Published on November 24th, 2015 | by K

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Gesundheitszentrum Kobanê jetzt in Händen der Selbstverwaltung!

Gesundheitszentrum von Kobanê am 20.11.2015 feierlich übergeben, gebaut von 170 Brigadisten aus zehn Ländern zusammen mit Arbeitern aus Kobanê

Über 500 Menschen, einheimische Bauarbeiter und ihre Familien, hochrangige Regierungsvertreter von Kobanê, Vertreter und Teilnehmer der ICOR-Solidaritätsbrigaden, YPG-Kämpfer, Fraueninitiativen, Kin­der, Nachbarn des Gesundheitszentrums und Kulturgruppen feierten am 20.11. Die Übergabe des Gesund­heitszentrums Kobanê an die Selbstverwaltungsorgane und die Bevölkerung der Stadt.

Ein Korrespondent berichtet direkt aus der Stadt: „Der erste Sonnenstrahl, ein neuer Tag bricht an, Rui­nen rings um, unser Haus wächst heran, jeden Stein auf unserem Weg fügen wir in unsere Mauer ein“ – buchstäblich jedes Wort der Hymne der freiwilligen Aufbauhelferinnen und Aufbauhelfer wurde bei der Übergabe des Gesundheitszen­trums Kobanê Wirklichkeit.
Enver Müslim, Ministerpräsident des Kantons Kobanê führte in seiner Rede auf Kurmanci sinngemäß aus: „Sie alle haben mit uns gelebt und gekämpft. … Kobanê ist Symbol für die ganze Welt. … Kann sein, dass mancher vor allem wegen des Baus des Gesundheitszentrums gekommen ist. Aber für uns hat er eine größere Bedeutung. Wir spüren: Wir sind nicht allein. Menschen sind hinter oder neben uns…Wir glau­ben, der Kampf geht weiter. Bis alle Menschen frei sind!“

Des weiteren sprachen Dozdar H., Vertreter der PYD, der Maurer und Verputzer Sayed stellvertretend für alle einheimischen Arbeiter am Bau und eine Delegation der YYPG.
Die Enthüllung des Gedenksteins an dieses Gemeinschaftswerk und die Unterzeichnung des Vertrages zur Übergabe des Gesundheitszentrums in die Hände der Verwaltung waren feierliche Höhepunkte im gesam­ten Ablauf. Der Text des Gedenksteins in Deutsch, Englisch und Kurmanci heißt: „Dieses Gesundheits­zentrum wurde im Jahr 2015 von 170 Brigadisten aus zehn Ländern zusammen mit Arbeitern aus Kobanê gebaut. Furchtlos setzten sie ihre Arbeit auch nach dem IS-Massaker vom 25. Juni fort.“

Gebannt verfolgten die Besucher die Reden: Der des stellvertretenden Hauptkoordinators der ICOR, San­jay Singhvi, und der von Gabi Gärtner von der ICOR und der Projektleitung. Diese enthielt auch die Grußbotschaft des ICOR-Hauptkoordinators Stefan Engel. Beide Reden wurden stellvertretend von Teil­nehmern der in Kobanê anwesenden freiwilligen Aufbauhelfer der sechsten Brigade vorgetragen, weil die Anreise der Delegation und der siebenten Brigade zur Eröffnungsfeier über die Grenze der Türkei und im Nordirak verweigert wurde.

Obwohl die Einreise der Delegation und der Teilnehmer der siebenten Brigade seit Wochen beantragt und von höchstinstanzlichen zuständigen Stellen der kurdischen Autonomie-Region im Nordirak zugesagt war, wurde der Grenzübertritt dann an der Grenzstation untersagt. Ein skandalöser Vorgang. Das wirft die Frage auf: Wer hat hier – offenbar von höchster Stelle im In- oder Ausland – interveniert?

Der Erfolg der internationalen Solidarität bei diesem Gemeinschaftsprojekt ist auch ein reeller Beitrag im Kampf gegen die Fluchtursachen in Nordsyrien. In Deutschland fanden an diesem Tag deshalb in 28 Städ­ten festliche Veranstaltungen/Feiern statt wo mit einem kurzen Film und von Teilnehmern der internatio­nalen Brigaden berichtet und der Erfolg dieser gelebten internationalen Solidarität gefeiert wurde.

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