Published on März 28th, 2019 | by E

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Netflix & co – Trügerische Programmfreiheit als Geißel des Monopolkapitals

Der Medienkonsum der Menschen verändert sich im Laufe der Zeit und ist in einem stetigen Wandel. Im Bereich der Unterhaltung war die Erfindung des Films ein Meilenstein in der Entwicklung – zuerst in Lichtspielhäusern und dann im Fernsehen. Heute konsumieren insbesondere junge Menschen Filme und Serien hauptsächlich über das Internet. Plattformen wie Netflix, Amazon Video oder YouTube haben immer mehr Zulauf. Es wird suggeriert, dass sich jeder Mensch sein Programm selbst zusammenstellen kann. Sind wir also frei, dass zu sehen was wir wollen?

Wer steckt hinter den großen Streaminganbietern?

Die großen Streamingdienste sind allesamt international agierende Medienkonzerne und eng verknüpft mit anderen Monopolen und Großbanken. In nahezu jedem Land auf der Erde sind Streamingdienste erreichbar. Netflix und Co haben sich zu einflussreichen bürgerlichen Massenmedien entwickelt. In den USA konsumieren mehr Menschen Netflix als jeden anderen TV-Sender.

In dem Unterhaltungssegment der Filme und Serien gehören Amazon und Netflix zu den weltmarktbeherrschenden Medienkonzernen. Sie verbreiten wesentliche Inhalte der kleinbürgerlichen Denkweise in fast alle Länder der Erde. Netflix ist beispielsweise in jedem Land, außer China, Nordkorea und Syrien, verfügbar.

Serien, die süchtig machen – Serien, die vom Kampf abhalten

Die Methode ist dabei nicht mit Nachrichten oder Talkshows die Denkweise der Massen zu beeinflussen, sondern auf subtilerer Ebene mit hochwertig produzierten Filmen und Serien Einfluss zu nehmen. Sei es die Hochglanz Anwaltsserie, der düstere Krimi oder die abgedrehte Comedy-Serie. Ziel ist eine möglichst süchtigmachende Serie zu entwickeln, die die Menschen von ihrem Alltag ablenken. Zu oft sind dort nicht die Massen im Mittelpunkt und die treibende Kraft der Geschichte, sondern Protagonisten aus dem Bürgertum oder abgehalfterte Einzelgänger. Auch wenn gesellschaftliche Probleme, wie Abschiebungen, Gewalt gegen Frauen oder Verstrickungen von Politik mit der Wirtschaft angesprochen werden, dringt diese Kritik niemals an den Kern vor. Das herrschende System bleibt unangetastet.

Es bleibt eine Illusion sich frei sein Programm zusammenzustellen, denn hinter dem ach so facettenreichen Angebot, stecken immer die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Medienmonopole. Ein übermäßiger Konsum dieser Angebote ist objektiv eine Flucht vor der Realität, statt der drängenden Notwendigkeit die Realität zu verändern.

In dem Buch „Morgenröte der internationalistischen sozialistischen Revolution“ wird die Meinungsmanipulation der bürgerlichen Massenmedien folgendermaßen qualifiziert: „Die Manipulation der öffentlichen Meinung soll nicht nur die Alleinherrschaft des internationalen Finanzkapitals verschleiern, sondern auch den Massen ein Gefühl der Informiertheit vermitteln und die beruhigende Gewissheit, sie hätten ja alle demokratischen Möglichkeiten, sich eigene Gedanken zu machen.“ (S.299)

Deswegen sollte man bewusst konsumieren, hinterfragen was einem in einer Serie vermittelt wird oder auch mal kritisch in der REBELL Gruppe darüber diskutieren.

//aus dem aktuellen REBELL Magazin 1/2019: „Für die Befreiung der Frau im echten Sozialismus!“,Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen//

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