Published on November 21st, 2016 | by K

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Der Imperialismus – Vorabend der internationalen sozialistischen Revolution

Was ist Imperialismus?

Der Imperialismus ist das höchste und letzte Stadium des Kapitalismus. Der nächste Schritt vorwärts für die Menschheit ist der Sozialismus. In seinem Werk „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ entwickelte Wladimir Iljitsch Lenin 1916 die Analyse von Karl Marx und Friedrich Engels weiter.

Der Übergang vom Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Imperialismus fand in den fortgeschrittensten kapitalistischen Staaten mit dem Übergang vom 19. in das 20. Jahrhundert statt. Grundlegende Merkmale des Imperialismus als neue Entwicklungsstufe des Kapitalismus arbeitete Lenin heraus: „Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf jener Entwicklungsstufe, wo die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausgebildet, der Kapitalexport hervorragende Bedeutung gewonnen, die Aufteilung der Welt durch die internationalen Trusts begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde durch die größten kapitalistischen Länder abgeschlossen ist.“ (Lenin Werke, Bd. 22, S.271)

Die neuimperialistischen Staaten und der Aufstieg des Faschismus in der Türkei

Mit dem Untergang des bürokratisch-kapitalistischen Ostblocks Anfang der 1990er Jahre begann ein Prozess der Neuorganisation der internationalen Produktion im Rahmen des imperialistischen Weltsystems. Es bildeten sich 500 internationale Übermonopole heraus, die das Geschehen auf der Welt diktieren. Sie sind jedoch kein einheitlicher Block, sondern von Widersprüchen geprägt. „Die Übermonopole haben konkurrierende ökonomische und politische Interessen sowie unterschiedliche nationalstaatliche Grundlagen und Bindungen. Verschiedene Gruppen von Übermonopolen kämpfen erbittert gegeneinander um geostrategische Einflussgebiete, um die Kontrolle der Rohstoffreserven und um den Weltmarkt, um vorherrschenden politischen Einfluss in internationalen Organisationen und in den Nationalstaaten, in denen sie ihre machtpolitische Basis haben.“ (Stefan Engel: Morgenröte über der internationalen sozialistischen Revolution, S.158) Neben diesen 500 größten Übermonopolen  wuchs auch das internationale Industrieproletariat, das mit verbündeten Kräften den Imperialismus zu Fall bringen wird. Um den dafür notwendigen Prozess der ideologisch-politischen Vereinheitlichung, Koordination und Kooperation zu gehen, wurde 2010 die ICOR gegründet – die Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen.

Der Imperialismus kennt zwei Formen der Herrschaft, die sich auch miteinander verflechten. Zum einen die bürgerliche Demokratie, bei der die Herrschaft durch Betrug im Vordergrund steht, zum anderen die Militärdiktatur und der Faschismus, bei der die terroristische Diktatur die Hauptseite ist. Lenin beschrieb die Herrschaftsmethoden des Imperialismus so:
„Die erste Methode ist die Methode der Gewalt, die Methode der Verweigerung jeglicher Zugeständnisse an die Arbeiterbewegung, die Methode der Aufrechterhaltung aller alten und überlebten Institutionen, die Methode der unnachgiebigen Ablehnung von Reformen … Die zweite Methode ist die Methode des „Liberalismus“, der Schritte in der Richtung auf die Entfaltung politischer Rechte, in der Richtung auf Reformen, Zugeständnisse usw.“ (Lenin Werke, Bd. 16, S. 356, „Die Differenzen in der europäischen Arbeiterbewegung“)

Eine neue Erscheinung in der Entwicklung des imperialistischen Weltsystems ist die Herausbildung neuimperialistischer Länder, die sich über nur wenige Jahre von neokolonial- abhängigen Ländern zu imperialistischen Mächten aufgestiegen z.B. Indien, Brasilien, Türkei, Indonesien und Russland. Das war möglich geworden durch erhöhte Kapitalexporte seit Anfang der 90er Jahre in die entsprechenden Länder. Zusammen mit umfangreichen Privatisierungen und der Umwandlung der bäuerlichen Landwirtschaft in industrielle Produktion entstanden aus der der nationalen Großbourgeoisie erste Monopole.

Das türkische Erdogan-Regime trieb seit Jahren, gemeinsam mit der Unterdrückung des kurdischen Befreiungskampfes, die Faschisierung des Staatsapparats voran. Die hauptsächliche Herrschaftsmethode war aber eine eingeschränkte bürgerliche Demokratie.

Nach dem gescheiterten Militärputsch am 15. Juli wurde die gewaltsame Unterdrükkung die Hauptmethode der Herrschenden in der Türkei.

(Artikel aus dem aktuellen REBELL Magazin 6/2016: Revolution ist kein Verbrechen!, Hier Abo abschließen oder hier Heft bestellen)

 

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