Published on März 23rd, 2020 | by K

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Es stimmt einfach nicht, dass sich „die Jugend“ egoistisch verhält!

Bochum (Korrespondenz) Die Corona-Pandemie hält aktuell die ganze Welt in Atem. Gerade ältere und kranke Leute müssen vor dem Virus geschützt werden. Wir Rebellen und Rotfüchse aus Bochum verteilten deshalb Zettel in der Nachbarschaft, mit denen wir unsere tatkräftige Unterstützung angeboten haben.

Dazu mussten wir erstmal untereinander diskutieren: Ist das nicht alles etwas übertrieben? Wir klärten, was den Virus so gefährlich macht: Er ist hoch ansteckend und wird über die Luft oder Berührungen übertragen. Bisher gibt es keinen Impfstoff und keine Medikamente. Jeder kann daran erkranken und den Virus übertragen. Die Erkrankung kann harmlos und mit wenig Symptomen verlaufen. Gerade bei älteren Menschen oder bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem kann sie aber lebensbedrohliche Lungenentzündungen hervorrufen.

Es ist richtig, dass Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen werden. Bundeskanzlerin Merkel sagt, alle müssten zusammen gegen den Virus kämpfen. Ein älteres Mädchen bei uns sagt dazu: „Schön und gut, aber Merkel geht es v.a. darum, die Wirtschaft zu schützen“. Ihre eigene Mama arbeitet im Stahlwerk und muss weiter arbeiten gehen, während die Büroangestellten ins Home-Office geschickt werden.

Wer jetzt gerade den Fernseher anschaltet oder auf Instagram aktiv ist, der könnte meinen, dass sich die Jugend in Deutschland völlig egoistisch und verantwortungslos verhält. Bilder von „Corona-Parties“ werden überall verbreitet. Natürlich kritisieren wir das und haben auch selbst diskutiert, wie wir uns selbst und andere schützen. Dazu gehört Abstand voneinander zu halten und sich öfter gründlich die Hände zu waschen.

Aber wo bleibt der Shitstorm gegen die Unternehmer, die die Arbeiterinnen und Arbeiter einfach ungeschützt weiter arbeiten lassen? Wir erinnern uns, dass wir vor ein paar Monaten das Ford-Werk in Köln besucht haben. Hunderte arbeiten in den Hallen auf engem Raum. Hier liegt die größte Gefahr für Ansteckungen.

Der „gemeinsame Kampf gegen Corona“ geht eben nur so weit, wie die Profite der Unternehmen nicht darunter leiden. Da kommt es gerade recht, wenn jetzt jeder zu Hause auf der Couch chillt und nur noch Netflix guckt. Da machen wir nicht mit! Wir werden in den nächsten Tagen uns gegenseitig und den Nachbarn in dieser besonderen Situation helfen.


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