Published on Mai 14th, 2020 | by K

0

Offener Brief an Armin Laschet

Wir dokumentieren Auszüge aus einem Offenen Brief „Über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Ausbildung und welche Sofortmaßnahmen jetzt notwendig sind“, den Azubis aus dem Bereich Mediengestaltung, Büromanagement, Druck am 9. April an Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrheinwestfalen geschrieben haben:

Wir begrüßen, dass die (Landes-)Regierung einige notwendige Maßnahmen zum Schutz der Leute getroffen hat und trifft, aber gleichzeitig protestieren wir entschieden gegen die Notstandsmaßnahmen, die getroffen wurden.

Wir solidarisieren uns mit allen Auszubildenden, die entlassen wurden, und fordern die Rücknahme der Kündigungen, Sicherung der Ausbildungsplätze und unbürokratische Soforthilfe für kleine und mittelständische Unternehmen.

Zwar ist es in dieser Situation richtig, die Schulen zu schließen, jedoch bedarf es auch eines klaren Plans, wie der Unterricht trotzdem weiter organisiert wird, anstatt diese Verantwortung auf die Rücken der Lehrer, Betriebe und Azubis abzuladen.

Gerade durch die breite Verknüpfung über Internet ist es möglich, den Unterricht trotzdem weiterzuführen. In diesem Bezug muss auch der weitere Ausbau des Internet im ländlichen Raum vorangetrieben werden. Denn umso länger das herausgezögert wird, umso mehr wird sich der Stoff stauen und letztendlich unter den Tisch fallen. Und das, obwohl es durch die katastrophalen Bedingungen an den Schulen, wie z.B. Lehrermangel, sowieso ständig zu Ausfällen kommt. Wie es weitergeht, muss zentral organisiert und die Schulen mit den benötigten Mitteln ausgestattet werden.

  • Einheitliche Ausrichtung der Schulen, wie der Unterricht weitergeführt werden soll!

  • Insbesondere die Prüfungsvorbereitung muss in vollem Umfang und ohne Qualitätsabstriche gewährleistet werden!

  • Das Land muss die Verantwortung dafür übernehmen, dass alle SchülerInnen Zugriff auf die neuen Lernmittel und -methoden haben.

Der öffentliche Personennahverkehr wurde von den verschiedenen Gesellschaften sehr zurückgefahren. Daher sitzen und stehen in manchen Linien jetzt alle noch enger beisammen als sonst, und den Sicherheitsabstand kann man nicht einhalten. Und dies ist nicht nur in den Bussen und Bahnen so, sondern auch in den Betrieben, vor allem in den Großbetrieben, wo Hunderte Arbeiter dichtgedrängt arbeiten müssen!

Die vielen Milliarden Hilfen des Staates müssen auch den Arbeitern, Angestellten und Selbstständigen zugute kommen, anstatt nur den Profit der Konzerne zu sichern. Gleichzeitig muss die Hilfe für Klein- und Mittelbetriebe und Selbstständige wirklich ankommen, anstatt ihnen bürokratische Hürden in den Weg zu stellen.

  • Taktzeiten der ÖPNV erhöhen bzw. normalisieren, vor allem zu Stoßzeiten!

  • Sofortige Schließung aller momentan nicht gesellschaftsnotwendigen Betriebe, Herunterfahren der Produktion und Kurzarbeit bei 100% Lohnfortzahlung auf Kosten des Profits!

  • Kein Azubi darf seine Stelle verlieren! Fachkräfte werden auch morgen noch benötigt!

Deswegen fordern wir von den verantwortlichen Stellen in der Politik, sofort zu handeln, und rufen alle Auszubildenden in den verschiedenen Fachbereichen auf, unseren Protest zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Cheng-Wei Luong

i.A für die Auszubildenden der Mediengruppe Neuer Weg

 

Der ganze Brief ist hier zu lesen

Foto: KASonline, https://www.flickr.com/photos/kasonline/7886328118

 


About the Author



Comments are closed.

Back to Top ↑