Published on Mai 14th, 2020 | by Magazin

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Für Gesundheitsschutz, Bildung, Zukunftsperspektive!

1. Am 17. März 2020 wurden wegen der Corona-Pandemie bundesweit Schulen und Kitas geschlossen. Das war notwendig! Die entscheidende Frage ist nicht „Für oder gegen Schulöffnung?“, sondern „Wie und in wessen Interesse?“ Seit Ende April wurde eingeschränkter Unterricht wieder aufgenommen. Das hat meist erstaunlich gut geklappt, weil sich die Schüler und Lehrer insgesamt zuverlässig und ideenreich an die Gesundheitsregeln halten. Im Gegensatz zur Regierung! Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene stellt klar: „Öffnung von Kitas und Schulen, wo Testungen und Maskenschutz gewährleistet sind“. Die Regierung verfährt gerade andersherum. Öffnung von Schulen und Kitas, Masken nur, wenn vorhanden, Massentest sind für Schulen und Kitas überhaupt nicht vorgesehen. Allein in NRW mussten bereits sieben Schulen wegen Coronafällen in Familien von Schülern wieder schließen. Mit dieser Methode von Versuch und Irrtum wird eine gefährliche zweite Infektionswelle riskiert!

2. Gegen Schulpolitik im Profitinteresse

Berechtigt wollen viele wieder in die Schule zu ihren Freunden, weil gemeinsames Lernen besser ist und weil die Familien mit home-office, home-schooling, … an den Rand ihrer Belastbarkeit kommen. Alle bürgerlichen Politiker betonten gerade, dass sie mit den Schulöffnungen die sozialen Folgeschäden abmildern wollen. Wird hier verantwortungsbewusst abgewogen zwischen Gesundheitsschutz, Bildung und sozialen Folgen der Schulschließung? Von wegen! Die eigentlichen „Sorgen“ der bürgerlichen Politiker sind, zum einen, dass die Widersprüche zum Umgang mit der Schulbildung, Kitaöffnungen, Lehrstellenabbau zunehmend in Proteste übergehen. Und zum anderen, dass die Eltern der Kinder möglichst schnell wieder den großen Konzernen für die Arbeit zur Verfügung stehen. Das Innenministerium formulierte das bereits Mitte März so: „Mit Blick auf die wirtschaftlichen Konsequenzen … erscheint dringend geboten … die Kindergärten und Schulen wieder in den Normalbetrieb zu überführen“.

Die Schulschließungen haben dramatische Folgen: Manchen Kindern fehlt mit dem Schulessen die einzig warme Mahlzeit am Tag, Tafeln schlossen, Schulsozialarbeit fällt weg, Bildungsbenachteiligung schlägt noch stärker durch, die Zerreißprobe für alleinerziehende Berufstätige verschärft sich und vieles mehr. Aber all diese Mißstände waren vorher bekannt. Mit Beginn der Schulschließungen schlugen Kinderschutzorganisationen Alarm. Aber diese Kritik wurde mehr und mehr aus den Medien verbannt und nichts passierte – unter der Verantwortung oder zumindest Duldung der gleichen Politiker, die jetzt über „Kindeswohl“ reden! Lassen wir ihnen diese heuchlerische Begründung nicht durchgehen!

3. Zurück zur „Normalität“? Wir wollen mehr!

Wir sehnen uns alle nach Freunden und einem geregelten Schulalltag. Aber sollen wir deshalb auf ein schrittweises zurück zur „Normalität“ hoffen? Normalität in einem der reichsten Länder der Welt war vor Corona: Lehrermangel, zu große Klassen, Bildungsungerechtigkeit, kaputte oder unhygienische Sanitäranlagen, Zuzahlung zu Lehrmitteln! Dahin wollen wir nicht zurück, wir wollen mehr! Schon vor der Corona-Krise wuchs die Zahl von Jugendlichen ohne Schul-/ Ausbildungsabschluss stetig, war jedes 5. Kind in Deutschland vor Armut betroffen. Die 600 Millionen Euro vom Bildungsministerium gehen ausschließlich in die Digitalisierung, was auch zur Subventionierung der Wirtschaft dient – von kostenlosem Schulessen, Fördergruppen, Gesundheitsvorsorge kein Wort! Machen wir unsere eigene Rechnung mit dem kapitalistischen Bildungssystem auf – kleinere Klassen, mehr Lehrer, kostenloses Bildungssystem von der Kita bis zur Hochschule! Für die Zukunft der Jugend!

4. Für eine schrittweise Schulöffnung UND konsequenten Gesundheitsschutz!

2020 kann es keinen Unterricht, wie er bis März stattfand geben, stattdessen:

• Der Gesundheitsschutz steht an erster Stelle. Dazu gehört regelmäßige Hygieneerziehung, sorgfältige Hygiene in allen Klassen, Fluren, Sanitäranlagen, kostenlose Masken für alle und natürlich Tests, Tests, Tests! Schüler und Lehrer testen vor Wiederaufnahme des Schul- und Kita-Betriebes.

• Pädagogische und räumliche Möglichkeiten vorrangig auf den Bedarf von Kindern und Eltern konzentrieren: besonderer Förderbedarf, fehlende räumliche/ technische Möglichkeiten für home-schooling, Eltern im home-office.

• Kleine beständige Lerngruppen von max. 10 Schülern. Rollierende Gruppen können sinnvoll sein. Die Lehrer müssen Zeit haben, zusätzliche Hausaufaufgaben und online-Unterricht anzuleiten, persönlichen Kontakt zu Kindern und Eltern zu halten.

• Lehrer aus Risikogruppen schonen – dafür mehr Personal und weitere geeignete Kräfte einstellen wie Lehramtsstudierende. Wieso kann eine Behörde hunderte Beamte mobilisieren zur Bearbeitung von Anträgen, aber für die Kinder fehlt es hinten und vorne an Personal?

• Teil-Öffnung von Mensen und Ganztagsangeboten, wo es im Interesse der Kinder und Eltern notwendig ist.

• Der Neuanfang muss gründlich vorbereitet werden. Davon kann im Moment keine Rede sein.

• Erhöhung des ALG II -Satzes und Kindergeldes für Essen und Bildung.

Die Fürsorge für unsere Kinder ist Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Deshalb kann es keine schulische Förderung und Gesundheitsschutz unserer Kinder geben ohne eine schrittweise, mit konsequentem Gesundheitsschutz verbundene und den Bedürfnissen angepasste Öffnung der Schulen. Zur Finanzierung müssen die Monopole zur Kasse gebeten werden: vollständige Auszahlung bzw. Erhöhung der Gewerbesteuern an die Kommunen! Das kann nur gegen das Krisenmanagement der Regierung durchgesetzt werden, das hier – ganz im Gegensatz zu ihren vollmundigen Behauptungen – eine weitere Katastrophe riskiert.

5. Statt kapitalistischem Krisenchaos: Zukunft der Jugend im echten Sozialismus!

Hunger, überforderte Gesundheitssysteme, Millionen Arbeitslose, wachsende Kriegsgefahr, Flüchtlingselend – Corona verschärft weltweit die Krisen. Die Bundesregierung in Deutschland tut so, als hätte sie alles im Griff. In Wirklichkeit hat auch sie völlig versagt: Es fehlt an Pflegekräften, Schutzausrüstung, Tests und Masken – obwohl Pandemieszenarien bekannt waren. Merkel spricht von Solidarität, handelt aber einzig im Interesse der größten Konzerne! ‚Solidarisch‘ erhalten sie den Großteil der staatlichen Milliarden, während die Arbeiter den Gesundheitsschutz selbst erkämpfen müssen. Einkaufen, Arbeiten, Bahnfahren – alles mit Maske erlaubt. Aber demonstrieren soll am besten keiner? Zurecht wächst der Protest gegen solche politischen Notstandsmaßnahmen.

Innerhalb von einer Woche meldeten sich 40.000 als Erntehelfer, Millionen leisten Nachbarschaftshilfe. Von wegen der Mensch ist egoistisch. Was wäre erst in einer Gesellschaft möglich, in der nicht der Profit im Mittelpunkt steht? MLPD und REBELL kämpfen für den echten Sozialismus, bei dem die Einheit von Mensch und Natur im Mittelpunkt steht! Überall kursieren Schauermärchen über den Sozialismus. Sie sind so seriös wie die Tipps von Donald Trump gegen Corona. Du würdest kein Desinfektionsmittel trinken? Dann glaub auch nicht den Antikommunisten. Informier dich beim Original! Bei uns gilt Zusammenhalt von jung und alt, Rebellion für die Zukunft der Jugend, aktive Kleinarbeit, Freizeit und Ausbildung. Mach mit!

Was sind deine und eure Forderungen?

Hier gibt es das Forderungsprogramm als pdf

 

(Grafik: MLPD / Jugendverband REBELL)

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