Published on Juni 28th, 2014 | by J

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Bundesweite Proteste für eine gründliche Ausbildung und bessere Studienbedingungen

(von rf-news) Am Mittwoch und Dienstag gingen im Rahmen der Aktion „Bildungsstreik 2014“ bundesweit tausende Studierende, Schüler, Auszubildende und Beschäftigte im Bildungsbereich auf die Straße, um für ein besseres Bildungssystem zu protestieren. Gestern fanden Demonstrationen in Leipzig, Wiesbaden, Köln und Rostock statt. Am Tag zuvor waren bereits 800 Protestierende nach Stuttgart gekommen. In Leipzig gingen unter dem Motto „Kürzer geht’s nicht – Bildung braucht Zukunft“ knapp 12.000 Teilnehmer unter anderem gegen die Kürzung von 1.042 Vollzeitstellen an den sächsischen Hochschulen auf die Straße. In Wiesbaden nahmen bis zu 3.000 Menschen teil, in Köln über 300 und in Rostock fast 400. Darüber hinaus fanden an vielen Orten kleinere Aktionen statt.

Ein Korrespondent berichtet über die Demonstration in Wiesbaden: „Laut, lebhaft und selbstbewusst zeigte sich die Demonstration. Vor dem Hauptbahnhof versammelten sich ca. 2.500 bis 3.000 Jugendliche. Verschiedene Redner unter anderem vom Stadtschülerrat, dem DGB, der GEW und vom ASTA Wiesbaden stellten in kämpferischen Reden die wichtigsten Forderungen vor. Es gab viele selbst gemalte Transparenten mit Forderungen wie ‚Wir fordern unsere Rechte ein, Bildung muss für alle sein!‘, ‚Weg mit dem G8-Turbo-Abitur‘ oder ‚Militär raus aus den Unis – gegen den Einfluss des militärischen Komplexes!‘ Witzig das Transparent von angehenden Ärzten aus Gießen: ‚Am falschen Ende gespart. Chirurgen müssen wissen, wo sie abschneiden sollen.‘

Laute Buhrufe gab es auf Vorhaltungen von Schulleitern in Wiesbaden, der Protest sei nur eine ‚Schulschwänzaktion‘ und es würden an den Schulen Maßnahmen gegen beteiligte Schüler ergriffen. Berichtet wurde auch von überfüllten Seminaren und Vorlesungen, von sehr schlecht bezahlten Hilfsjobs für Hilfskräfte. … Einig waren sich alle Redner darin, dass deutlich mehr Geld aufgebracht werden muss, um die Unis und Schulen besser auszustatten. Aber auch die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum wurde gestellt – nicht nur für Studenten.

Der REBELL Wiesbaden lud mit einem Flugblatt zu seinen nächsten Aktivitäten ein und nahm auch Stellung zu der Frage ‚Gibt es eine freie Bildung?‘. Viele Jugendliche kamen auf dem Kundgebungsplatz an den Infostand des Rebell und nahmen Aufkleber und Zeitschriften mit. Das war eine sehr lebendige und kämpferische Demonstration.“

In den Protestaktionen wurden auch grundsätzliche Fragen aufgeworfen, oft jedoch verbunden mit illusionären Vorstellungen. So wird im bundesweiten Protest-Aufruf gefordert: „Statt einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ wollen wir für eine demokratische Hochschule kämpfen.“ Demokratische Hochschulen kann es im Kapitalismus nicht geben. Das Eintreten für die konkreten Forderungen muss verbunden werden mit der Kritik an der Unterordnung von Bildung, Forschung und Lehre unter die Profitwirtschaft des internationalen Finanzkapitals sowie dem Kampf gegen die Umverteilung des Staatshaushalts zu Gunsten der Übermonopole.

Wer grundsätzliche Veränderungen will, der darf nicht beim Kampf um Reformen innerhalb des kapitalistischen Systems stehen bleiben. Erst im echten Sozialismus wird es ein Bildungssystem im Interesse der Masse der Bevölkerung und vor allem der Arbeiterklasse geben, das die Fähigkeiten der Jugend und ihre Verantwortung für die ganze Gesellschaft umfassend fördert.

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