Published on August 8th, 2018 | by K

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Gegen die versuchte Unterdrückung des revolutionären Gedenkens im KZ Buchenwald

Resolution des Sommercamp am 6.8.2018

Gegen die versuchte Unterdrückung des revolutionären Gedenkens an den antifaschistischen Widerstand in der Gedenkstätte des KZ Buchenwald

Jedes Jahr machen wir vom Sommercamp des Jugendverbands REBELL antifaschistische Bildungsfahrten in die Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Buchenwald. Gestern, am 5.8.2018, wurden wir bei unserer Führung von drei Frauen antikommunistisch angegriffen. Sie organisierten einen unwürdigen Eklat. Neben dem Krematorium in dem die Faschisten zehntausende Menschen verbrannt hatten und kurz nach dem Klaus Dimler uns erklärt hatte, wie hier sein Vater von der SS gefoltert worden war, stellten sie in Frage, dass er berechtigt sei Führungen durchzuführen. Außerdem war Klaus schon am Empfang der Gedenkstätte skeptisch über seine Berechtigung Führungen durchzuführen befragt worden. Sein Vater Kurt Dimler saß von 1939 bis 1945 in Buchenwald ein, war unvorstellbaren Qualen ausgesetzt und war Teil des mutigen kommunistischen Widerstands. Er war Mitglied des illegalen internationalen Lagerkomitees, dass die Selbstbefreiung des KZ-Buchenwalds organisierte. So wurden ca. 21.000 Häftlinge vor dem sicheren Tod gerettet. Sein Sohn Klaus ist Mitglied der LAG (Lagerarbeitsgemeinschaft) Buchenwald, hat detaillierteste Kenntnisse über die gesamte Geschichte Buchenwalds. Wir protestieren entschieden gegen diese unverschämte Attacke!

Unabhängig davon, dass wir nicht genau wissen von wem das ausging, stellen wir den Zusammenhang her zur Rechtsentwicklung der Regierung. Seit der Wiedervereinigung wurden nahezu alle staatlichen Gedenkstätten unter der Leitlinie des bürgerlichen Antifaschismus neu organisiert, um das Bewusstsein über die Rolle der Kommunisten im antifaschistischen Widerstand auszulöschen. In Buchenwald wurde die gesamte Leitung der Gedenkstätte umorganisiert, die bis zur Wende in den Händen der Hinterbliebenen lag. Diese wurden vollständig aus der Leitung verdrängt. Im Sinne der unverschämten Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus wurde ein Gebäude zum Gedenken an die „Opfer des Stalinismus“ in Buchenwald installiert. Ein Schlag ins Gesicht für alle Kommunisten die die ersten Opfer des Faschismus wurden, das Rückgrat des Widerstands bildeten und mit der Sowjetunion an der Spitze den Faschismus besiegten. Es ist kaum zu ertragen, dass in Buchenwald auch derer gedacht werden soll, die zurecht nach dem Krieg inhaftiert wurden: SS-Leute, HJ-Funktionäre usw.

Der bürgerliche Antifaschismus gibt sich den Nimbus angeblicher Neutralität. Das war auch ein Vorwurf der Frauen, „sie sind ja nicht neutral“. Der Faschismus ist die offen terroristische Herrschaftsform des Kapitals gegenüber der revolutionären Arbeiterklasse. Das zu leugnen und ihn als Unfall der Geschichte oder das Werk einzelner darzustellen, ihn auf Antisemitismus zu beschränken – ist nicht neutral, sondern Geschichtsfälschung. Handelskrieg, Aufrüstung, neue Polizeigesetze, faschistoide Flüchtlingspolitik – all das zeigt, dass die Politik im Sinne der größten Konzerne immer reaktionärer wird. Im antifaschistischem Kampf müssen alle fortschrittlichen Kräfte zusammenarbeiten. Um dem Faschismus aber seine materielle Grundlage zu entziehen muss die heutige kapitalistische Gesellschaft revolutionär überwunden werden. Dafür treten die MLPD und ihre Jugendverband REBELL ein. Besucher die sich spontan unserer Führung angeschlossen hatten, waren tief beeindruckt, was zeigt welche Anziehungskraft diese revolutionäre Bildungsarbeit hat.

Der moderne Antikommunismus spaltet den antifaschistischen Widerstand und schwächt ihn.

Wir sprechen uns gegen jeden Versuch aus, das antifaschistische Gedenken in Buchenwald in irgendeiner Form antikommunistisch zu beschränken. Wir verteidigen Klaus Dimler, dessen Integrität und Ansehen angegriffen wurde. Wir werden auch weiterhin Jugendbildungsreisen nach Buchenwald machen. Revolutionäre antifaschistische Aufklärungsarbeit ist unter Jugendlichen heute nötiger denn je.

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