Published on Oktober 1st, 2017 | by K

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Oktoberrevolution: Das Jahrhundertereignis und unsere Lehren

Nur noch 16% der Menschen in Deutschland befürworten den Kapitalismus. Viele suchen nach einer gesellschaftlichen Alternative. Doch um diese Alternative haben die Herrschenden einen „Schutzwall“ namens moderner Antikommunismus errichtet. Die Oktoberrevolution und ihre Folgen waren, aller Hetze zum Trotz, der Beweis, dass eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung möglich ist!

Der I. Weltkrieg offenbart die grausame Fratze des Imperialismus

21 Millionen Tote sind im I. Weltkrieg von 1914-1918 zu beklagen. Angezettelt wurde er vom deutschen, neu aufstrebenden Imperialismus im Kampf um neue Macht und Einfluss. Es war der erste moderne Krieg, in dem Panzer und Chemiewaffen auf allen Seiten eingesetzt wurden, weshalb seine Opferzahl auch alles bisher dagewesene übertraf. Weltweit formierte sich der Widerstand der Arbeiterklasse dagegen. In Russland zog der Zar, den Hass der Arbeiter, Bauern und breiten Massen auf sich. Selbst die Bourgeoisie wollte ihn loswerden. Es gab nur Misserfolge an der Front und ein Betrieb nach dem anderen musste wegen Rohstoffmangel schließen. Das Jahr 1917 begann mit einem Generalstreik…

Februarrevolution und Doppelherrschaft

Anfang des Jahres 1917 kam es immer wieder zu Protesten. Die Bolschewiki kämpften im Bündnis mit Teilen der Bourgeoisie, bzw. ihrer Parteien. Diese Proteste mündeten in der bürgerlich-demokratischen Februarrevolution, die den Zarismus stürzten. Das Ergebnis war eine sogenannte Doppelherrschaft: Die bewaffneten Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets), teilten sich die Macht mit einer bürgerlichen provisorischen Regierung.

Der russische Revolutionär Lenin kennzeichnete diese Doppelherrschaft folgendermaßen: „Auf Grund eines freiwilligen gegenseitigen Übereinkommens teilten sich die Provisorische Regierung und die Sowjets die Staatsmacht. Die Sowjets waren Delegationen der Masse der freien, das heißt keiner Gewalt von außen unterworfenen, bewaffneten Arbeiter und Soldaten.“ (Lenin Werke Band 27, S. 181/182)

Kampf um den revolutionären Weg

Die bürgerliche Provisorische Regierung zeigte schnell, dass ihre Politik gegen das Volk und für die Weiterführung des imperialistischen Krieges war.

So entstand nach der siegreichen Februarrevolution ein Kampf um den weiteren Weg. Die Sowjets waren gespalten: Während die Bolschewiki die Errichtung einer sozialistischen Sowjetrepublik anstrebten, paktierten die Menschewiki (rechte Sozialdemokraten) und die Sozialrevolutionäre mit der Kapitalistenklasse und deren bürgerlichen Republik. Zu Anfang waren die Menschewiki noch in der Mehrheit.

Unter dem Zarismus musste die Partei der Bolschewiki unter sehr schwierigen Verhältnissen konspirativ in der Illegalität arbeiten. Nach der Februarrevolution konnten die Bolschewiki seit langem wieder offen arbeiten und baute ihre Strukturen nach dem demokratischen Zentralismus auf. Viele während der Zarenzeit verfolgte Bolschewiki kehrten nun wieder zurück. Es ging darum die Organisation zu stärken und Überzeugungsarbeit für den revolutionären Weg zu verstärken.

Lenins Aprilthesen

Anfang April kehrte Lenin aus dem Exil nach Russland zurück, in das er während der Zarenherrschaft flüchten musste. Während seiner Abwesenheit trat auch unter den Bolschewiki teilweise Verwirrung über den weiteren Weg auf. Lenin hatte die Lage in Russland genau analysiert und hielt ein Tag nach seiner Ankunft in Russland am 4. April 1917 das Referat „Die Aufgaben des Proletariats in unserer Revolution“. Er gab klar Orientierung mit der Losung: „Keinerlei Unterstützung der provisorischen Reichsregierung!“

„Die Eigenart der gegenwärtigen Lage in Rußland besteht im Übergang von der ersten Etappe der Revolution, die infolge des ungenügend entwickelten Klassenbewußtseins und der ungenügenden Organisiertheit des Proletariats der Bourgeoisie die Macht gab, zur zweiten Etappe der Revolution, die die Macht in die Hände des Proletariats und der ärmsten Schichten der Bauernschaft legen muß.“ (Lenin Werke Band 24, S. 1,2)

Lenin und die Oktoberrevolution

Von Februar bis Juli 1917 gewannen die Bolschewiki 200.000 Parteimitglieder und eroberten die Herzen der Massen. Hundertausende demonstrierten und forderten „Nieder mit dem Krieg!“

Die Übergangsregierung zeigte ihr wahres Gesicht. Sie ließ scharf schießen und richtete ein Blutbad an. Die Doppelherrschaft war beendet, die Revolution reifte heran. Auf diesem Boden fruchtete der Aufruf der Bolschewiki zum bewaffneten Aufstand. Die Matrosen in Kronstadt meutern, die Straßen von Petrograd sind mit hunderttausenden Arbeitern, Bauern und Soldaten gefüllt. Der Sturm auf das Winterpalais beginnt.

Am 7. November um 10 Uhr gibt das Revolutionäre Militärkomitee folgende Erklärung heraus: „An die Bürger Rußlands! Die Provisorische Reichsregierung ist gestürzt. Die Staatsmacht ist in die Hände des Organs des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, des Revolutionären Militärkomitees, übergegangen, das an der Spitze des Petrograder Proletariats und der Petrograder Garnison steht. Die Sache, für die das Volk gekämpft hat: das sofortige Angebot eines demokratischen Friedenjs, die Aufhebung des Eigentums der Gutsbesitzer an Grund und Boden, die Arbeiterkontrolle über die Produktion, die Bildung einer Sowjetregierung – diese Sache ist gesichert. Es lebe die Revolution der Arbeiter, Soldaten und Bauern!“ (Lenin Werke Band 26, S.227)

1917-1922: Fünf Jahre Intervention können die Sowjetmacht nicht auslöschen

Nach einer kurzen Atempause sieht sich das russische Volk neuen Feinden ausgesetzt: Insgesamt 14 Länder (darunter Frankreich, Großbritannien, Türkei, Japan) paktierten mit den Weißgardisten, den russischen Konterrevolutionären, und begannen eine militärische Intervention. Die rote Armee begann daraufhin mit der Rekrutierung und mit der Überzeugung der Massen für die Rote Armee. 1922 besiegte die Rote Armee die letzten imperialistischen Feinde. Jahre Frieden und erfolgreicher sozialistischer Aufbau zur zweitgrößten Industriemacht der Welt folgten…

Und heute?

Heute stehen wir ganz woanders, haben aber dennoch eine vergleichbare Situation. Der Imperialismus hat heute auf der Stufe der Neuorganisation der internationalen Produktion ein Stadium erreicht, in dem der gesamte Weltmarkt unter den Imperialisten aufgeteilt ist. Auch heute entstehen wieder neuimperialistische Staaten, die um die Vormacht kämpfen. Was das bedeuten kann, lehren uns die letzten beiden Weltkriege!

Allerdings ist die Menschheit um viele Erfahrungen reicher. Millionen sehen die Gefahr eines dritten Weltkriegs und wollen nicht in der kapitalistischen Barbarei untergehen.

Doch wohin soll die Reise gehen? Die Herrschenden haben ein System der kleinbürgerlichen Denkweise errichtet mit dem modernen Antikommunismus als Kern, der sagt „Kapitalismus ist nicht das gelbe vom Ei, aber der Sozialismus ist noch schlimmer“. Lenin und vor allem Stalin werden nach Strich und Faden durch den Dreck gezogen. An einer sachlichen Debatte sind die Antikommunisten nicht interessiert, sie wird unterdrückt und verhindert! Die Revolutionäre haben dagegen das größte Interesse alle Erfolge, Fehler, Probleme und Verbrechen gründlich auszuwerten um es in Zukunft besser zu machen.

Die Oktoberrevolution war ein begeisterndes Fanal, dass die Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung möglich ist. Damit es zu einem neuen Aufschwung im Kampf um den Sozialismus kommt, müssen wir klären wie es kommen konnte, dass der Sozialismus verraten wurde und Schlussfolgerungen ziehen. Die MLPD hat das gründlich untersucht. Mit dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 begann die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und später allen sozialistischen Ländern. Eine kleinbürgerliche Clique aus egoistischen Karrieristen in der Partei und Staatsführung wirtschaftete in die eigene Tasche, entwickelte sich zu einer neuen Kapitalistenklasse. Die Hetze die gegen Stalin aus allen Rohren kommt, geht auf ihren Wortführer Chruschtschow zurück, der für sein Machtstreben das Ansehen Stalins attakkiert um Hand an seine Gesetze legen zu können.

Es ist eine praktische Schlussfolgerungen, dass z.B. die Kandidaten der Internationalistischen Liste/ MLPD keinen Cent an Geldern annehmen dürfen. Karrierismus wird so ein Riegel vorgeschoben.

Eine Revolution muss unter heutigen Bedingungen eine internationale, sozialistische Revolution sein. Der REBELL ist daher stolz mit der MLPD, Teil der revolutionären Weltorganisation ICOR zu sein.

Wir empfehlen euch hier zeitgenössische und weitergehende Literatur zu dem Thema!

(Artikel aus dem aktuellen REBELL Magazin 5/2017: 100 Jahre Oktoberrevolution, Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen)

 

 

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