Published on November 19th, 2017 | by K

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Junge Frauen gehen vorwärts – raus auf die Straße am 25.11.!

Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Er entstand anlässlich der Ermordung der drei Mirabal-Schwestern 1960 in der Domenikanischen Republik. Sie waren Widerstandskämpferinnen gegen die Trujillo-Diktatur, wurden verschleppt und umgebracht.

Gewalt an Frauen ist Ausdruck ihrer besonderen Unterdrückung in der kapitalistischen Gesellschaft. Das geschieht von sexueller Belästigung jeglicher Art, Gewalt in der Ehe, über Prostitution, bis hin zu Frauen- und Mädchenhandel. Mit den wachsenden Kriegskonflikten und der Krise der bürgerlichen Flüchtlingspolitik nimmt auch die Gewalt an Frauen und Mädchen zu – so ist die unmenschliche Behandlung von Mädchen und Frauen gezieltes Mittel zur Zermürbung z.B. im imperialistischen Krieg in Syrien.

Im Oktober deckte der Fall Harvey Weinstein ein ganzes System an sexuellen Übergriffen in Hollywood auf. Damit entstand die Kampagne #MeToo („Ich auch“) auf Twitter, in der Frauen über persönlich erfahrene sexuelle Übergriffe und Belästigungen in Alltag, Arbeit, Schule und Uni berichteten. Auch im EU-Parlament beklagen dutzende Frauen sexuelle Belästigung . Allein in Paris gingen Ende Oktober 2500 Menschen auf die Straße – hauptsächlich getragen durch junge Frauen. Zurecht fordern sie das Ende sexueller Übergriffe und Bestrafung der Täter. Es ist auch ein Angriff auf die bürgerliche Justiz, in der Frauen oft nicht geglaubt wird oder ihnen suggeriert wird, sie seien „selbst schuld“. Schon 2016 musste die Merkel-Regierung aufgrund breiter Proteste das Sexualstrafrecht verschärfen. Weltweit kämpfen Frauen und Mädchen gegen den Rechtsruck vieler Regierungen: Die frauenverachtende Politik des US-Präsidenten Trump forderte Millionen heraus, auf die Straße zu gehen. In Polen protestieren Frauen gegen die Verschärfung der Gesetze zu Schwangerschaftsabbrüchen.

Sexuelle Gewalt an Frauen resultiert aus der Degradierung der Frauen und Mädchen zum reinen Lustobjekt auf besonders widerliche Weise. Diese Unterdrückung wirkt unterschwellig bis ins Verhalten von vielen jungen Frauen, vor allem, ihr Selbstbewusstsein nur aus ihrem Aussehen zu ziehen. Gleichzeitig ist das kapitalistische System so aufgebaut, dass die Frau die Hauptverantwortung für Kind und Haushalt hat. TV-Serien erzählen uns auch noch, dass wir zur funktionierenden Alrounderin in der Kleinfamilie streben sollen. Das ist die Logik im Kapitalismus, denn nur so kann er aufrecht erhalten werden!

Die Aktivität junger Frauen, vor allem auf der Straße, ist Ausdruck des gewachsenen Frauenbewusstseins – und muss sich am 25.11. unbedingt durchdringen mit der internationalen kämpferischen Frauenbewegung!

Der REBELL unterstützt und organisiert Frauen und Mädchen, die gegen Gewalt an Frauen aufstehen. Wir rufen auf, sich jetzt erst Recht im REBELL zu organisieren und sich zusammenzuschließen. Denn um die Befreiung der Frau zu verwirklichen, benötigt es weitaus mehr als eine Internet-Kampagne. Sie benötigt den breiten Zusammenschluss kämpferischer Frauen wie bei der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016 in Nepal und eine organisierte kämpferische Frauenbewegung. Bei der Weltfrauenkonferenz 2016 erzählten YPJ-Frauen (Frauen-Volksbefreiungseinheit in Kurdistan) von ihrem organisierten bewaffneten Kampf und Frauen von Opel-Arbeitern, wie sie im Streik und Kampf gegen die Schließung des Bochumer Opelwerks vorne dran standen und die Solidarität organisierten.

Vor 100 Jahren setzte die Oktoberrevolution in Russland wahrhaft revolutionäre Gesetze durch: Eheschließung wurde Privatsache, nichteheliche Kinder wurden ehelichen gleichgestellt, Prostitution wurde verboten, Homosexualität war straffrei. So erreichte die Oktoberrevolution also binnen kurzer Zeit, was heute in vielen Ländern der Erde nicht durchgesetzt ist. Es lohnt also auch, sich am Tag gegen Gewalt an Frauen im besonderen Jahr 2017 über die Perspektive des Sozialismus auseinanderzusetzen. Der Kampf um die Befreiung der Frau braucht die Perspektive einer befreiten Gesellschaft!

Heraus zum Tag gegen Gewalt an Frauen! Beteiligt euch in eurer Stadt! Organisiert euch in REBELL und MLPD!


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