Published on Januar 17th, 2016 | by K

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Gegen Sexismus und rassistische Hetze!

(Flugblatt) In der Silvesternacht kam es am Kölner Hauptbahnhof zu Belästigungen, Diebstahl und sexuellen Übergriffen durch mehrere hundert Männer. Die Frauen und Mädchen, die den Start ins neue Jahr feiern wollten, wurden bedrängt, es wurde ihnen unter die Kleidung gefasst, viele wurden bestohlen. Bei der Kölner Polizei liegen mittlerweile über 550 Anzeigen vor, einige von ihnen sogar wegen Vergewaltigung. Den Frauen und Mädchen gilt unsere volle Solidarität und wir verurteilen diese sexistischen Angriffe! Die Täter müssen bestraft werden, völlig unabhängig von ihrer Herkunft. Die bedrängten Frauen setzten sich zur Wehr, gingen in die Öffentlichkeit, zur Polizei und seit Silvester gab es bereits mehrere Kundgebungen gegen die sexistischen Übergriffe und ihre rassistische Ausschlachtung. Der Gang in die Öffentlichkeit erfordert Mut und Selbstbewusstsein und ist genau richtig. Schließlich geht man davon aus, dass gerade Mal 5 Prozent der Sexualstraftaten angezeigt wird – aus Scham oder Angst vor Vorwürfen, selbst Schuld zu sein. Doch weltweit wächst das Frauen(selbst)bewusstsein! Die Verschärfung des Sexualstrafrechts ist eine Reaktion auf die wachsende Kritik an den bisherigen Gesetzen und der gesellschaftlichen Praxis.

Gleichzeitig ist es empörend, wie die Vorfälle nun für eine allgemeine Stimmungsmache gegen Flüchtlinge ausgeschlachtet wird. In der großen Koalition überbieten sich SPD und CDU/ CSU mit Vorschlägen das Asylrecht zu verschärfen. Angela Merkel spricht von einer Wende in der deutschen Asylpolitik. Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist aber bei weitem kein neues Problem. 2015 wurden auf dem Oktoberfest 20 Sexualdelikte angezeigt, die Dunkelziffer liegt bei mehreren hundert. Fast jede siebte Frau in Deutschland erlebt in ihrem Leben sexuelle Gewalt. Grund dafür ist eine reaktionäre, frauenverachtenden, sexistische Denkweise bei den Tätern – egal aus welchem Land sie kommen. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Frau im Kapitalismus zur Ware degradiert wird, was mit öffentlicher Werbung für Flatratesex, durch Pornographie und sexistische Werbung auch noch verbreitet wird.

Dieser größere Zusammenhang wird heruntergespielt. Stattdessen sollen diese Ereignisse genutzt werden, die große Solidarität mit Flüchtlingen unter den Massen zu zersetzen und Misstrauen und Angst vor Migranten zu sähen. Ein großer Teil der Menschen in Deutschland ist solidarisch mit Flüchtlingen, viele helfen ehrenamtlich wo sie können. Die Vorschläge von Thomas De Maiziere und Heiko Maas richtet sich auch gegen die zunehmende politische Aktivität der Flüchtlinge. So soll „Widerstand gegen Polizeigewalt“ besonders hart bestraft werden, die Asylgesetze verschärft, Flüchtlinge schneller abgeschoben und sie daran gehindert werden, z.B. an Demonstrationen teilzunehmen. Auch Kräfte wie Pro NRW, Pegida und die NPD, bekannt für ihre reaktionäres Frauenbild,treten auf den Plan, um die „Ehre deutscher Frauen“ zu verteidigen. JA zur Solidarität mit den betroffenen Frauen, NEIN zu rassistischer Hetze unter heuchlerischen Vorwänden.

Der REBELL ruft auf aktiv zu werden. Am 8.März, dem Weltfrauentag zu demonstrieren und sich organisiert zusammenzuschließen. Wir unterstützen die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Nepal im März 2016. Dort wird der weltweite Kampf gegen Gewalt an Frauen eine wichtige Rolle spielen. Sie kann erst in einer befreiten Gesellschaft gänzlich abgeschafft werden. Deshalb steht der REBELL für den echten Sozialismus als eine solche Perspektive.

Der REBELL bereitet die 2. Weltfrauenkonferenz aktiv vor und wird dort gemeinsam mit Frauen aus Afrika einen internationalen Songcontest durchführen, der eine Hymne der Weltfrauen küren soll! Die Konferenz kann jede unterstützen, indem sie sie bekannt macht, Spenden sammelt, selbst nach Nepal fährt und Mitglied im Jugendverband REBELL wird!

Hier als Flugblatt herunterladen!

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