Published on Oktober 9th, 2014 | by J

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Fest der internationalen Solidarität – Kongo-Brigade zurück in Deutschland

Moyo – der Versammlungssaal vom Ngenyi Zentrum steht und die Ziele wurden somit erreicht! Das haben wir gebührend mit einem begeisternden Einweihungsfest gefeiert. Noch am Morgen wurden die letzten Blechplatten von dem kongolesischen Bauleiter Freddy und den anderen Freunden auf dem Dach angebracht. Als wir ankamen dachten wir, wir könnten noch etwas helfen, z.B. dekorieren. Aber unsere kongolesischen Freunde hatten schon alles fertig vorbereitet. Alles war wunderschön mit Palmenblättern und Bougainvilia geschmückt. Wir Brigadisten hatten „Ehrenplätze“, ganz vorn in dem von uns gemeinsam mit den Kongolesen gebauten Versammlungssaal. Das alles zeigt, welche Bedeutung unsere praktische Solidarität unter der Dorfbevölkerung hat. Mit 350 – 400Leute war das Haus rappelvoll, um gemeinsam das Ngenyi Zentrum zu feiern. Auch viele Kinder waren wieder da. Zunächst machten die Kongolesen Musik mit Xylophonen und Trommeln und es wurde getanzt.

Roger Kalala vom kongolesischen Verein Ngenyi asbl begrüßte alle und verdeutlichte noch einmal die Bedeutung des Ngenyi Zentrums: Es ist nicht in den Händen der Kirche oder von NGOs, sondern selbst organisiert und steht für den gemeinsamen Kampf für eine lebenswerte Zukunft, gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Für das Dorf ist es auch sehr wichtig,  das Zentrum zu schützen. Der Dorfälteste weihte das Haus feierlich ein, indem er die Ahnen anrief, eng bei den Lebenden zu sein, ihnen beizustehen und mit für Frieden und Sicherheit zu sorgen. Das wurde damit besiegelt, dass ein Stück Boden mit Schnaps getränkt wurde und die umstehenden Männer ebenfalls einen Schluck bekamen. Dabei tanzten Frauen „trällernd“ um den Dorfältesten herum. Neben dem kongolesischen Ritual brachten wir ein deutsches Ritual ein.

Auch vom REBELL wurde ein Grußwort gehalten, außerdem ergriffen auch Jugendlichen des Dorfes das Wort, denen das Ngenyi-Zentrum sehr viel bedeutet.

Wir tanzten und machten Fotos mit unseren neuen Freunden. Es war sehr bewegend und man spürte den den Stolz aller, nun in einem Haus gemeinsam zu feiern, wo vor dreieinhalb Wochen noch nichts war. An der Einfahrt zum Zentrum hängt nun ein Schild, auf dem „Ngenyi“ zu lesen ist. Das haben wir am Tag zuvor aus Holz ausgesägt. Im Saal hatten die Kongolesen ein buntes Transparent aufgehängt: „Twasakidila (Danke) den Brigadisten“ .

Der traurige Tag der Abreise kam… ., Aber das Abenteuer ging weiter: Zunächst sind wir nur bis nach Kinshasa gekommen und mussten einen weiteren Tag bleiben. Die Air France-Piloten streikten erfolgreich gegen die Ausweitung der Billig-Airline, die Entlassungen bedeutet hätte und Löhne drücken wollte. Wir wurden in einem Luxushotel untergebracht. Ein Zimmer kostet hier pro Tag 440$, doch wir bekommen es von der Fluggesellschaft bezahlt. Dort freuten wir uns zuerst über das fließende Wasser, das wir schon fast nicht mehr gewohnt waren und das Essen im Überfluss. Uns wurde der klaffende Unterschied zwischen Arm und Reich im Kongo sehr bewusst. Dieser Luxus wird erzwungen durch die Ausbeutung und Armut der Bevölkerung.

Wir freuten uns, als wir die kongolesischen Freunde in Kinshasa wieder trafen und schenkten ihnen ein Stück Holz vom Bau mit der Inschrift „Ngenyi“ und unseren Unterschriften. Sie kümmerten sich wieder total herzlich und umsichtig um uns. Ein Genosse hat sogar für uns einen Tag krank gemacht, was keine leichtferige Entscheidung ist, da ihm das Geld für diesen Tag sofort abgezogen wird. Abends sind wir noch gemeinsam in eine kongolesische Disco gegangen.

Mittlerweile konnten wir unsere Reise fortsetzen und sind müde und zufrieden in Paris angekommen, um nach Deutschland weiterzufliegen.

Malaba — wir hoffen euch bald wieder zu sehen!

Nachtrag: Mittlerweile ist die komplette Solidaritätsbrigade wohlauf in Deutschland angekommen.

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