Published on Oktober 10th, 2014 | by J

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Interview mit Consie von der philippinischen Frauenorganisation GABRIELA auf dem 11. Frauenpolitischen Ratschlag

Erzähle uns bitte, wie die Arbeit von Gabriela allgemein aussieht.
Consie: Ich bin Mitglied bei Gabriela, lebe aber nicht mehr auf den Philippinen, sondern seit 9 Jahren in den Niederlanden. Ich wohne in Utrecht, die meisten Mitglieder von Gabriela in den Niederlanden gibt es allerdings in Amsterdam.

Wie oft bist du auf den Philippinen?
Ich war dieses Jahr von April bis August dort, aber das geht nicht jedes Jahr.

Was unterscheidet Gabriela auf den Philippinen von Gabriela in den Niederlanden? Gibt es unterschiedliche Themen?
Wir sind eine Unterstützungsgruppe für Gabriela: Support committee for women and children in the philippines. Wir beteiligen uns an den Projekten. Zum Beispiel sammeln wir Geld, indem wir Kleider oder Essen verkaufen. Das Geld wird auf die Philippinen geschickt. Für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind und für die Opfer des Taifuns.

Wie oft sind eure Treffen?
Einmal im Monat. Aber wir planen gleich mehrere Monate vor und überlegen uns, welche Aktivitäten wir machen wollen. So haben wir uns vorgenommen, Weihnachtsgeschenke für Kinder zu sammeln, deren Eltern in Verbänden von Gabriela organisieren, oder die zum Umfeld gehören.

Welche Themen hat Gabriela auf den Philippinen? Wie wird das in den Niederlanden aufgegriffen?
Gabriela auf den Philippinen hat verschiedene Themen/Kampagnen und kämpft gegen Preiserhöhungen von z.B. Öl, Lebensmittel oder Mieten. Außerdem gegen Gewalt an Frauen, für Frauenrechte, für die Freiheit politischer Gefangenen oder für ein besseres Gesundheitssystem. In den Niederlanden organisieren wir den Aufenthalt von Gabriela-Frauen. Wir führen Infoabende durch und informieren die Öffentlichkeit über unsere Themen auf den Philippinen.

Es gibt ja viele Repressionen gegen mutige Frauen. Wie geht ihr damit um?
Angst ist eine natürliche Reaktion auf Bedrohung. Aber man darf sich nicht lähmen lassen, sonst gewinnt die Regierung. Wir müssen Repressionen öffentlich machen, und die Menschen zur Mithilfe aufrufen, auch international. Auf den Philippinen wurde eine Frau verhaftet, die im 2 Monat schwanger ist. Ihr wird unterstellt, zur NPA zu gehören und einen Mord begangen zu haben. Sie hat medizinische Schwierigkeiten. Wir machen eine Kampagne für sie, damit sie ins Krankenhaus darf. Das war erfolgreich. Aber sie ist noch gefangen, ihr Verfahren läuft noch. Wir machen solche Fälle international bekannt, z.B. Sitzungen der UN. Das ist unsere Aufgabe. Außerdem nutzen wir Unterschriftensammlungen. Innerhalb von Gabriela gibt es die Gabriela Womens Party, eine politische Partei, die im Kongress des Lower Houses auf den Philippinen Petitionen einbringt und auch Gesetze ausarbeiten und vorschlagen kann.

Gibt es auch Männer in Gabriela?
Es sind dort nur Frauen organisiert.

Aber gibt es eine Zusammenarbeit mit Männern?
Ja. In anderen Verbänden oder NGOs, mit denen wir zusammenarbeiten, sind immer Männer. Aber direkt bei Gabriela werden sie nicht akzeptiert. Ihre Unterstützung ist uns wichtig. In Gabriela sind 200 verschiedene philippinische Frauenverbände organisiert. Gabriela ist selber nochmal in einem größeren Verband zusammen mit vielen Organisationen die für die Rechte des Volkes kämpfen. Da sind natürlich auch Männer dabei.

War Gabriela auf der Weltfrauenkonfenz in Venezuela?
Ich war nicht dort, aber Frauen von Gabriela waren schon dort. Ich habe damals meinen Bachelor gemacht und mein Kind war erst ein Jahr alt.

Wird die Weltfrauenkonferenz in den Niederlanden bekannt gemacht?
Ja. Das ist eine gute Initiative. Wir hatten Treffen hierzu.

Kommst du zur nächsten WFK in Nepal?
Das würde ich gern. Aber das ist eine Frage des Geldes. Ich studiere noch (Sprachen, conflict studies, Menschenrechte). Aber es ist immer schön, neue Leute zu treffen. Die verschiedenen Erfahrungen von Frauen unterschiedlicher Herkunft ist inspirierend für die eigenen Kämpfe.
So war ich etwa im März in Köln und habe bei einer kurdischen Organisation einen Vortrag über Gabriela gehalten.

Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Gespräch genommen hast.

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