 20 000 Menschen auf die Knie gingen und 8:46 Minuten Stille auf dem weiten Rund einkehrte um an den Mord an George Floyd zu erinnern, stellvertretend für jede rassistische Gewalt.
Ein kleines Manko war die Einhaltung des Gesundheitsschutzes. Der Kundgebungsplatz wurde kurzfristig auf den Königsplatz verlegt, welcher der größte Kundgebungsplatz in München ist. Trotzdem war es schwierig bei der Masse an Leuten die Abstandsregeln einzuhalten. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes wurde allerdings von nahezu allen Demonstranten wie selbstverständlich eingehalten und so konnte diese Kundgebung insgesamt sehr geordnet durchgeführt werden.

Witten:

Wir haben eine Plakat mal Aktion gemacht in Solidarität mit George Floyd und Rebellion gegen Rassimus. Das stieß auf große Offenheit unter den Leuten. Morgen um 17:00uhr am Berliner Platz in Witten findet die Montagsdemo statt wo die Aktion weiter gemacht wird und wir mehr Leute erreichen können. Heute war es wetterbedingt nicht sehr belebt in der Stadt.

Samstag 06.06.2020

Gelsenkirchen:

Wir vom REBELL Gelsenkirchen organisierten am Samstag den 06.06. eine Kundgebung „Rebellion gegen Rassismus“ in GE-Buer. Anfänglich schikanierte die Polizei die Kundgebung, zum Beispiel mit der unverschämten Auflage das nur 15(!) Personen erlaubt seien (bei einem sehr großen Platz) und das man den ganzen Platz absperren müsse. Gegen diese Schikanen, gegen eine Kundgebung die sich auch gegen Polizeigewalt richtet, protestierten wir später am Mikrofon. Nach einigen Diskussionen konnten wir aber mehr Teilnehmer durchsetzen und einen Kompromiss zur Abgrenzung finden. Infektionsschutzmaßnahmen sind unbedingt weiterhin richtig, es waren auch Stehplätze auf dem Boden markiert und alle trugen Masken, das lief bei einigen größeren Demos heute nicht so gut. Die Kundgebung startete mit festen 35-40 Teilnehmern und etlichen die aus den Cafés, der Bahnhaltestelle und von Bänken zuhörten. Insgesamt 150 Leute blieben auch (manche kürzer, manche länger) stehen und hörten zu. Wir verteilten insgesamt über 300 REBELL-Flugblätter, viele unser örtlichen REBELL-Programme und luden zur Aufstellung der Lenin-Statue ein. Die meisten Leute waren sehr aufgeschlossen und interessiert, fast keiner hatte nichts von dem ganzen Thema mitbekommen, gerade von den Jugendlichen. Wir haben Kontakt zu einigen neuen Jugendlichen geknüpft, die von der Kundgebung aus Social-Media und der Zeitung erfahren haben. Die WAZ hatte nämlich unsere PM zu der Kundgebung heute noch abgedruckt, das mobilisierte auch noch mehrere ältere Menschen teilzunehmen. Es nahmen auch Kontakte und Freunde die wir bei der Nachbarschaftshilfe kennengelernt haben teil.
Viele der Rebellen hielten Redebeiträge, manche auch zum ersten Mal. Ansonsten sprach noch die MLPD, Jan Specht – Stadtverordneter von AUF, und spontan noch einige andere Kundgebungsteilnehmer*innen. Es gab Berichte von Polizeigewalt und rassistischer Polizeigewalt die auch in Deutschland passiert, aus Essen wurde über den Fall von Adel B. Berichtet und es gab auch persönliche Erfahrungsberichte. Wir riefen Parolen und knieten uns auch hin. Insgesamt werten wir die Kundgebung als Erfolg, auf den wir noch weiter aufbauen müssen! Wir können viel davon lernen, immerhin war es auch die erste Kundgebung die wir als REBELL selber organisiert und durchgeführt haben.
Wir bedanken uns bei den Genossen des REBELL Essen und des REBELL Bochum für ihre Teilnahme.
Hier gibt es den ganzen Bericht vom REBELL GE über ihren „Rebellischen Samstag“.

Göttingen:

Zu der vom BIPoC-Kollektiv (Zusammenschluss von Schwarzen und People of Color) aufgerufenen Demonstration unter dem Motto „BLACK LIVES MATTER – gegen Polizeigewalt und Rassismus“ kamen bis zu 2.600 Teilnehmer zum Gänseliesel und liefen spontan und unangemeldet einmal durch die Innenstadt von Göttingen. Die Kundgebung war von vielen emotionalen, wütenden und traurigen Rede- und Gesangsbeiträgen geprägt. Die Umstehenden hörten gespannt zu. Unseren Redebeitrag vom REBELL konnten wir leider nicht halten, da nur People of Color sprechen durften. Das muss man sicherlich noch diskutieren, dass der Kampf gegen Rassismus nur erfolgreich sein kann, wenn alle Unterdrückten auf Augenhöhe stehen. Die sich daran anschließende Demonstration war lebhaft und die Größte seit dem Streik- und Kampftag am 20. September. Auffällig waren die vielen jungen Teilnehmer mit selbstgebastelten Schildern.

Gera:

In Gera haben MLPD und Rebell am 6.06. gemeinsam eine Solidaritätsaktion vor dem Shopping Center Arcaden durchgeführt. Wir haben den Aufruf des Rebell vorgetragen und verteilt. Die Grußworte aus den USA wurden vorgetragen, kämpferische internationale Lieder gespielt und am Info-Tisch Schilder gemalt.

Rostock:

Rostock – Große Solidemo für die Proteste in den USA mit Differenzen
In Rostock fand am Samstag dem 6. Juni, eine Demo unter dem Motto „Nein zu Rassismus! Gemeinsam sind wir Stark!“ statt. Angemeldet wurde sie vom Migrantenrat MIGRO mit Unterstützung von Rostock Nazifrei. Knapp 700 Demonstranten – überwiegend Jugendliche – beteiligten sich, obwohl die festgeschriebene Höchstzahl durch die Corona Maßnahmen nur 150 beträgt. Die meisten Teilnehmer trugen Mundschutz, der Abstand zueinander konnte jedoch nur schlecht eingehalten werden. Die Polizei hielt sich trotzdem zurück. Vor Beginn der Demo verteilten wir den Flyer des REBELL, führten gute Gespräche über die Ursache und Lösung von Polizeigewalt und Rassismus und fanden neue Kontakte für den REBELL. In der Diskussion sprachen wir vor allem darauf an, dass Rassismus notwendig Teil des Kapitalismus ist um die Arbeiter zu spalten. In den USA tritt dies offen zu Tage – erst mit der Sklaverei, dann der Apartheid und heute mit dem System der massenhaften Inhaftierung („
mass incarceration”). Davon waren oder wurden die meisten überzeugt, bei den Konsequenzen daraus – dem Kampf für eine neue Gesellschaft – waren die Meinungen jedoch unterschiedlicher. Selbstverständlich traten wir mit einem Transparent des REBELL und einer MLPD Fahne auf. Nach dem ersten Redebeitrag kam allerdings die Anmerkung, dass Parteifahnen unerwünscht seien. „Begründet“ wurde das mit der Aussage „Viele Parteien sind gegen Rassismus, aber in den Parteien sind auch Rassisten.“ Wir akzeptierten dieses Argument nicht, da Kommunismus und Rassismus nicht vereinbar sind und somit sicher keine Rassisten in einer Kommunistischen Partei sind. Eine gute Initiative der Demo war eine Zeit des Schweigens von 8 Minuten und 46 Sekunden, der Zeit in der George Floyd fixiert wurde und um Luft rang. In den Redebeiträgen, welche nur von Migranten gehalten werden sollten, wurde vor allem der Rassismus in Deutschland thematisiert. Sowohl alltäglicher Rassismus in der Form von Vorurteilen, als auch struktureller Rassismus der vor allem in willkürlichen Polizeikontrollen zum Ausdruck kommt. Die zweite Kundgebung war vor einer Polizeiwache, eine Demo dazwischen wurde jedoch nicht genehmigt, weswegen alle eigenständig gehen mussten. Dort wurde die fehlende Aufklärung des faschistischen Netzwerks Nordkreuz thematisiert und den Menschen die in Polizeigewahrsam verstorben sind gedacht und auch dort Aufklärung gefordert. Es wurde also leider nicht über die Ursachen von Rassismus und Polizeigewalt und daraus folgenden Konsequenzen gesprochen. Das werden wir dafür bei der Montagsdemo am 8.6 um 18:00 auf dem Uniplatz dafür umso deutlicher machen.

Halle:

Internationalistisches Bündnis, MLPD und Rebell riefen in Halle zur Kundgebung „Solidarität mit den Massenprotesten in den USA“ auf. Zuvor fand eine Antifa-Kundgebung gegen die Kundgebung des Faschisten Liebich auf der anderen Seite des Marktplatzes statt. Viele antifaschistische Jugendliche zeigten Interesse an unserem offenen Mikrofon und kamen rüber, so dass wir bis zu 50 Teilnehmer waren. Sie erklärten sich solidarisch mit den Massenprotesten in den USA, gegen die rassistische Polizeiwillkür, und wir machten eine Schweigeminute für George Floyd. Die Kundgebung griff den Vorschlag einer Vertreterin des Internationalistischen Bündnisses auf, gemeinsam aktiv zu werden gegen Liebich und jeglichen Rassismus, für das Verbot aller faschistischen Organisationen. Über 30 unterschrieben die Unterschriftenliste des InterBündnisses dazu, und die Kundgebung stimmte ab, dass wir uns am kommende Samstag um 14 Uhr wieder treffen.

Dortmund:

4000 Teilnehmer bei Demonstration zur Solidarität mit George Floyd – gegen Rassismus
Morgens hatte der Rebell bereits beim Infostand gemeinsam mit der Aufbaugruppe der MLPD Huckarde Plakate gemalt und Werbung für die Demo gemacht. Vor allem junge Leute setzten heute ein eindrucksvolles und entschlossenes Zeichen auf dem Dortmunder Hansaplatz. Dieser wurde immer voller und voller. Beeindruckend war die Trauer, Wut und Entschlossenheit in der Schweigeminute, die die 8 Minuten und 46 Sekunden symbolisierten, in denen Floyd qualvoll erstickt wurde. Mit erhobener Faust und knieend reihten sich tausende Demonstranten ein. Viele Redner sprachen sich gegen Rassismus aus und berichteten von selbst erlebten rassistischen Angriffen in Dortmund. Ein Kollege aus Kamerun berichtete von willkürlichen rassistischen Kontrollen durch die Polizei. Den Zusammenhang zur aktuellen Weltwirtschafts- und Coronakrise stellte eine Rebellin in ihrem Redebeitrag dar. Dafür gab es großen Applaus – auch weil sie sich ganz klar gegen Rassismus, Faschismus, Antisemitismus und Antikommunismus aussprach. Die MLPD als letzte Rednerin überbrachte die Solidarität mit den aufstandsähnlichen Massenprotesten in den USA. „Rassismus ist eine Methode der herrschenden Ausbeuter die Ausgebeuteten zu spalten, weshalb es Rassismus und Polizeigewalt in allen kapitalistischen Ländern gibt.“ Die Positionen der MLPD, auch die Einschätzung der Tendenz zu einer gesamtgesellschaftlichen Krise, trafen auf Interesse. Der Rebell und die Rotfüchse traten gemeinsam mit der MLPD und Freunden vom Solikomitee Grup Yorum auf. Die antifaschistischen Aufkleber des Rebell waren heiß begehrt- diese wurden für über 37€ Spende verteilt.

Düsseldorf:

Mehr als 35.000 Menschen, überwiegend jugendliche Demonstranten protestierten heute in Düsseldorf gegen Rassismus – aus Solidarität mit den Protesten in USA, aber auch mit vielfachen Hinweisen auf rassistische Diskriminierung in Deutschland. Plakate erinnerten an hier ermorderte Schwarze. Auch ein Foto von Hilarius Hilges war zu sehen – das erste Opfer der Nazis 1933 in Düsseldorf, KPD-Mitglied. „Black lives matter“ war das Thema der Demonstration, das von Vielen auf selbstbeschrifteten Pappschildern aufgegriffen wurde – meist in englischer Sprache und so auch in USA lesbar. Offenbar hatte das Orga-Team sehr restriktive Bestimmungen als „Demo-Konsens“ beschlossen. Es wird noch spannend herauszufinden, wodurch diese zustande kamen. Es sollten keine Fahnen gezeigt werden. Das bekamen Düsseldorfer Rebellen und Rotfüchse zu hören, als sie stolz ihre REBELL-Fahne hielten. Doch auch ein paar wenige andere Organisationen machten sich erkennbar: ver.di, DIDF, das Internationalistische Bündnis. Es sollte ein Schweigemarsch sein. Doch diese Rechnung war ohne den Wirt gemacht. Soll mal jemand versuchen, einer solch grossen und schwungvollen Zahl von Jugendlichen zu verordnen, dass sie zum Beispiel nicht rufen dürfen „no justice no peace“! Unser gesamter Vorrat an Werbe-Flyern für die Enthüllung der Lenin-Statue wurde von einer Reihe Interessenten gerne angenommen. Das stieß auf Kritik von Ordnern, auch von einzelnen anderen Teilnehmern – weil der „Demo-Konsens“ solche Printerzeugnisse von Parteien nicht zulassen wollte. In sachlicher Auseinandersetzung wurde manche*r Kritiker*in nachdenklich, wenn wir die Frage stellten: Wie wollen wir denn weiter klären, was morgen werden soll, wohin wir wollen? Es ist schön, dass wir heute so viele waren, die die antifaschistische und antirassistische Überzeugung eint. Dennoch hilft es uns nicht, wenn wir die Komplexität der aufgeworfenen Fragen unserer Zeit unterschätzen. Wer will uns beibringen, wir kämen ohne (Partei-)Organisation, ohne gründliche Überlegung mit demokratischer Streitkultur und ohne tiefgehendere Publikationen unserem Ziel einer wirklich menschenwürdigen Gesellschaft näher? Die Jugendlichen aus Essen, die den Ankündigungs-Flyer zur Lenin-Statue kommentierten „Da wollten wir doch hingehen!“, sehen das offenbar anders. Übrigens: Die meisten trugen ihren Mund-Nase-Schutz; mit der Abstandsregel („in Zehner-Gruppen“) wurde es bei diesem schier endlosen Zug allerdings schwierig, zumindest am Beginn und Schluss hat der Platz dafür kaum gereicht.

Augsburg:

Über 3 000 Menschen, vor allem Jugendliche demonstrierten heute in Augsburg gegen den Rassismus. Am häufigsten wurde die Parole gerufen „No Justice- No Peace“. Neben dem stillen Gedenken an Georgy Floyd, gab es auch Sprechchöre für die Einheit aller Völker verschiedener Hautfarben. Auf zahlreichen Plakaten wurde der rassistische Mord durch die Poliz ei verurteilt. Die Parole Rebellion gegen Rassismus stieß auf viel Zustimmung, es gab aber auch viel Diskussionsbedarf über eine perspektivische Rebellion in und mit dem Rebell, die manche Teilnehmer durch weiteren Kontakt auch fortsetzen wollen.

Erfurt:

„Der einzige Fehler von George Floyd war, dass er schwarz ist“
Auf Initiative des Jugendverband REBELL versammelten sich heute in Erfurt 30 feste Teilnehmer zu einer kurzen und kraftvollen Solidaritätskundgebung anlässlich des rassistischen Mordes an George Floyd in den USA. Der Erfurter Anger wurde für die Zeit der Kundgebung in George-Floyd-Platz umbenannt. Jose Paca vom Ausländerbeirat der Stadt Erfurt sagte, dass der einzige Fehler, den George Floyd begangen hat, war, dass er schwarz ist. Ein Vertreter des Mauretanischen Kulturvereins berichtete von Rassismus in Afrika. Der Vertreter des REBELL rief dazu auf, überall gegen Rassismus zu rebellieren und für eine organisierte Rebellion im REBELL Mitglied zu werden. Tassilo Timm von der MLPD ging auf die Ursachen des Rassismus ein. Jede Idee trägt die Handschrift einer Klasse. Der Rassismus ist die Ideologie der Herrschenden, die ihn bewusst unter die Leute streuen, um ihren Kampf gegen das kapitalistische System zu zersplittern. Die Kundgebung erreichte mindestens 300 Menschen und wird sicher nicht die letzte gewesen sein.

Stuttgart

700 wurden erwartet, zig Tausende kamen!
Der Schlossgarten platzte aus allen Nähten. Abstandsregeln einzuhalten war unmöglich. Schon eine halbe Stunde vor Beginn strömten Massen von Jugendlichen Richtung Kundgebungsort. Überwiegend schwarz gekleidet, als Zeichen der Anteilnahme an den Mord von George Floyd. Eine junge Stuttgarterin hatte die Kundgebung angemeldet und vor allem über soziale Netzwerke wurde die Mobilisierung organisiert. Was ursprünglich als eine Veranstaltung des stillen Gedenkens geplant war, entwickelte sich zu einer lautstarken und lebendigen Demonstration gegen Rassismus. Viele brachten selbstgemachte Schilder mit, es wurden Parolen gerufen. Ein Trupp der MLPD mittendrin mit Fahne, Rebellflyern und Unterschriftenlisten für die Bewegung: „Gib Antikommunismus keine Chance!“. Die Veranstalter hatten, wohl selber überrascht von der riesigen Menschenmenge, nur Megaphone. Deshalb konnten leider nur wenige die Reden verfolgen. Die große Mehrheit der angesprochenen Jugendlichen sind von den aktuellen Ereignissen tief bewegt, kapitalismuskritisch und machen sich Gedanken über gesellschaftliche Alternativen. Wir führten viele anregende Auseinandersetzungen über die Ursachen von Rassismus und Faschismus, über die Möglichkeit einer sozialistischen Alternative und über die Notwendigkeit sich zu organisieren. Rassismus und Antikommunismus sind enge Geschwister. Trumps verabscheuungswürdige Reaktionen auf den Mord an George Floyd stempeln ihn nicht nur als lupenreinen Rassisten, sondern auch als einen faschistoiden Präsidenten, der alle was links ist, was die Menschheit an fortschrittlichen Gedankengut zu bieten hat, in die kriminelle Ecke stellen will. Der Kommunismus als reale Alternative zum völlig überlebtem Kapitalismus: schon der Gedanke daran soll ausgemerzt werden. Und nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Deutschland. Seehofers berühmt berüchtigte Aussage über die Migration als angebliche Mutter alle Probleme liegt auf der gleichen Wellenlänge wie Trumps Hasskommentare. Wir sammelten über 30 Unterschriften, viele zeigten Interesse am Rebell und gaben ihre Adresse. Ach ja, und dann gab es noch ein paar Ordner, die wollten uns tatsächlich in dieser riesigen Menschenmenge verbieten (natürlich erfolglos!) eine MLPD Fahne zu tragen. Das „wäre so vom Orgateam festgelegt.“ Während der Auseinandersetzung marschierte seelenruhig jemand mit einer Fahne der Piratenpartei vorbei, und auch andere Parteien zeigten mit ihrer Flagge für jeden sichtbar ihre Solidarität im Kampf gegen Rassismus. Es ist gut und eine Selbstverständlichkeit, wenn die Masse der Demonstranten sehen kann, welche Partei sich mit ihnen solidarisiert und welche nicht! Die große Mehrheit der Jugendlichen störte die MLPD Fahne in keinster Weise. Im Gegenteil: Unsere Weltanschauung traf auf großes Interesse.

Mannheim:

„Black Lives Matter“ – Mannheim
Unter diesem Motto kamen zwischen 6.000 und 8.000 überwiegend junge Menschen zusammen, um gegen den institutionellen Rassismus in den USA und weltweit zu demonstrieren. Der Schlosshof in Mannheim war so voll, wie wir es selten erlebt haben. Sehr viele junge Leute trugen – wie bei Fridays for Future“ – selbstbeschriftete Pappschilder. Die Redner/innen forderten die Teilnehmer immer wieder auf, ihre Schilder hoch zu heben; viele reckten auch immer wieder einen Arm kämpferisch in die Höhe. Auf den Schildern waren Texte zu lesen wie: „white silence = violence“ (weißes Schweigen = Gewalt) und „we all bleed the same colour“ (wir alle bluten die gleiche Farbe). Die Solidarität war immens – das kam am deutlichsten zum Ausdruck, als die 8,46 Schweigeminuten – liegend bzw. knieend – durchgeführt wurden: es war mucksmäuschenstill auf dem großen Platz. Dadurch konnte jede/r nachvollziehen, wie lange George Floyd, ohne atmen zu können, gelitten hat. Und immer wieder schallte der Satz „Black Lives Matter“ aus den tausenden Kehlen. Leider konnte man sehr schlecht die Redner/innen verstehen, da es weder eine Bühne noch eine gute Anlage gab, um den Platz richtig beschallen zu können; aber deutlich wurde, dass mehrere dunkelhäutige – in Mannheim geborene bzw. lebende – junge Menschen ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus darstellten. Die jungen Menschen vertreten die Generation, die von klein auf mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern, mit anderen Religionen oder anderer Hautfarbe zusammenleben. Ihnen ist dieser Rassismus einfach fremd. Ihre Wut über Trump und Co. ist echt und sie sind froh, dies zeigen zu können. Dieser Widerstand wird sicher noch lange lebendig bleiben, wenngleich – genauso wie bei FfF – eine klare organisatorische Führung fehlt. Neben ADHK, SDS und der Anatolischen Föderation war auch die MLPD mit Fahnen vertreten. Es konnten 2 Rote Fahnen verkauft sowie die aktuellen Buttons gegen Spende abgegeben werden, dadurch kamen 24,40 € zusammen.

Leverkusen:

Bewegende und wütende Solidaritätskundgebung gegen den Polizeiterror

Mit über 200 Teilnehmern erzielte die Kundgebung organisiert vom Bündnis „Lev ist bunt“ gegen den Polizeiterror gegen die Massen und den Mord an George Floyd große Sympathie und Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung in der City in Lev. Das Bedürfnis der Teilnehmer sich gegen Rassismus zu stellen, war groß. Eine junge schwarze Frau berichtete über diskriminierende und rassistische Erfahrungen in Leverkusen. Rassismus und faschistische Tendenzen gibt esü eben überall.

Mit Demokratie hatte aber der Moderator der Partei „Die Partei“ Kenneth Dietrich, nichts im Sinn. Er ließ es nicht zu, dass eine Vertreterin der MLPD ihren Redebeitrag halten konnte. Dem Argument, es sollen die Betroffenen zur Sprache kommen wurde von uns zugestimmt, aber dass es jetzt sehr wichtig ist, dass Deutsche und Weiße und Schwarze solidarisch sein müssen, machte ihn sprachlos und wütend. Von der geplanten 1-stündigen Kundgebung waren 30 min vergangen. Ein offenes Mikro wäre durchaus möglich gewesen. Offensichtlich gibt es im Bündnis „Lev ist bunt“ selbst Widersprüche. So forderte ein Mitglied vom Bündnis auf der Kundgebung, auch andere Kundgebungsteilnehmer sprechen zu lassen. Kenneth Dietrich ließ das nicht zu. Wir ließen nicht locker in der Diskussion um unser Rederecht. Auf einmal sagte er… wir würden ja eh immer was anderes sagen als gewollt…“ Recht hat er. Wir wollten nämlich u.a. über die landesweiten Massenproteste und deren Bedeutung in den USA reden, wir wollten uns gegen den antikommunistischen Wahn von Trump die „Antifa als Terrororganisation“ zu erklären äußern, wir wollten auf die Notwendigkeit einer gesellschaftsverändernden Perspektive eingehen, wir wollten auf die Notwendigkeit einer kämpferischen Einheitsfront eingehen. Diese Diskussion um den Aufbau der Einheitsfront ist zwingend notwendig, denn es gibt auch Forderungen nach einem „Antirassismusbüro“ in Lev. Ja, sicher… aber was würde sie denn machen gegen die rassistische Hetze von Beisicht, Poggenburg usw.gegen den Moschenbau in Lev. Denn der OB Richrath hat diese rassistische hetzerische Kundgebung am 25.5. Von Beisicht am Bahnhof zugelassen. Wie ernst ist es dem OB sich auf der heutigen Kundgebung gegen Rassismus zu äußern, aber in seiner Politik dem faschistoiden Bündnis „Aufbruch“ Raum am Bahnhof zur Verbreitung ihrer Hetze zu geben, während das Antifa-Bündnis hunderte Meter weiter protestieren durfte? Kenneth Dietrichs Wut gipfelte darin, indem er die ROTE FAHNE aufforderte, den Artikel vom 19.12.2019 zurück zu ziehen. Dann dürften wir wieder reden. Weder das eine noch das andere. Wir werden uns unser Rederecht natürlich immer wieder erkämpfen. Sehr bewegend waren die Schweigeminuten, knieend. Das Transparent „Gib Antkommunismus Faschismus, Rassismus, Antisemitismus keine Chance“ gab der Kundgebung einen gebührenden Rahmen.

Berlin:

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bringt am Samstag Menschen in ganz Deutschland auf die Straße. Schweigend und in schwarz gekleidet wollen sie gegen Rassismus protestieren – am Berliner Alexanderplatz folgten offenbar Tausende dem Aufruf. So die Presse! Als ich und andere Genossen und Vertreter von Solidarität International zum Alex kamen, war der ganze Platz und ringsherum in allen umliegenden Straßen voller, meist junger Menschen, fast alle schwarz gekleidet mit vielen handgemalten Schildern. Wir schätzten zu diesem Zeitpunkt etwa 30 – 50000 Leute.

Tags: , , , ,


About the Author



Comments are closed.

Back to Top ↑