Published on November 25th, 2017 | by K

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Kriegsverherrlichung der Bundeswehr

An Widerlichkeit ist der „Kinospot“ der Bundeswehr auf You-Tube kaum zu übertreffen. Ein lässiger, orientalisch daherkommender Trap-Beat unterlegt die kurzen Ausschnitte über den imperialistischen Kampfeinsatz im westafrikanischen Mali. Eine ganze Reihe soll über diesen „heldenhaften“ Einsatz demnächst erscheinen.

Es ist offensichtlich ein weiterer, krampfhafter Versuch, das Image der Bundeswehr aufzupolieren und somit das antimilitaristische Bewusstsein zu zersetzen. Seit 2013 ist die Bundeswehr mit rund 150 Soldaten in Mali, 2016 wurde das Mandat vom Bundestag verlängert und die Zahl der Soldaten auf 650 mehr als vervierfacht. Nur „zur Sicherheit“ sind seit 2017 bis zu 1000 Soldaten aus Deutschland stationiert – 11.000 UN-Truppen insgesamt.

Oder warum wird nicht erwähnt, dass Mali der drittgrößte Goldproduzent ist, dass zwei Drittel der Exporte Gold sind, dass es von ausländischen Imperialisten gefördert wird und ihre Soldaten die Ausbeutung von Mensch und Natur schützen? Übrigens: Zur Förderung von einer Tonne Gold müssen circa 150 Tonnen Zyanid als Lauge aufgewandt werden. Wenige Milliliter davon sind für den Menschen tödlich. Man kann sich denken, wie sehr eine umweltfreundliche Entsorgung den Imperialisten am Herzen liegt. Am Herzen liegt ihnen bestimmt nicht nur das Gold. Überhaupt benötigt Goldbergbau Unmengen an Wasser, die man in einem Land an der Sahel-Zone sicher anders einsetzen könnte.

Im Gegenzug für die Militärpräsenz und die Minen hat die Regierung Malis 2016 eingewilligt, Flüchtlinge aus der EU zurückzunehmen. Das Recht auf Flucht soll am besten direkt vor der eigenen Haustür schon untersagt werden, ginge es nach den EU-Imperialisten.

Dafür wirbt die Bundeswehr nun offenbar und erntete unter ihrem Video Kommentare von „Ich muss mal eben kotzen.“ über „Ich bin ja immernoch der Meinung, dass man einen Verteidigungskrieg nur auf eigenem Boden führen kann.“ bis „Hauptsache gut vermarkten…“. Andere regen sich auch berechtigterweise darüber auf, dass das den Soldaten nicht gerecht wird, wenn diese in Realität verstümmelt und psychisch krank Einsätze beenden und online an der „Heimatfront“ so ein verherrlichendes, spannendes Kino daraus gemacht wird.

(Artikel aus dem aktuellen REBELL Magazin 6/2017: Klimakonferenz – Wer rettet die Umwelt?, Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen)

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