Published on Mai 24th, 2018 | by K

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Ein Festival der rebellischen Kultur, der internationalen Solidarität …

… und des Widerstands gegen den Rechtsruck der Regierung und der bürgerlichen Parteien. Am Sonntag erlebten rund 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen weiteren Höhepunkt des dreitägigen Rebellischen Musikfestivals in Truckenthal (Thüringen). Schon ab 9 Uhr begann sich der weitläufige Platz des Freizeit- und Ferienparks Thüringer Wald mit Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen zu füllen, die vorwiegend in Zelten übernachtet hatten. Dies schreibt der Verein Rebellisches Musikfestival in einer Pressemitteilung vom Nachmittag.

Sie konnten sich am günstigen Frühstücksbüffet stärken. Zahlreiche Stände von palästinensischen Initiativen, von der türkisch-kurdischen Partei HDP, Internationalisten aus aller Welt, Umweltgewerkschaft und ökologischer Initiative Rojava, Frauenverband Courage, Galerie der Kirchenkritik, Rebellische Berufsberatung, MLPD, ICOR und vielen anderen boten Gelegenheit, sich zu informieren, zu diskutieren oder sich für eine organisierte Mitarbeit zu entscheiden.

Feuerwerk rebellischer Musikkultur

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten am Samstag noch bis spät in die Nacht ein Feuerwerk der rebellischen Musikkultur erlebt. S. Castro aus Wuppertal rappte und riss das Publikum mit. Im Schnelltempo sprach er Klartext: Sprengt die Ketten des kapitalistischen Systems – der proletarische Internationalismus ist die stärkste Waffe gegen den Faschismus …

 

Direkt danach stellte die Vorsitzende der MLPD, Gabi Fechtner, einen Chor aktiver russischer Matrosen aus St. Petersburg vor. Kennengelernt hatten sie sich bei den Aktivitäten zu 100 Jahre Oktoberrevolution in St. Petersburg im letzten November. Gabi Fechtner hielt ein flammendes Plädoyer für die Revolutionen als Lokomotiven der Geschichte, für das kommunistische Freiheitsideal und eine revolutionäre Lebenseinstellung. Dann sangen die Matrosen ihre alten russischen Lieder – getragen, bewegend und machtvoll.

#nosexism

Nachmittags waren auf der Wiesenbühne bereits mehrere Künstlerinnen und Künstler unter dem Motto „Frauen stehen auf! #nosexism“ aufgetreten. Darunter auch „Rebellinnen on Stage“. Besrina aus Gelsenkirchen erzählt begeistert von ihrem Auftritt: „Wir sangen zu acht zwei Lieder. Das war echt gut und hat mega Spaß gemacht. Nicht jede von uns hat eine wunderbare Stimme. Aber die Gruppe gleicht das aus und wir haben von Herzen gesungen. Das fanden auch die Leute toll. Das machen wir wieder!“

 

Die Rebellinnen, der Rapper, die Matrosen – wohl auf keinem anderen Festival kann eine so vielfältige Musik Jung und Alt ergreifen. Bei allem Unterschied eint die auftretenden Künstler und Künstlerinnen das Engagement für revolutionäre, fortschrittliche, antiimperialistische und antifaschistische Ziele.

 

Und das begeistert auch das Publikum, das auf diesem Festival keine Statistenrolle hat. Die meisten hören nicht nur begeistert zu, sondern engagieren sich bei den zahlreichen Aufgaben. Das macht den selbstorganisierten, so überaus anziehenden Charakter des Festivals aus. Man kann sich am Infopoint „Zeitspenden“ eintragen für Getränkeausschank, für die Sanitär- und Platzreinigung, beim Spül- oder Frühstücksdienst. Die Unterstützung aus der Bevölkerung der Umgebung und weit darüber hinaus gegen die versuchte politische Unterdrückung des Festivals wird durch dieses Engagement von Jung und Alt für die gemeinsame Sache beflügelt.

Delegation der kämpferischen Bergarbeiterbewegung

Ein Höhepunkt der ersten Tags war auch der Auftritt einer Delegation der Internationalen Koordinierungsgruppe der kämpferischen Bergarbeiterbewegung. Auf die Bühne kamen Bergarbeiter aus vier Kontinenten: Der Führer der Kupfer- und Diamantengewerkschaft im Kongo, führende Vertreter der größten indischen Bergarbeitergewerkschaft, der Streikführer der Bergarbeiter aus Peru, Kumpel für AUF aus der BRD, der älteste deutsche Bergmann unter Tage – aber auch Vertreterinnen der indischen Frauenbewegung und des Frauenverbands Courage, die gemeinsam mit den Bergarbeitern Indiens und Deutschlands kämpfen.

 

Mit kurzen Infos, bewegenden Gedichten und Liedern beeindruckten sie die Jugendlichen, gaben ihnen Einblick in die Stärke und die Kämpfe der internationalen Arbeiterklasse. Stefan Engel, der Bergarbeiterbewegung eng verbundene langjährige Vorsitzende der MLPD, erinnert an die revolutionäre Geschichte der deutschen Bergarbeiter – besonders in Thüringen. Und viele singen das Lied „Santa Barbara Bendita“ mit, die Hymne der internationalen Bergarbeiterbewegung. Zum Abschluss eine große Verbrüderung unter den Bergarbeitern!

 

Am Sonntag ging es auf beiden Bühnen weiter mit einem breiten Spektrum an Musikern im Block „Rebellion gegen ungereche Kriege“. Nach Shekib Mosadeq und Band trat der Sänger und Songwriter „Halbe Farben“ auf. Seine Lieder positionieren sich zu Friedens- und Freiheitskampf, Bildung und Ökologie.

Solidarität mit dem koreanischen Volk

Monika Gärtner-Engel, Internationalismus-Verantwortliche der MLPD, stellte die am weitesten gereisten Gäste des Festivals vor: Sie kommen von der People’s Democratic Party aus Südkorea und stellten ihr wichtiges politisches Anliegen vor:

 

„Vor wenigen Wochen kam es zum ersten Mal zu einer Begegnung zwischen der nord- und der südkoreanischen Führung. Das Zusammentreffen ermöglicht einen neuen Friedensprozess. Nachdem die USA ihre Militärübung gemeinsam mit der südkoreanischen Armee fortsetzen, erwägt die nordkoreanische Führung, das geplante Treffen in den USA und den Friedensprozess wieder aufkündigen.

 

Wenn es auf der koreanischen Halbinsel Krieg gibt, wird das ein Atomkrieg sein. Das geht alle Völker auf der Welt an. Deshalb rufen wir zur Solidarität mit dem koreanischen Volk auf. Eine Friedensdelegation aus Südkorea führt zur Zeit in den USA gemeinsam mit Friedensaktivisten von dort Aktionen durch. Wir tun das derzeit in Deutschland – nach Frankfurt reisen wir jetzt noch nach Leipzig, Dresden und Berlin.“

 

Monika Gärtner-Engel rief dazu auf, sich daran zu beteiligen und betonte, dass es eine besondere Beziehung zwischen Deutschland und Korea gebe. Dort herrsche ebenfalls eine tiefe Sehnsucht, wiedervereinigt zu sein. „Wir wissen, das muss erkämpft werden. Wir haben damit wichtige Erfahrungen, die weitergegeben werden müssen.“

 

Die praktische Zusammenarbeit der kämpferischen und revolutionären Kräfte der Welt, die internationale Koordinierung der Kämpfe sei das „Gebot der Stunde“. Dafür steht die revolutionäre Weltorganisation ICOR mit ihren mittlerweile 51 Mitgliedsorganisationen. So viele internationale Teilnehmer das Rebellische Musikfestival habe, sei es selbst fast eine „kleine ICOR“.

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