Published on August 26th, 2015 | by K

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Statt „Haus der Solidarität“ zu nutzen – wird Ex-Bordell für Flüchtlinge gemietet

Statt „Haus der Solidarität“ zu nutzen – In Thüringen wird Ex-Bordell für Flüchtlinge gemietet

Über 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene Teilnehmer des Sommercamps packten beim Bau des „Haus der Solidarität“ in Truckenthal/Thüringen, mit an. Sein Aufbau ist ein wichtiger Bestandteil des ICOR-Solidaritätspaktes zum Wiederaufbau von Kobanê und es soll möglichst bald Platz für etwa 70 kurdisch-syrische und kurdisch-irakische Flüchtlinge bieten.

Doch angeblich wird es nicht benötigt. Es sei genug Platz in Thüringen vorhanden.

Stattdessen mietet man in Erfurt lieber ein kriselndes Ex-Bordell an, nachdem der bisherige Betreiber sich anbot. Dort sollen 144 Flüchtlinge untergebracht werden können. Damit das ganze nicht so abstoßend wirkt, wird beim Gebäudeeigentümer gemietet. Als ob es besser wäre, wenn nicht der Zuhälter, sondern sein Vermieter den Gewinn macht. Immerhin hatten in den letzten 20 Jahren beide keine Skrupel, an der Prostitution zu verdienen, welche wie kein anderes Geschäft mit dem Menschenhandel, Zwang und Entrechtung der Frau verbunden ist.

Noch dazu liegt das Gebäude außerhalb der Stadt in einem Industriegebiet. Damit wird verhindert, dass die Flüchtlinge die Erfurter Bevölkerung kennen lernen können. Auch sind Industriegebiete nicht gerade für ihren Erholungswert bekannt. Dabei brauchen Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten vor allem erstmal Verpflegung, medizinische Versorgung, gute Erholungsmöglichkeiten und Unterstützung, um dass für sie neue Land kennen zu lernen.

Diese Möglichkeiten bietet das „Haus der Solidarität“. Es ist ein großes Wohngebäude mitten im Thüringer Wald und Teil einer Freizeitanlage, an dem die Flüchtlinge zu Ruhe kommen und sich von den Strapazen monate- und jahrelanger Flucht erholen können. Der KCD-E, der Dachverband kurdischer Organisationen in Europa, bietet an, die Unterbringung syrischer und kurdischer Flüchtlinge in Truckenthal zu unterstützen. Für uns ist ein wichtiger Bestandteil des ICOR-Solidaritätspaktes zum Wiederaufbau von Kobanê, auch die vor dem IS flüchtenden Kurden zu unterstützen, um dem kurdischen Befreiungskampf zu dienen. Doch dies scheint der Landesregierung aus antikommunistischen Motiven ein Dorn im Auge. Es sei es beschränkend und unhumanitär, nur bestimmte Flüchtlinge aufzunehmen. Als ob es humanitär sei, Menschen aus allen Ecken der Welt in völlig über belegte Erstaufnahmeeinrichtungen zu stecken, wo sie die verschiedenen Nationalitäten gar nicht verständigen können. Angesichts dessen und der mangelhaften Versorgung ist es doch kein Wunder, dass es zu Anspannungen kommt.

Unser Projekt lebt besonders von ehrenamtlicher Arbeit, sowohl im Aufbau, wie auch im Betrieb. Deshalb beteilige auch du dich an den U18-Brigaden zum Aufbau des „Hauses der Solidarität“! Wende dich an die Rebellen an deinem Ort oder an unsere Geschäftsstelle. In den Herbstferien werden wir drei Wochen lang weiter im Rahmen unserer Herbststudienfreizeit am Haus der Solidarität bauen. Wir freuen uns auf deine Unterstützung!

weitere Infos zum Thema:

http://www.rf-news.de/2015/kw34/thueringer-landesregierung-vor-dem-scherbenhaufen-der-eigenen-politik

http://www.rf-news.de/2015/kw34/nach-der-eskalation-der-auseinandersetzungen-in-suhl-brief-an-ministerpraesident-ramelow-zum-haus-der-solidaritaet/

http://www.rf-news.de/2015/kw33/wir-wuenschen-uns-dass-wir-im-haus-der-solidaritaet-in-truckenthal-leben-koennen

http://rebell.info/2015/08/das-13-waldfest-ein-besonderes-fest-der-internationalen-solidaritaet/

 

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