Published on April 17th, 2020 | by K

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Wie ist die Lage in Rojava während der Corona-Pandemie?

Die Krisenhaftigkeit des Imperialismus betrifft die ganze Welt. Monopole und Regierungen nutzen die Corona-Gesundheitskrise aus. Sie wälzen die Krisenlasten auf den Rücken der Arbeiter und Massen ab. Im Libanon, Irak und Iran nutzen die Regierungen Corona auch, Massenkämpfe zu stoppen. Hunderttausende Menschen waren gegen ihre Regierungen und ihre Politik 2019 auf die Straße gegangen. Im Libanon waren z.B. Tag und Nacht Demonstrationen. Im Iran entwickelten sich Arbeiterkämpfe. Dort wurde tausende auf der Straße durch das faschistische Regime getötet oder festgenommen. Durch die aktuellen Ausgangssperren wurden die Proteste in der Form erst mal gestoppt. Die Leute sind jetzt aber auch wütend, dass die Regierung wie im Iran Lügen über die Ausbreitung von Corona verbreitet. Die Versorgung der Menschen ist schlecht. Die Wut ist also nicht gestoppt. Der Protest geht auch in anderer Form weiter: Im Libanon gibt es z.B. Balkondemos gegen Korruption.

In Rojava/Nordsyrien wurde in einer Revolution gestützt auf Selbstverteidigungseinheiten ein demokratischer Aufbau begonnen. Es muss sich immer wieder gegen imperialistische Angriffe, zuletzt der Türkei und faschistische Truppen wehren. Gegen Corona hat die Selbstverwaltung Schutzmaßnahmen durchgesetzt. Rojava liegt neben dem stark betroffenem Iran und war das erste Land, dass sofort seine Grenzen geschlossen hat. Die Selbstverwaltung hat eine komplette Ausgangssperre bis 5. Mai verhängt. Nicht nur Schulen sondern alle Betriebe sind geschlossen. Die einzigen, die arbeiten, sind Sicherheitsleute der Selbstverwaltung. Anders z.B. als in Deutschland bekommt jeder Arbeiter seinen Lohn weiter. Das gilt nicht für private Ladenbesitzer. Die Ausgangssperren sind sehr rigoros. So darf man nicht mal zum Spazieren nach draußen. Die Selbstverwaltung begründet das auch damit, dass durch den Krieg und das zerstörte Land eine Gesundheitsversorgung für die Massen schwierig ist. Erst kürzlich hat die Türkei z.B. das Wasser für die kurdisch-arabische Region und die Großstadt Hasake abgeschnitten. Darunter ist auch ein Krankenhaus, dass Quarantäne-Patienten behandelt. Dagegen haben sich viele, vor allem auch die Frauenbewegung und internationale Solidarität positioniert. Die Selbstverwaltung desinfiziert die Städte regelmäßig. Das gilt auch für die riesigen Flüchtlingslager in Rojava, statt sie schutzlos auszuliefern. Reisen zwischen den Städten sind nicht möglich. Die Bevölkerung ist sehr solidarisch, Ärzte und Pfleger sind sofort bereit gewesen. In Rojava selbst ist noch kein Corona-Fall bekannt. Massentests werden zugleich nicht gemacht, weil die Mittel fehlen. Die Selbstverwaltung hat die Menschen aber viel besser informiert als in Deutschland. Ausgangssperren und Ladenöffnungszeiten wurden früh bekannt gemacht, damit sich die Leute drauf einstellen können. Gestützt auf die Massen wurde organisiert, dass Familien nach Hause fahren können. Es gab aber auch einige Ladenbesitzer die die Situation ausgenutzt haben und die Preise für Lebensmittel verdoppelt haben. Darauf hat die Selbstverwaltung schnell reagiert und eine komplette Kontrolle in den Städten eingeführt. Die Jugend- Frauen- und andere revolutionäre Organisationen in Rojava nutzen die Zeit für Bildung.

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