Published on Oktober 23rd, 2018 | by E

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Umweltpolitik im Sozialismus – die fortschrittlichste ihrer Zeit!

Wenn man heute von Umweltpolitik im Sozialismus hört, bekommt man von der bürgerlichen Geschichtsschreibung meist nur Tschernobyl und den desolaten Zustand der Umwelt in großen Teilen der DDR aufgetischt. Das ist Teil ihrer antikommunistischen Propaganda und gleichzeitig Rechtfertigung der massiven Umweltzerstörung durch die kapitalistische Profitwirtschaft. Sie verlieren kein Wort über den realen Kampf und die realen Erfolge in den vormals sozialistischen Ländern. Aus gutem Grund: die sozialistische Umweltpolitik war in vielen Fragen der heutigen um vieles Voraus.

Was würdet ihr antworten, wer die Begründer der proletarischen Umweltbewegung waren? Es waren Karl Marx und Friedrich Engels im 19. Jahrhundert! So schrieb Marx schon im Kapital: »Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias (gute Familienväter) den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.« (»Das Kapital«, Marx/Engels, Werke, Bd. 25, S. 784)

Der Kampf in der kommunistischen und Arbeiterbewegung um die Einheit von Mensch und Natur war damit natürlich nicht ausgetragen und ist es bis heute nicht. Allerdings zeigte er sich immer als Kampf zwischen der „alten“ bürgerlichen, kapitalistischen Weltanschauung und der „neuen“ proletarischen Weltanschauung. Als erstes hielt die bürgerliche Weltanschauung Einzug in das „Gothaer Programm“ der SPD von 1875, das ein Vereinigungsprogramm der Sozialdemokratischer Arbeiterpartei (SDAP) und der Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) war. Sie stellte die einseitige These auf, die Arbeit sei die Quelle allen Reichtums. Dem widersprachen Marx und Engels vehement und beharrten richtigerweise darauf, dass die Arbeit und die Natur die Quelle des menschlichen Reichtums sind. Doch der schädliche Einfluss der bürgerlichen Ideologie, der Mensch sei der Herr über die Natur, hatte Einzug in die Arbeiterbewegung gefunden.

Die sozialistischen Staaten der Sowjetunion unter Führung von Lenin und dann Stalin, und Chinas unter der Führung von Mao Zedong, kämpften bis zum Ende um die Einheit von Mensch und Natur, auch wenn die tiefe weltanschauliche Auseinandersetzung innerhalb der revolutionären Weltbewegung noch nicht zu Ende ausgetragen wurde.

In der Sowjetunion wurde bewusst auf die Elektrifizierung des Landes durch Wasserkraft gesetzt. Im harten ideologischen Kampf führten die Arbeiter und Bauern mit Stalin auf ihrer Seite den Kampf um die Aufforstung der Wälder, die umweltverträgliche Bewässerung der Landschaft gegen gigantomanische Pläne der Bürokraten in Staats- und Wirtschaftsführung wie überdimensionierte Staudämme oder Atomkraftwerke. Stalin kritisierte immer wieder die einseitige Industrialisierung auf Kosten von Mensch und Natur und unter seiner Führung wurde großes geleistet und die größenwahnsinnigsten Projekte kamen nicht durch. Der sozialistische Sowjetunion eine Hauptverantwortung für die drohende globale Umweltkatastrophe zu geben ist also eine unhaltbare und pseudo-ökologische Geschichtsfälschung. Umso wichtiger ist es das als ein zentrales Feld der Propaganda des modernen Antikommunismus schonungslos zu entlarven. Nach Stalins Tod wurden viele Erfolge der sozialistischen Umweltpolitk durch die Restauration des Kapitalismus seit 1956 zunichte gemacht.

Mao erkannte das die Umweltfrage Bestandteil des Klassenkampfs im Sozialismus gegen die „Machthaber auf dem kapitalistischen Weg“ ist. Bewusst wurden in der Großen Proletarischen Kulturrevolution in China die Massen organisiert und auf ihre Fähigkeiten gesetzt. So wurden vorbildliche Produktionsanlagen errichtet, in denen jeder „Abfall“ direkt weiter verwertet wurde und so Pionierarbeit in der Müllvermeidung geleistet. Auch wurde dezentrale Biogasanlagen errichtet. Vor allem wurden die Massen auch gegen die bürokratischen Führer organisiert, die „den kapitalistischen Weg gingen“. Das waren große Errungenschaften!

Paradigmenwechsel im Sozialismus

Aus den Erfolgen und Fehler der alten sozialistischen Bewegung müssen wir unbedingt Lehren ziehen: Die sozialistische Gesellschaft der Zukunft muss die sich stets höherentwickelnde Einheit von Mensch und Natur zur Leitlinie haben. Dafür muss ein großes, weltweites gesamtgesellschaftliches Umdenken stattfinden, das unter heutigen Verhältnissen gar nicht möglich ist. Es muss um eine proletarische Produktions-, Konsumtions-, Lebens-und Denkweise gekämpft werden. Nicht auf die individuelle Befriedigung stets expandierender Bedürfnisse ausgerichtet, sondern auf die sich stets verändernden und höherentwickelnden individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse. Doch das wird erst möglich sein, wenn nicht mehr eine Handvoll Übermonopole die Welt regiert, sondern die Arbeiterklasse und die breiten Massen.

Aus dem aktuellen REBELL Magazin 05/2018: Widerstand gegen die drohende Umweltkatastrophe!, Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen

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