Published on Mai 24th, 2018 | by K

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Stolze Bilanz eines großartigen Rebellischen Musikfestivals

Am Pfingstmontag liefen bei strahlendem Sonnenschein die Abbaurbeiten in Truckenthal. Wie beim gesamten Rebellischen Musikfestival mit großem Einsatz, Zusammenhalt, einer guten Disziplin und Arbeitsorganisation.

Spät in der Nacht ging das großartige 3. Rebellische Musikfestival zu Ende. Mit rund 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es gut besucht. Schon am Abend zu Beginn des letzten Programmblocks, der unter dem Motto „Revolution ist kein Verbrechen“ stand, zog die Festivalleitung eine sehr positive Bilanz. „Was wir hier auf die Beine gestellt haben, mit vereinten Kräften, das ist eine tolle Errungenschaft der Solidarität, des Zusammenhalts, des Widerstands und der Unbeugsamkeit gegen die versuchte Kriminalisierung“, so Wanja von der Festivalleitung.

„Eine Reise durch die verschiedenen Befreiungsbewegungen“

Das ganze Festival war auch geprägt von einer überzeugenden Einheit von Jung und Alt. An jedem Stand, bei jeder Aufgabe. Anna Vöhringer, Vorsitzende des Jugendverbands REBELL, ging auf die Frage der nachhaltigen Wirkung ein. Denn an drei Tagen, auch wenn sie noch so toll sind, kann man die Welt nicht verändern. Wir haben aber unter Beweis gestellt, dass wir uns zusammenschließen und eine starke Kraft gegen den Rechtsruck der Regierung sowie der bürgerlichen Parteien sind. Diesen Zusammenschluss gilt es fester zu machen, viele neue Menschen einzubeziehen und zu organisieren.

Wir haben gesehen, man muss sich diesem Rechtsruck nicht beugen

Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD

„Eine Reise durch die verschiedenen Befreiungsbewegungen der Welt. Auch das war dieses Festival“, so Gabi Fechtner, MLPD-Vorsitzende und Schirmherrin des Rebellischen Musikfestivals. „Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten. Wir haben gesehen, man muss sich diesem Rechtsruck nicht beugen. Man muss ihn aber ernst nehmen. Sie bereiten sich auf größere Unterdrückung vor. Sie militarisieren die Gesellschaft. Auch wir müssen uns auch vorbereiten und einstellen, auf revolutionäre Zeiten. Das ist der Zweck des Internationalistischen Bündnisses. Es umfasst bereits 21 Organisationen. Es muss weiter gestärkt werden.“

„Froh, Teil dieses Festivals zu sein“

Gabi Fechtner befragte dann kurz weitere Bündnisorganisationen: Die Migrantenorganisation ATIK, für die Jugendplattform des Bündnisses die Antikapitalistische Aktion Bonn. Die YDG (Yeni Demokratik Genclik = Neue Demokratische Jugend) ist „froh, Teil dieses internationalistischen Festivals zu sein“. Die Palästinensische Gemeinde will in allen Ländern, in denen Palästinenser leben, für eine sozialistische Gesellschaft kämpfen. Christian Link sprach für die kämpferischen Bergarbeiter, die die verschiedenen Interessen bündeln wollen, um mehr Stärke zu entwickeln. Daran knüpfte auch das Linke Forum Oberbergisches Land an.

 

Alle sangen dann gemeinsam mit Umuda Haykiris vielsprachig das Lied „Hoch die internationale Solidarität“. Das Lied ist auch auf ihrer neuen CD „SUSMA“ zu hören. Der Auftakt für einen fulminanten Auftritt von Umuda Haykiris mit einer spannenden Mischung aus Rock, Ska und tradioneller Musik aus der Türkei und Kurdistan.

„Regierung hat Angst vor dem Volk“

Rote Fahne News dankt den Festival-Teams für die schönen Interviews mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern. So mit M., 23, aus Hagen: „Stimmung gut, saubere Toiletten. Wenn’s eine Preisverleihung gäbe, ihr seids! Endlich ein Festival, wo man keine Alkoholdröhnung braucht, um Leute und Toiletten zu ertragen. Manche Schichten sind anstrengend.“

 

J., 16, aus Lauscha (nur wenige Kilometer von Truckenthal entfernt): „Es ist hier ganz cool. Habe davon gelesen, es hat sich rumgesprochen. Finde die vielen verschiedenen Infostände gut. Die Kriminalisierung ist scheiße.“

„Super, wie die Menschen miteinander umgehen“

F., 20, Bottrop: „Das Volk muss keine Angst vor der Regierung haben, sondern die Regierung Angst vor dem Volk und das in jedem Land! Ich wurde auf das Festival aufmerksam durch Kampfsport International und über meine Familie. Mir haben die Bands aus der Umgebung besonders gefallen.“

 

O., 19, Recklinghausen: „Super ist hier das Miteinander, wie die Menschen miteinander umgehen, und dass die Toiletten sauber sind – besser als in der Schule!“

 

N., 23, Bonn: „Es ist toll, dass viele Organisationen, Strömungen, Nationalitäten, Kulturen, Religionen vertreten sind – im Gegensatz zur bürgerlichen Freizeitkultur. Es ist begeisternd schön hier. Ich kenne euch ja, wusste vom Haus der Solidarität. Die Verbindung von Alt und Jung ist gut, es könnten aber noch mehr Jugendliche da sein. Wie habt ihr in den umliegenden Dörfern geworben? Die Ortswahl in Thüringen ist total gut. Die Kriminalisierungsversuche zeigen einen neuen Wind. Man merkt, wie über das Einfallstor Kurdistan jetzt auch Angriffe auf deutsche Organisationen kommen, z. B. auch in München, gegen Karem Schamberger, dieser hatte eine Hausdurchsuchung wegen angeblicher PKK-Unterstützung.“

„Internationale Solidarität ist gut“

B., 35, Leipzig, Krankenschwester: „Ich freue mich, dass der Grup Yorum-Auftritt klappt. Ich bin DKP-Mitglied aus Leipzig. Erfahren vom Festival habe ich von Leuten der MLPD. Ich finde super, wie das hier alles gemacht wird, es ist Wahnsinn, wie unaggressiv das hier ist, dermaßen gechillte Leute hier.“

 

Eine weitere Teilnehmerin: „Ich habe den Vorschlag, mehr Hütten zu bauen, damit mehr Leute in Hütten schlafen können. Ich habe hier viele neue Leute kennengelernt. Die Musik ist gut. Ich finde es schade, dass die deutsche Regierung mit Erdogan zusammenarbeitet. Der deutschen Regierung kann man nicht trauen. Hier kommt man schnell mit Leuten in Kontakt. Alle sind aufgeschlossen. Internationale Solidarität ist gut. Ich komme zum Sommercamp.“

 

J. aus dem Ruhrgebiet: „Die Bands waren wieder sehr unterschiedlich, so dass fur jeden was dabei war. Mein Favorit: The Wakes. Sie haben ein Hammerkonzert gespielt. Folkpunk mit revolutionären proletarischem Anspruch und Inhalt. Musikalisch hohes Niveau und trotzdem superbescheiden. Die Sache mit dem Staatsschutz? Ich glaube ehrlich gesagt, dass es da um viel mehr geht als die türkische Band. Sie war der Aufhänger, das ganze Festival und vor allem seine Organisatoren zu kriminalisieren.“

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