Published on Januar 23rd, 2018 | by K

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Tarifrunde 2018: Jung und Alt gemeinsam kämpfen! – Flugblatt

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Tarifrunde 2018: Jung und Alt gemeinsam kämpfen!

Unbefristete Übernahme aller Azubis und Jungfacharbeiter entsprechend der Ausbildung! Unbefristete Übernahme aller Leiharbeiter!

Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist in vollem Gange. Die IG Metall fordert 6% mehr Lohn und ein Recht auf individuelle Verkürzung der Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche mit teilweisem Lohnausgleich. Im Osten fordern die Belegschaften völlig berechtigt die Angleichung auf 35 Stunden pro Woche. Diese Spaltung muss nach 27 Jahren deutscher Einheit ein Ende haben! Über 200.000 Metaller begannen die ersten Warnstreiks kämpferisch. Allein in NRW legten die Kollegen in bisher 143 Betrieben die Arbeit nieder. Azubis sind vorne dabei. Zusammen mit den Kollegen für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen zu kämpfen, gehört genauso zur Ausbildung wie der Grundlehrgang Feilen!

Der Unternehmeverband Gesamtmetall machte das lächerliche „Angebot“ von 200 Euro Einmalzahlung und 2% für 12 Monate. Nach ihrer Logik sind unsere Forderungen „maßlos“, während sie sich wie selbstverständlich an unserer Arbeit bereichern. Von Arbeitszeitverkürzung wollen sie gar nichts wissen. Angesichts der drohenden Arbeitsplatzvernichtung und dem Umbau der Autoindustrie mit der Elektromobilität ist es für uns dagegen an der Zeit eine generelle Arbeitszeitverkürzung zu fordern. 30-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich auf Kosten der Profite!

Wie steht es um die Ausbildung? Erstmal geht ein großer Teil der Bewerber leer aus. Laut DGB waren Ende 2017 80.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Von 805.000 „Ausbildungsinteressierten“ fanden 2017 nur 65% eine Ausbildung. Dann wird ein Großteil nicht oder nur befristet übernommen. 40% der Azubis im letzten Lehrjahr wissen noch nicht, ob sie übernommen werden. Seit 2012 steht die unbefristete Übernahme im Manteltarifvertrag der IGM-Metall. Trotzdem wird in vielen Betrieben erst Mal mit befristeten Verträgen eine Art zweite Probezeit eingeführt. Wenn die Übernahme dann ansteht, sind die Lehrjahre über den ganzen Betrieb verstreut, was den gemeinsamen Kampf erschwert. Die vielen nicht übernommenen jungen Facharbeiter landen dann in Leiharbeit, wo die besondere Rechtlosigkeit zum Dauerzustand wird.

Die Unzufriedenheit über diese Zustände wächst und es entwickeln sich rebellische Proteste:

  • Bei Daimler in Stuttgart forderten die Azubis auf einer Jugendversammlung die versprochene Übernahme entsprechend der Ausbildung ein und buhten den Vertreter der Geschäftsleitung aus.

  • Bei Ford in Köln gründete sich ein Solidaritätskreis Alle heißt Alle‘. Die Belegschaft sammelte fast 1.000 Unterschriften dafür, dass wirklich alle übernommen werden. Unter dem Vorwand „zuviel krank“ will Ford eine kämpferische Kollegin loswerden.

  • Bei Siemens stehen Tausenden Arbeitsplätzen auch 18 Lehrwerkstätten auf der Kippe. S In Krefeld sollen 15 der 30 Jungfacharbeiter rausfliegen, werden rebellische Kollegen gemobbt.. Mit Demonstrationen und Aktionstagen kämpfen die Kollegen gegen den Kahlschlag.

  • Im Ruhrgebiet wächst die Unzufriedenheit über die Schließung des Bergbaus in 2018, die Nichtübernahme der Azubis und die Endlos-Befristungen bei der Zeitarbeitsfirma START.

  • Bei Thyssenkrupp findet aktuell die Abstimmung über einen Tarifvertrag statt. Viele Azubis waren kämpferisch bei den Aktionstagen und wollen berechtigter Weise dagegen stimmen – trotz „Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen“. Schon jetzt gibt es jedes Jahr Theater bei der Übernahme. Nach dem Zusammenschluss der Stahlsparten von Tata und Thyssenkrupp wird das garantiert noch schlimmer. Die Jugend braucht Arbeit bis zur Rente und nicht nur ein paar Jahre!

  • In den Krankenhäusern kämpfen Azubis für die Bezahlung der schulischen Ausbildung.

Ausbildungsplatzmangel, Befristung, Nichtübernahme und Leiharbeit sind kein Einzelfall. So gehen die Monopole mit der Jugend um während sie in der Presse scheinheilig über Fachkräftemangel jammern. Von den Konzernen wird uns eingebläut als Azubi, Befristeter oder Leiharbeiter sollte man die Klappe halten. Niemand darf diese besondere Rechtlosigkeit eines Teils der Belegschaft akzeptieren. Wir sind doch keine Duckmäuser! Manche denken auch „mich betrifft das nicht“ weil sie sich weiterbilden. Es ist aber der Grundgedanke der Arbeiterbewegung von den Interessen aller Arbeiter und nicht nur von sich auszugehen. Nur so konnten wir Erfolge rkämpfen. Deshalb müssen wir gemeinsam gegen diese Zustände aktiv werden.

Manche Betriebsratsspitze und Gewerkschaftsführer versteht sich heute als Co-Manager. Sie verbreiten Konzern- und Standortdenken, werben für faule Kompromisse und verraten damit die Interessen der Arbeiter. Bei Thyssenkrupp beinhaltet der ausgehandelte Tarifvertrag z.B. die Zustimmung zur Vernichtung von tausenden Arbeitsplätzen. In fast allen Betrieben werden mit „Standortsicherungen“ schrittweise erkämpfte Errungenschaften abgebaut. Der konsequente Kampf wird damit hintertrieben und gegen kämpferische Kollegen gehetzt. Wir brauchen unsere Gewerkschaften als Kampforganisationen. Allein in der IG-Metall sind fast 2,3 Millionen Arbeiter. Diese Kraft gilt es in die Waagschale zu werfen!

Der REBELL fordert: 10% Ausbildungsquote in der Großindustrie! Unbefristete Übernahme aller Azubis, Jungfacharbeiter und Leiharbeiter! Diese Forderungen müssen wir auch in die Warnstreiks einbringen. Malt dazu Transparente und Schilder, beteiligt euch mit der ganzen Ausbildungsgruppe an den Warnstreiks, Demos und Protesten und bereitet kämpferische Redebeiträge vor. Jeder rebellische Jugendliche, der für die Übernahme kämpfen will ist genau richtig im REBELL.

Der REBELL ist der Jugendverband der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands). Hier gehören Schüler, Azubis, junge Arbeiter, Studenten und Flüchtlinge zusammen: Gemeinsam sind wir stark! Wir kämpfen gemeinsam für Verbesserungen und halten fest zusammen. Wir denken aber auch darüber hinaus. Denn egal ob mit fünf oder zehn Prozent mehr Lohn: Die Ausbeutung bleibt im Kapitalismus Gesetz. Dabei wäre die Menschheit längst in der Lage, allen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen in Einheit mit der Natur. Das lässt sich aber nicht durch ein paar Reformen sondern nur durch eine Revolution verwirklichen die die Macht der großen Konzerne stürzt. Im echten Sozialismus gilt nicht mehr das Profitprinzip, sondern wird nach den Bedürfnissen der Menschheit produziert. In der Tarifrunde brauchen wir starke Gewerkschaften. Damit unser Kampf eine Perspektive bekommt, wir uns von Ausbeutung und Unterdrückung befreien können brauchen wir starke revolutionäre Organisationen. Mach mit!

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