Published on September 8th, 2014 | by J

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Erste Eindrücke vom Ngenyi-Zentrum!

Mittlerweile sind wir in unserer Unterkunft in Mbuji-Mayi angekommen. Auch hier wurden wir, wie in Kinshasa, sehr freundlich aufgenommen.
Ziemlich schnell haben wir erfahren, dass es hier seit 2 Wochen kein Wasser mehr gibt. Was für eine Freude, als abends plötzlich das Wasser in die Tonne im Hof zu laufen begann! Aber auch jetzt fließt das Wasser wieder nur ab und zu. Dann können wir es in Eimer abfüllen und in unsere Zimmer tragen. Das Badezimmerchen dort ist nicht ans Wasser angeschlossen. Doch wir lernen schnell, sparsam zu sein. Die Bevölkerung allerdings muss morgens, mit Kanistern schwer bepackt stundenlang lang laufen, um Wasser zu bekommen und nicht zu verdursten. Die Betreiber der Diamantenmine sind verantwortlich für die Turbine der Wasseraufbereitunganlage von Mbuji-Mayi. Jahrzehnte hat sie von der Arbeitskraft der Bevölkerung profitiert. Um das Wohl der Menschen ging es ihnen offensichtlich nicht, denn jetzt, da die Mine geschlossen wurde, ist die Turbine regelmäßig defekt. Der Gouverneur hat Pläne, sie neu bauen zu lassen.
Das kongolesische Essen ist auch etwas ganz Neues für uns. Die Menschen hier ernähren sich von Reis, Maniokknödel namens Fufu und Maniokgemüse namens Pondu, selten Fisch und Fleisch. Die kongolesischen Freunde von Ngenyi asbl und CPL hatten schon Kochutensilien besorgt und bereiten das Essen vor. Sie kümmern sich auch um alle Probleme, die auftreten.
Gestern war unser erster Arbeitstag in Tschibombo. Die Fahrt von unserer Unterkunft dorthin dauert etwa eine dreiviertel Stunde und ist sehr holprig. Viele Menschen sind dort unterwegs und tragen Gepäck auf dem Kopf: Stoff, Maniok, Mais oder irgendwelche Steine. Immer wieder drehen sie sich um und staunen über uns. Die Kinder winken und rennen unserem Bus hinterher. Weiße Menschen sind in dieser Gegend des Kongo selten zu sehen.
Die Straße ist kaum ausgebaut und staubig. Trotzdem ist es eine sehr wichtige Straße, die Nationalstraße N1. Sie führt durch den ganzen Kongo, von Lubumbashi nach Mbuji-Mayi bis nach Kinshasa. Es gibt auch Lastwagen, die als Reisebusse funktionieren. Sie brauchen tagelang, um die komplette Strecke zu fahren. Die Leute müssen dichtgedrängt aneinander stehen und ab und zu sterben Menschen sogar auf der Fahrt.
Um die Baustelle herum ist es sehr ländlich. Man hat eine wunderschöne Aussicht über die Steppe. Die Leute wohnen in kleinen strohgedeckten Hütten, ganz anders als in Kinshasa. Doch auch hier sind die Leute arm, kaum jemand hat eine Arbeit. Für sie geht es ums tägliche Überleben. Viele pflanzen von Hand etwas Maniok an und versuchen, dies zu verkaufen.
Doch sie freuen sich sehr über uns. Den ganzen Tag stehen viele Menschen vor der Baustellenabsperrung, die aus Sicherheitsgründen eingerichtet wurde und gucken uns zu, besonders die Kinder.
Am Ende des Tages haben wir unser Tagesziel geschafft. Ein Tisch und Böcke sind gebaut, das Holz ist sortiert, unsere Arbeitsplätze sind eingerichtet. Morgen können wir richtig mit dem Hausbau loslegen!

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