Published on April 18th, 2020 | by K

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Kurzarbeit für Azubis? Nicht mit uns!

Millionen Kolleginnen und Kollegen sind aktuell in Kurzarbeit. Für Azubis darf erst nach 6 Wochen der Freistellung Kurzarbeit beantragt werden. Aus gutem Grund. Wie soll man von 60% der Ausbildungsvergütung leben?

Allen ernstes fordert der Arbeitgeberverband der Industrie- und Handwerkskammern jetzt aber„die Regelungen zum Kurzarbeitergeld, in der Corona-Krise schnellstmöglich auf Lehrlinge auszuweiten.“ Die passenden Drohung liefert er gleich mit: „Andernfalls sähen sich Betriebe in der Krise gezwungen, ihren Auszubildenden zu kündigen.“1

Der Jugendverband REBELL und viele kämpferische Azubis in den Betrieben antworten darauf mit einem klaren Protest und werden den Widerstand dagegen organisieren!

Zum Thema Kurzarbeit stellen wir klar: hier geht es nicht um Sicherung der Arbeitsplätze sondern um ein Subventionsprogramm für die Konzerne. Der DGB rechnet vor, dass bei Produktionsschließungen aus Gesundheitsschutz der Arbeitgeber zu 100% Lohnfortzahlung verpflichtet ist. Die Flucht in die Kurzarbeit wälzt diese Kosten auf die Gesellschaft ab und hinterlässt die Kolleginnen und Kollegen mit den finanziellen Einbußen. Das jetzt auch noch auf die Azubis auszuweiten ist eine Unverschämtheit. Ein eigenständiges Leben zu finanzieren ist schon mit 100% Ausbildungsvergütung ein Kraftakt. Kurzarbeitergeld würde bedeuten, dass Azubis im Bundesdurchschnitt noch auf 528,60€ im Monat kommen würden, das liegt unter der Armutsgrenze! Der Arbeitgeberverband träumt wahrscheinlich davon, dass die Azubis künftig noch selbst Geld mitbringen um gnädiger Weise ausgebildet zu werden. Nicht mit uns!

Die Arbeiterjugend bekommt heute schon als erstes die Krisenlasten ab. Tausenden Leiharbeiter werden als erstes entlassen, Befristete nicht verlängert.

Lasst uns dazu den 1. Mai als Kampftag begehen und gemeinsam mit jung und alt unsere Forderung aufstellen:

1) Keine Kurzarbeit für Azubis! 100 % Bezahlung der Ausbildungsvergütung. Unbürokratische finanzielle Hilfe vom Staat für kleine Betriebe. Keine Subventionen für die großen Konzerne!

2) Organisierung der Ausbildung mit besonderen Anstrengungen und unter entsprechenden Schutzmaßnahmen

3) Unbefristete Übernahme entsprechend der Ausbildung und Festanstellung der Leiharbeiter.

4) Verkürzung der Arbeitszeit auf 30h pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Das schafft Arbeitsplätze oder verhindert ihre Vernichtung effektiv!

1Märkischer Arbeitergeberverband vom 26.3.20

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