Published on Dezember 21st, 2014 | by J

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Stoppt die Waldrodung durch RWE – Kurzbericht Umweltkampftag Köln

Wir von der REBELL-Gruppe Köln haben am 30. November einen gemeinsamen Ausflug zur Waldbesetzung und zum Protestcamp am Hambacher Forst unternommen. Zuvor haben wir in unserer öffentlichen Umwelt AG die Förderung und Verbrennung fossiler Energien und der Braunkohle besprochen, ihren Beitrag zur drohenden globalen Umweltkatastrophe und die Möglichkeit der Bekämpfung dieser. Deshalb haben wir uns mit einigen gesammelten Sachspenden und Lebensmitteln auf den Weg gemacht zum Hambacher Forst der ca. 50km vor Köln liegt.

Der Hambacher Forst soll nämlich im Auftrag von RWE komplett gerodet werden, um dem Braunkohleabbau Platz zu machen. Einer der größten CO2 Quellen auf Kosten einer ursprünglich 5.500 Hektar großen CO2 Senke. Doch es gibt sehr erbitterten Widerstand durch Umweltschützer aus verschiedenen Ecken und Bürgern in der Nähe dieses „größten Lochs Europas“, welche ein Camp vor dem Hambacher Forst aufgeschlagen und den Wald besetzt haben. Seit zwei Jahren wird der Kampf öffentlich gemacht und geführt, manche sind schon seit 1 ½ Jahren durchgehend dabei. Diese Hingabe und dieses Bewusstsein hat uns sehr beeindruckt, v.a. die Kreativität, das Fachwissen und die Erfahrung dieser Menschen.

Wie wir bereits in unerer Soli-Addresse erwähnt haben, wurde Anfang November ein Teil der Waldbesetzung brutal geräumt. Doch die Jugendlichen berichteten uns, dass „nach der Räumung, wie vor der Räumung“ gewesen war. Weitere Barrikaden wurden errichtet, neue Bäume wurden besetzt. Jeden Tag ist mit einer erneuten Räumung zu rechnen. RWEs ausgewählten Sicherheitsdienste gehen dabei skrupellos und sadistisch vor, z.B. als sie auf eine am Boden liegende Demonstrantin einprügelten, bis sie bewusstlos war.

Im Laufe des Besuches und beim Rundgang durch den Wald konnten wir einander besser kennenlernen und uns einen besseren persönlichen Eindruck der Besetzung und des Widerstandes machen. Wir drückten unsere Solidarität aus und übergaben Lebensmittel, Handschuhe, Seife usw., und sicherten zu, dass wir den Protest weiter bekannt machten und weitere Solidarität gegen die Repression und für die Rettung des Hambacher Forsts organisieren.

Wir luden alle Anwesenden ein, aktiv zu werden beim internationalen Umweltkampftag am 6. Dezember, dort ein Teil des Protestes zu sein und dort ihre eigenen Anliegen vorzustellen. Wir vom REBELL beteiligen uns dort aktiv, denn wir denken, dass zur Rettung der Umwelt eine internationale Widerstandsfront notwendig ist und dass der Umweltkampftag dazu ein Beitrag ist. Der Umweltkampftag in Köln war erfolgreich, es nahmen zur ca. 40 Teilnehmer aus verschiedenen Organisationen von Köln, Leverkusen und Bonn dauerhaft teil. Wir vom REBELL haben einen Stand durchgeführt und uns mit einem Redebeitrag an der Kundgebung beteiligt. Die Rotfüchse waren auch fester Bestandteil: Sie sangen ihr Umweltkämpferlied, hielten einen kurzen Redebeitrag und verkauften für ihre Finanzierung selbstgebackene Plätzchen. Mit einem Transparent machten wir den Hambacher Forst breiter bekannt und luden alle Jugendlichen ein, bei unserer Umwelt AG mitzumachen, da wir in diesem Kampf gegen die Profitwirtschaft mehr Mitstreiter brauchen. Wir werden sicherlich demnächst nochmal zum Hambacher Forst fahren, also macht euch im Internet ein Bild davon und wir würden uns freuen, wenn ihr mit uns mitfahren würdet!

REBELL-Gruppe und Umwelt AG Köln

 

Unser Redebeitrag:

Rede zum Umweltkampftag

Heute demonstrieren wir anlässlich des internationalen Weltklimatages, der parallel zur Weltklimakonferenz der UNO stattfindet. Wir vom REBELL, dem Jugendverband der MLPD, begehen ihn heute als Umweltkampftag der ICOR weltweit. Wir protestieren gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Umwelt des Menschen und damit seiner Lebensgrundlagen durch das alleinherrschende internationale Finanzkapital.

Es ist unbedingt notwendig, gegen den andauernden Ausstoß von Treibhausgasen, gegen die Vermüllung der Umwelt, v.a. der Meere, gegen die maßlose Verschwendung von Rohstoffen, das Aufopfern sauberer Luft für Profit, den Verzicht auf Recycling, Vergiftung des Grundwassers oder seine Privatisierung und viele weitere Verbrechen zu protestieren. Denn die herrschenden Monopole und die ihnen hörigen Regierungen haben wiederholt bewiesen, dass sie absolut unfähig und unwillig sind, etwas gegen diese himmelsschreienden Gefahren für die Menschheit zu unternehmen.Sie halten uns bestenfalls mit Versprechungen hin, die zu weit weg liegen und die Ziele überhaupt viel zu niedrig stecken. Man muss die bürgerlichen Regierungen und ihre Klimakonferenzen als Täuschungsmanöver entlarven. Man muss im Kampf gegen dieses Systen verhindern, weiter mit Siebenmeilenschritten auf die Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur zuzulaufen. Es ist die kapitalistische Produktionsweise, die diese Probleme verursacht und ungebremst zuspitzt. So steuern wir unserer Meinung nach geradewegs auf eine globale Umweltkatastrophe zu, die es jetzt gilt, anzuerkennen und anzugehen.

Man muss sich klar machen, dass eine Produktionsweise, die heutzutage gezwungen ist, den Menschen und die Natur aus reinem Profitinteresse überauszubeuten, keine tragbare ist.

Überall wird gegen konkrete Verbrechen protestiert, wie z.B. die Anti-Akw Bewegung in Japan und Indien oder die Bewegung zum Schutz des Regenwaldes in Peru. Im Hambacher Forst haben sich Umweltschützer zusamengefunden, um gegen die Rodung des Waldes durch RWE zu protestieren. Er bestand mal aus 5.500 ha und wird zum Ende nur noch wenige Hundert betragen. Das ist ein unglaubliches Verbrechen, da man die Nutzung der Braunkohle, einer der größten Co2 Quellen, auf Kosten der Wälder ausbaut, die sowieso schon überarbeitet sind als Co 2 Senken. RWE hinterlässt uns damit nicht nur das größte Loch Europas, sondern unbrauchbare Erde, hohe Feinstaubbelastung und alleine jährlich 368 Tonnen freigesetztes Uran.

Um der drohenden globalen Umweltkatastrophe entgegenzutreten, müssen wir uns organisieren und wir brauchen eine internationale Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft. Der heutige Tag muss und wird dazu einen Beitrag leisten.

Wir vom REBELL haben die Umweltfrage, als einem der Hauptwidersprüche der heutigen Gesellschaft, als Thema in unseren Umwelt AGs und wollen hier dazu einladen, sich bei der örtlichen AG mit zu engagieren, wenn einem die Umweltfrage auch am Herzen liegt. Wir eignen uns dazu das Buch „Katastrophenalarm! – Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ von Stefan Engel an und besprechen aktuelle Möglichkeiten, praktisch an diese Frage heranzugehen und wohin dieser Weg führen muss. Unserer Meinung nach, kann es nur eine sozialistische Gesellschaft, ohne Ausbeutung von Mensch und Natur sein.

Hoch die internationale Solidarität!

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