Published on Oktober 24th, 2018 | by E

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Extremhitze in Europa – Weitgehende Folgen für Mensch und Natur

Der Sommer 2018 in Europa ist vorbei und wir können mit Gewissheit sagen, dass es der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Die Kombination aus der Extremhitze, zu viel Sonne und einer Dürrekatastrophe durch zu wenig Regen wirkte sich gravierend aus – und der Trend soll sich auch im Herbst fortsetzen. Selbst bürgerliche Medien sprechen von einem „historischen Ausmaß“. Im Grunde haben wir es also bereits mit einer regionalen Umweltkatastrophe zu tun.

In Griechenland, den USA und Schweden gab es katastrophale Waldbrände mit hunderten Toten. In Deutschland und ganz Europa kam es zu Ernteausfällen bis zu 70 Prozent, Viehnotschlachtungen und annähernd historischen Tiefständen der Pegel großer Flüsse wie Rhein, Elbe und Oder. Die Kehrseite davon sind extreme Unwetter. So mussten infolge von Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen in Myanmar 150 000 Menschen fliehen. Der Hurrikan „Florence“ in den USA treibt durch extreme Niederschlägen aktuell Millionen Menschen in die Flucht. Auch in den Philippinen und China kommt es zu extremen Niederschlägen und Überschwemmungen.

Was steckt hinter diesen Extremwetterereignissen? Sie sind eine der Folgen der vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase. Die dadurch verursachten Klimaveränderungen sorgen für einen Eisschwund und eine besonders starke Erwärmung der Arktis. Das wiederum beeinträchtigt den Temperaturkontrast zwischen Subtropen und Arktis. Dieser Temperaturkontrast treibt jedoch den Jetstream (ein Band von Westwinden in höheren Luftschichten der nördlichen Atmosphäre) an. Dieser verlangsamt sich dadurch und der Transport der Wettergebiete wird so gestört.

Es handelt sich hierbei um weitere Anzeichen der heraufziehenden Weltklimakatastrophe

So schreibt Stefan Engel in seinem Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“: „Eine neue Erscheinung in Wechselwirkung mit der Klimaveränderung sind Hitzewellen, monatelange Dürren sowie Kältewellen […] Die zunehmenden Dürrekatastrophen gefährden die Ernährung der Menschheit.“ (S. 126-127). Dementsprechend heißt es weiter: „Der Weltklimarat IPCC prognostiziert in seinem 2012 veröffentlichten Bericht zu Extremereignissen (SREX), dass bis Mitte des 21. Jahrhunderts Dürren, die bisher alle 20 Jahre zu erwarten waren, alle zwei bis drei Jahre auftreten werden. Das bedroht die wachsende Weltbevölkerung mit einer globalen Ernährungskrise.“ (S. 127).

Und trotz all dieser dramatischen Entwicklung hat die Bundesregierung ihre eh schon zu niedrigen Umweltziele gekippt. Zu der verschärften Konkurrenz überbieten sie sich mit der Ausplünderung der Natur. China plant allein 100 neue Kohlekraftwerke. An diesem Beispiel lässt sich gut erkennen, dass der Imperialismus im unversöhnlichen Widerspruch zur Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit geraten ist und deshalb revolutionär überwunden werden muss.

Wir fordern:

– Ein Soforthilfeprogramm für die dürregeschädigten kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetriebe!

– Erhöhung der Erzeugerpreise für Klein- und Mittelbauern auf Kosten der Handels- und Nahrungsmittelkonzerne! Erzeugerpreise rauf – Verbraucherpreise runter!

– Durchsetzung umweltschonender Anbaumethoden und artgerechter Tierhaltung in der Landwirtschaft gegen Großagrarier und Agrarkapitalisten!

Aus dem aktuellen REBELL Magazin 05/2018: Widerstand gegen die drohende Umweltkatastrophe!, Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen

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