Published on Februar 24th, 2020 | by E

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Lehren für heute: 100 Jahre Rote Ruhrarmee

Am Wochenende des 14./15. März 2020 wird es in ganz Deutschland von MLPD, REBELL, Internationalistischem Bündnis und Kumpel für AUF vielfältige Aktivitäten zum hundertsten Jubiläum der Roten Ruhr Armee und der Märzkämpfe geben. Der REBELL wird dazu mit einer Revue beitragen, die am 14. März in Gelsenkirchen uraufgeführt wird.

Aber wer oder was war eigentlich die Rote Ruhrarmee? Im Geschichtsunterricht in der Schule ist in den Jahren zwischen dem ersten Weltkrieg und dem Faschismus, bis auf die Gründung der Weimarer Republik nicht viel passiert. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Bereits 1920, 14 Jahre vor der Errichtung des Hitlerfaschismus, putschte ein besonders reaktionärer Teil der herrschenden Klasse, gegen die sozialdemokratische Regierung, um eine faschistische Militärdiktatur zu erichten. Der Kapp-Putsch, von dem Bankier Kapp und General Lüttwitz angeführt, war die Reaktion auf eine revolutionäre Gärung im Land.

Die SPD Regierung floh ohne Widerstandzu leisten. Zuvor hatten sie, auf Druck der kämpferischen Arbeiter und der KPD, gemeinsam mit USPD und Gewerkschaften zum Generalstreik naufgerufen. Über 12 Millionen Arbeiter legten zum ersten und bisher einzigen Mal das ganze Land lahm. In Thüringen oder dem Ruhrgebiet, wo die revolutionäre KPD stark war, griffen Hunderttausend Arbeiter zu den Waffen. Die Kämpfer im Ruhrgebiet waren zum Großteil Bergarbeiter und Stahlarbeiter. Die Rote Ruhrarmee war geboren. Mitglieder der KPD, SPD, USPD, Christen und Gewerkschafter waren in einer Einheitsfront
vereint. In nur fünf Tagen schlug sie die Faschisten erfolgreich zurück und Kapp musste fliehen. Die entscheidende Bedingung dafür, dass das so schnell ging, war eine jahrelange intensive Bewusstseinsbildung.

Die rechte SPD-Führung führte die Arbeiter danach in einen Hinterhalt, um ihre Macht zu erhalten. Sie brachte die Arbeiter dazu, die Waffen niederzulegen, wodurch den faschistischen Freicorps freie Hand für das Massaker an 2.000 Ruhrkämpfern gewährt wurde. Es ist kein Wunder, dass diese Ereignisse aus den Geschichtsbüchern gestrichen wurden: Die Rote Ruhrarmee lehrt uns den erfolgreichen antifaschistischen Kampf. Sie zeigt, der Faschismus ist nicht gesetzmäßig, sondern kann mit geeinter Kraft der mArbeiterklasse verhindert werden. Doch damals wie heute, haben die Herrschenden versucht die Bewegung zu spalten. Da hieß es z.B. von den SPD Führern: „Geh´ nicht zum Treffen, da ist die KPD“ oder „Wenn du mit den Kommunisten zusammenarbeitest,  fliegst du raus“. Kommt einem bekannt vor.

Dieser Antikommunismus ist Gift und ebnet den Faschisten den Weg, denn sie können nur über eine gespaltene Arbeiterklasse herrschen. Entgegen allen Versuchen, ließ sich die Rote Ruhrarmee aber nicht spalten.

Der REBELL hat sich mit der MLPD zur Aufgabe gemacht, diese Lehren zu würdigen und mit einer Revue aus Theater, Musik und Artistik lebendig rüberzubringen. Wir haben bereits erfolgreich mit den Proben begonnen, freuen uns aber über jeden der noch mitmachen und unterstützen will. Am 15.  März wird es nach einem kulturvollen Vormittag eine Podiumsdiskusion zum Thema geben. Wenn du also Teil des aktiven Kampfs gegen die faschistische Tendenz werden willst und dich an der Schaffung einer Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg beteiligen willst, mach mit im REBELL und komm zur Revue!

 

Artikel (S.8) aus dem aktuellen REBELL Magazin 01/2020: Faschistische Tendenz – Was tun?, Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen

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