Published on Oktober 9th, 2014 | by J

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Kurzinterview mit Clariste auf dem 11. Frauenpolitischen Ratschlag

Wir haben Clariste Sog Moube am Rande des 11. Frauenpolitischen Ratschlags 2014 in Chemnitz interviewt. Sie kommt aus Mali und ist Koordinatorin der Weltfrauen.

Hallo Clariste!
Du hast das gerade das Forum „Frauen auf der Flucht“ besucht und darin aktiv mitgewirkt. Was nimmst du aus diesem Forum mit?

Clariste: Die Frauen wissen immer mehr darüber Bescheid, was los ist auf der Welt. Sie sind auch besser bereit als früher, um andere zu mobilisieren. Frauen sind auf dem Weg, aber wir haben noch auch viel Arbeit vor uns, um die Welt zu verändern. Es war besonders interessant, was die jungen Leute hier gesagt haben. Junge Menschen denken schon über Konsumverhalten nach und über den Kapitalismus als Feind. So weiß ich, dass ich ruhig sterben kann, dass der Kampf auf jeden Fall von der jüngeren Generation weitergetragen wird.

Gestern in deinem Impulsreferat hast du über Hilfe aus dem Norden für Afrika gesagt, dass man einem Ebola-Kranken keine Aspirin geben kann und dass es oft nur Mitleid ist, was in Europa empfunden wird gegenüber Afrikanern. Was ist also deiner Meinung nach die richtige Einstellung, wie sollten junge Menschen in Europa/Deutschland fühlen und handeln?

Clariste: Naja, Mitleid ist ok, aber das ist nicht die Lösung! Wir brauchen Respekt. Wichtig ist, dass die Leute so genommen werden, wie sie sind. Dass man nicht für andere Leute denkt oder spricht. Die Leute können sich ausdrücken, man sollte ihnen besser zuhören, wenn sie mit ihrer eigenen Stimme sprechen. So sollte man anfangen. Für andere zu denken ist nicht die Lösung. Also wichtig ist der Respekt, dass man aufhört, Menschen aus Afrika wie Kinder zu behandeln, die nicht selbst denken können.

Vielen Dank!

Link zum Videointerview mit Clariste auf dem Frauenpolitischen Ratschlag: https://www.youtube.com/watch?v=aurPyUvw9jY

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