Published on September 17th, 2018 | by K

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Alle Räder stehen still! Der Große Bergarbeiterstreik von 1997

Medien und bürgerliche Politiker, insbesondere in NRW, veranstalten gerade einen Abgesang auf den Steinkohlebergbau in Deutschland. Wenn es nach ihnen geht soll klammheimlich die revolutionäre und kämpferische Tradition der Bergleute beerdigt werden. So manchem scheinen die Rufe von zehntausenden Kumpels: „der Dicke muss weg“ noch heute in den Knochen zu stecken. So schweigen sie sich alle aus über den großen Bergarbeitersterik 1997, der das Ende der Ära Kohl einleitete.

1997: Die Bundesregierung von Helmut Kohl/ CDU will den Steinkohlebergbau dicht machen und 60.000 Bergleute entlassen.

Das ließen sich die Bergarbeiter nicht gefallen. 220.000 Menschen nahmen an einer großen Menschenkette teil. Danach wollte die Gewerkschaftsführung bereits die Segel streichen. Aber die Kumpel organisierten selbstständig den großen Bergarbeiterstreik von 1997. Ausgehend von der Zeche Hugo im Ruhrgebiet legten 130.000 Bergleute im Ruhrgebiet und im Saarland für sieben Tage die Arbeit nieder. Sie besetzen Autobahnen, Wasserstraßen, einzelne Bahnhöfe und Flughäfen. Sie demonstrierten mit zehntausenden in die Bannmeile in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Angesichts der heutigen neuen Polizeigesetze ein interessanter Vorgang. Schon damals war das nach bürgerlichem Recht Landfriedensbruch und vieles mehr. Aber angesichts der Masse, der Entschlossenheit und breiten Solidarität der Bevölkerung traute sich die Polizei nicht einmal Strafzettel zu verteilen. Dieser Streik war das Ende der Regierung Kohl. „Der Dicke muss weg“ wurde zum geflügelten Wort.

Die Bergarbeiter stehen international an der Spitze der Kämpfe der Arbeiterbewegung. Die harte, lebensgefährliche Arbeit erfordert Disziplin und dass man sich auf einander verlassen kann. Kein Wunder also, dass die Bergleute eben diese Eigenschaften auch im Kampf einsetzen. Schon vor der Novemberrevolution 1918 streikten die Kumpel gegen den I. Weltkrieg. 1920 standen sie an der Spitze der roten Ruhrarmee, die den faschistischen Kapp-Putsch besiegte. Für den heutigen Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung, gegen wachsende Kriegsgefahr und Umweltzerstörung kann jeder vom Kampf der Bergleute lernen.

Am 6. Oktober 2018 findet in Gelsenkirchen rund um die Horster Mitte die Veranstaltung mit dem Titel: „Der große Bergarbeiterstreik 1997“ statt.

Glaubt man der Propaganda der bürgerlichen Medien, dann ist die Schließung der letzten Zechen unausweichlich und gehört der Bergbau der Geschichte an. Ein regelrechter „Abgesang“ als Begleitmusik zur Schließung der letzten Zechen. Doch die Bergarbeiterbewegung wird weiterleben!

Wir lassen es uns nicht nehmen, mit der kämpferischen Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“, der MLPD, den Bergarbeiterfrauen im Frauenverband Courage und dem Ruhrchor und eben dem REBELL diese Veranstaltung durchzuführen. Es kann jeder dem die Sache der Kumpel am Herzen liegt an der Veranstaltung mitwirken.

Wer heute auf der Suche nach gesellschaftlichen Veränderungen ist, kann hier live erleben, wie organisiert und mutig die Bergleute für ihre Sache kämpfen. Der Jugendverband REBELL mobilisiert besonders Jugendliche und Kinder zu der Veranstaltung: Denn gerade die Jugend muss lernen, wie man richtig kämpft. Dazu sind die Bergleute ein wichtiges Vorbild! Es werden Zeitzeugen berichten, wie es damals zu dem Streik kam, wie er genau gelaufen ist, was die Ergebnisse waren und welche Schlussfolgerungen man für heutige Kämpfe ziehen kann.

Deshalb laden wir alle am 6. Oktober 2018 in und um die Horster Mitte in Gelsenkirchen ein!

* ab 16 Uhr beginnt das Vorprogramm,

* ab 19 Uhr findet das Hauptprogramm statt,

* danach wird gefeiert und getanzt!

Der REBELL trägt aktiv zur Vorbereitung der Veranstaltung bei: Dazu suchen wir in den nächsten Wochen Zeitzeugen des Bergarbeiterstreiks 1997. Egal ob Nachbarn, Großeltern, Freunde oder Bekannte – jeder ist aufgerufen, von seinen Erinnerungen zu berichten. Das können aber auch Zeitungsartikel, Filmausschnitte o.ä. sein. Die Erfahrungen und Lehren aus 1997 werden im Abendprogramm der Veranstaltung lebendig verarbeitet.

Macht euch schlau, was damals 1997 los war und ladet zahlreiche Jugendliche und Kinder zur Veranstaltung am 6.Oktober ein. Kommt zu den Treffen der REBELL AG’s in eurer Stadt wo wir das weiter vorbereiten. Beteiligt euch am Kinderprogramm oder an örtlichen Gemeinschaftsaufgaben.

Wir freuen uns auf viele Beiträge und ein tolles und kämpferisches Programm!

Glück Auf!


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