Published on März 13th, 2019 | by K

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Fridays for Future: Heraus zum internationalen Aktionstag!

Weltweite Jugendbewegung – Glückwunsch zum Aufbruch!
Seit mehreren Monaten gehen Schüler*innen, Studierende, Azubis und solidarische Erwachsene weltweit auf die Straße. Am 15. März wird die Schule in über 50 Ländern boykottiert – allein in Deutschland in über 150 Orten. Das ist eine weltweite Jugendbewegung, wie wir sie noch nie gesehen haben.
Trotz Einschüchterungen und Repressionen durch die Regierung und „Hatern“ im Netz formiert sich die Bewegung weiter. Wir Jugendlichen haben ein richtiges Selbstbewusstsein entwickelt. Darauf können wir stolz sein und dafür möchten wir uns alle beglückwünschen!
Während viele uns Schüler*innen „schwänzen“ vorwerfen und das Urteilsvermögen absprechen, so wie es jüngst FDP-Chef Lindner tat, haben wir vom Jugendverband REBELL und von der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) größtes Vertrauen in die Jugend. Wahlrecht ab 16 fordern wir schon seit 50 Jahren.
Wir finden es genau richtig, dass die Jugend mit weitsichtigen Forderungen auf die Straße geht.
Rebellion ist gerechtfertigt!

Nehmt ihnen die Erde aus der Hand, ehe sie verbrannt!
Wir können „denen da oben“ nicht die Lösung der Menschheitsfragen überlassen. Sie haben zu genüge unter Beweis gestellt, dass sie für den Profit einiger weniger Konzerne bereit sind Mensch und Natur zu opfern.
Auffallend ist, dass die einzige Reaktion der Regierung die Diskussion ist, ob man „Fridays for Future“ jetzt kriminalisieren oder unterstützen sollte. Die deutsche Regierung fährt momentan eine Doppelstrategie. Einige bürgerliche Politiker*innen sind sogar der Meinung, man sollte die Polizei auf uns hetzen. Die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) überlegt „Schulschwänzer zwangsweisedem Unterricht zuzuführen“. Bundeskanzlerin Merkel biedert sich hingegen an: „Wir können unsere Klimaschutzziele nur dann erreichen, wenn wir auch Rückhalt in der Gesellschaft haben. …“ Erstens demonstrieren wir nicht für die völlig unzureichendende „Klimaziele“ der Bundesregierung. Zweitens scheitert die Erreichung der „Klimaziele“ ja nicht am Rückhalt in der Gesellschaft, sondern daran, dass die Bundesregierung und Merkel persönlich diese aufgegeben hat. Stattdessen fördert die Bundesregierung reaktionäre Diskussionen gegen Dieselfahrverbote, will Stickoxid-Grenzwerte in Städten „flexibilisieren“, also zu erhöhen usw. Das alles ist Teil ihrer umfassenden Entwicklung nach Rechts, siehe Flüchtlingspolitik, Polizeigesetze usw.
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz vergleicht Merkel dann auf einmal #fff mit „hybrider Kriegsführung“ Russlands, also Gehirnwäsche übers Internet.
So kontrovers die Debatte über den Unterrichtsboykott“ geführt wird, über die Ziele der Bewegung und ihre konkrete Umsetzung verlieren die Herrschenden kaum ein Wort.

Bisher wurde kein einziges umweltpolitisches Zugeständnis oder Angebot gemacht, irgendetwas zu verändern. Kein einziger Konzern hat irgendwelche wesentlichen neuen Umweltschutzmaßnahmen beschlossen.

Das bestätigt unsere Einschätzung, dass die heute Herrschenden weder Willens noch in der Lage sind, irgendetwas an den Verhältnissen zu ändern. Die kapitalistische Profitwirtschaft zerstört heute gesetzmäßig und mutwillig unsere Lebensgrundlagen. Denn nicht der Mensch in Einheit mit der Natur steht im Mittelpunkt, sondern die Profitmaximierung.

Geht es nur ums Klima?
Politiker*innen, die Medien, die Schulen und auch die UN-Klimagipfel orientieren darauf, dass der „Klimawandel“ das einzige Problem sei. Doch das ist nur ein Teil einer drohenden allseitigen globalen Umweltkatastrophe.

Die Klimakatastrophe, der verschärfte Raubbau an der Natur, die Vermüllung und Vergiftung der Weltmeere, der Ausbau der Atomenergie sind immer noch nicht alle Faktoren der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen in absehbarer Zukunft. Diese liegen alle in der kapitalistischen Profitwirtschaft begründet – und können auch nur gemeinsam mit dieser endgültig beendet werden.
Deshalb kämpfen wir als Jugendverband der MLPD für ein System, in dem die Ausbeutung von Mensch und Natur abgeschafft ist:
Den echten Sozialismus!
Kapitalismuskritik vertiefen!!
Je länger die Bewegung existiert, desto mehr Kräfte werden auch versuchen, sie in systemkonforme Bahnen zu lenken. Die #fff sollen sich nach ihnen zu einem kritischen Anhängsel der bürgerlichen Parteien und der Parlamente machen. Zurecht ärgern sich viele, dass der JuSo-Vorsitzende Kevin Kühnert sich jetzt als Vorreiter der Bewegung präsentiert. Ist es doch seine Partei SPD, die die katastrophale GroKo-Umweltpolitik mit zu verantworten hat. Dem entspricht dann auch, dass in manchen Städten gegen REBELL und

MLPD als revolutionäre Alternative gehetzt wird. Mit diesen antikommunistischen Manövern gilt es fertig zu werden und die Kritik an RWE, VW und einer Bundesregierung die Politik in ihrem Interesse macht zu vertiefen. Wir spielen dieser Bundesregierung jetzt nicht den Ball zu in der Illusion sie würde dann eine fortschrittliche Politik machen. Wir bekämpfen ihre Politik und müssen uns dafür besser organisieren!.

Wer ist unser Gegner – wer unser Freund?
Es wird bei den Protesten oft vermittelt, die Umweltfrage sei eine reine „Generationenfrage“ – Kinder gegen Erwachsene. Doch ist das wirklich so? „Parents for future“ schrieben an die NRW-Landesregierung: „Sprechen Sie den Schülerinnen und Schülern nicht das Engagement ab, das Sie selbst als Verantwortliche beim Klimaschutz vermissen lassen.“ Spätestens seit den 60er Jahren gab es in Deutschland eine aktive Umweltbewegung, schon 100 Jahre länger eine revolutionäre Arbeiterbewegung. Generationen von Menschen haben für eine bessere Zukunft gekämpft. Die ersten sozialistischen Gesellschaften in der Sowjetunion bis 1956 und in China bis 1976 arbeiteten auf Grundlage der Einheit von Mensch und Natur und erkämpften große Errungenschaften in der Umweltpolitik. Die Umweltbewegung in Deutschland konnte mit radikalen Maßnahmen wie Landbesetzung den Bau vieler Atomanlagen verhindern. Und immer waren die Gegner ähnliche: Konzerne und Staat. Es kommt also nicht darauf an, wie alt du bist, sondern auf welcher Seite du stehst. Auf der Seite Herrschenden oder der Augebeuteten und Unterdrückten. Als REBELL sind wir stolz, der Jugendverband der revolutionären Arbeiterpartei MLPD zu sein. Sie hat die Erfahrung, die uns Jugendlichen noch fehlt.

Wie weiter mit #FridaysforFuture?
In unseren Diskussionen fragen sich immer mehr Schüler*innen, wie es eigentlich weiter gehen soll. Haben wir die Kraft, so lange zu demonstrieren, bis sich wirklich etwas ändert? Wir können noch nicht absehen, welche Erfolge die Bewegung haben wird. Und welche Gegenmaßnahmen sich die Herrschenden einfallen lassen. Wir müssen über neue Kampfformen, neue Argumente und weitere Verbindungen diskutieren. Wir müssen die Studierenden, die Arbeiter*innen, die Erzieher*innen mit ins Boot holen. Eine Bewegung an und für sich läuft irgendwann in eine Sackgasse.

Wir müssen insbesondere an der Seite und unter Führung der internationalen Arbeiterklasse lernen und für unsere Zukunft kämpfen.
Den besten Einstieg dazu werdet ihr auf dem Pfingstjugendtreffen haben. Fahrt alle mit!
Kommt zu unseren örtlichen REBELL-AGs und unseren Studiengruppen, wo wir über diese Zukunftsfragen diskutieren wollen. REBELL und MLPD verfügen über gute Verbindungen in die Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung und wir sind durch die ICOR Teil einer weltweiten revolutionären Organisation mit über 50 Mitgliedern in allen Kontinenten.

Hier geht es zum Flugblatt des Jugendverband REBELL

Foto: school strike / CC BY 2.0

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