Published on Oktober 22nd, 2015 | by K

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Kobane-Brigadist im Schulprojekt „Flüchtlinge“

Das ‚Internationale Profil‘ der Oberstufe einer Schule in Hamburg war in der Abschlusswoche seines Projektes „Flüchtlinge“, in der Schüler sich nicht nur theoretisch mit der Situation der Flüchtlinge und den Fluchtursachen auseinandersetzten, sondern auch praktisch anpackten beim Verteilen von Hilfsgütern, mit Schulnachhilfe, beim Organisieren von Begrüßungsfesten bis hin zum Besuch des St. Pauli-Spiels, wo die Flüchtlinge mit einem Riesentransparent begrüßt wurden. Oft mit einem Arbeitseinsatz weit über die Unterrichtszeit hinaus!

In einer Doppelstunde verfolgten die Schüler mit ihren Lehrern in gespannter Aufmerksamkeit den Bericht eines Mitglieds der ICOR-Solidaritätsbrigade für den Aufbau eines Gesundheitszentrums in Kobane. Ihm ging es darum, die Unterstützung des Befreiungskampfs in Rojava zu einem Bestandteil der herzlichen und solidarischen Willkommenskultur von Zehntausenden Hamburgern zu machen. Denn hier können die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren und ihre Zukunft in eigener Selbstverwaltung aufbauen: im solidarischen Zusammenleben unterschiedlichster Völkerschaften, über Religions- und Weltanschauungsgrenzen hinweg, mit nie gekannten Rechten und Aktivitäten der Frauen und im Einsatz für den Schutz der natürlichen Umwelt.

Natürlich riskieren die Brigadisten etwas und bringen auch persönliche Opfer beim Aufbau des Gesundheitszentrums in der weitgehend zerstörten, aber befreiten Stadt Kobane. „Aber wir waren glücklich uns mit den Menschen dort zu verbinden: der großen Zuversicht, dass sie in ihrem Kampf um Demokratie und Freiheit auf Dauer siegen, der Härte in ihrem Lebens- und Befreiungskampf, der Verarbeitung der Trauer um die Opfer des faschistischen IS-Terrors und Umwandlung in Kraft für die Gestaltung ihrer Zukunft! Der Fröhlichkeit der Kinder mit ihren Liedern – trotz traumatischer Erlebnisse!“ so der Brigadist in seinem Bericht.

Es ist eine Schande, dass es keine offene Grenze von der Türkei nach Rojava/Kobane gibt – Außenminister Steinmeier warnt sogar, dorthin zurück zu kehren! Welch Widerspruch, wenn die Bundesregierung gleichzeitig tönt, man müsse die Fluchtursachen beseitigen und des Flüchtlingsstroms Herr werden.“

Die Forderung und Aufforderung

  • Öffnet den humanitären Korridor – Kobane muss leben!

  • Spendet für den Aufbau des Gesundheitszentrums in Kobane!

waren die nächsten praktischen Konsequenzen aus seinem Bericht.

Und weitergehend: der Befreiungskampf kann ohne internationale Solidarität nicht siegen!

Die Fragen und Diskussion danach dienten vor allem, sich in der komplizierten politischen Situation zu orientieren. Dem Lehrer liegt daran, dass die Schüler sich über ihr Schulprojekt hinaus dauerhaft in der Flüchtlingsfrage engagieren.

Ein Schüler, selbst Mitglied von SOLIDARITÄT INTERNATIONAL, sammelte am Präsentationsabend des Schulprojekts 425,25 € Spenden für das Gesundheitszentrum in Kobane, darunter eine Großspende von 400.- € und einige Unterschriften für den humanitären Korridor. Es besteht Interesse, beim Aufbau des „Haus der Solidarität“ in Truckenthal/Thüringen mitzuarbeiten – einem Flüchtlingsheim mit Begegnungsstätte zur Herstellung einer dauerhaften Solidarität zwischen Flüchtlingen und Bevölkerung.

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