Published on Mai 28th, 2014 | by J

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Interview mit Dimitra aus Griechenland

Dimitra ist die Tochter eines griechischen Stahlarbeiters und mit dem REBELL befreundet.

Hallo an euch alle! Ja, wir haben einige Zeit nichts voneinander gehört, aber wir vergessen einander nicht!

Es ist so, dass mein Vater nicht einer der Beschuldigten, sondern ein Zeuge im Prozess war. Aber wir sind in allen ihren Kämpfen beteiligt und helfen wo immer wir können.
Eure Solidaritätsbotschaft hilft uns sehr.
Gerne beantworte ich eure Interviewfragen, die ihre veröffentlichen könnt.

Kannst du uns kurz berichten, worum es in dem Prozess ging und was das Urteil war?
Nach 272 Tagen Streik, im Juli 2012, wurde der Streikbruch in Gang gesetzt – die Firma von Herrn Manesis (20 Angestellte) veranlasste in Zusammenarbeit mit einem Mitglied des Parlaments das Eingreifen der MAT-Polizei. Sie verhafteten 6 Arbeiter, die am Tor waren. Herr Sifonios, der Leiter unserer Streikorganisation, wurde wie die anderen 8 Betroffenen von den Streikbrechern verklagt: Sie hätten Arbeiter an der Arbeit gehindert, illegale Gewalt eingesetzt, Widerstand gegen die Verhaftung geleistet und einen illegalen Streik organisiert. Die von ihrem Arbeitgeber erfolglos eingesetzten Streikbrecher klagten ebenfalls 24 ihrer Kollegen an.

Wie lief der Prozess ab?
Der Prozess hat vier Tage gedauert. Die Richter haben die Zeugenaussagen der Verteidigung ignoriert und hatten das Urteil bereits gefällt, bevor der Prozess begonnen hatte. Das wurde im ganzen Prozess deutlich. Es ist offensichtlich, dass sie im Angesicht der Streikenden den 9-monatigen Streik, nicht die Personen verurteilten.

Was sagst du zu diesem Urteil? Welche Folgen hat es für die Stahlarbeiter und ihre Familien, auch für euch konkret?
Die Verurteilung der Arbeiter ist wie eine weitere Medaille für den Mut. Die Arbeiterklasse hofft nicht, vom Gericht der Bourgeoisie verteidigt zu werden, denn ihr Gesetz ist kein Recht für die Arbeiter!
Meine Familie schreckt vor Gefängnis und Verurteilung nicht zurück.  Wir werden alles tun, was wir können, um die verurteilten Arbeiter zu unterstützen.
Die Familien der Arbeiter haben keine Angst. Wir haben die Arbeiter auf unserer Seite. Das ist genug.
Die Folge ist aber, dass die Verurteilten ohne Entschädigung entlassen wurden, weil das Gesetz dem Arbeitgeber dieses Recht gibt, wenn ein Arbeiter verurteilt wird. Außerdem bekommen sie keine Arbeitslosenversicherung. Das bedeutet, dass die Familien überhaupt kein Geld bekommen.

Welche Reaktionen gibt es in Griechenland auf das Urteil?
Die Arbeiter in Griechenland stehen der Entscheidung mit Wut und Empörung gegenüber. Viele Gewerkschaften und Vereinigungen haben ihre Unterstützung und Solidarität zum Ausdruck gebracht.

Wollt ihr etwas gegen dieses Schandurteil unternehmen? Wie sehen die weiteren Pläne aus?
Das erste, was wir gemacht haben, war ein Appell, um einen Gefängnisaufenthalt für die Arbeiter zu vermeiden. Danach gab es einen Aufruf zur Solidarität, es wurden Proteste durchgeführt. Wir haben Sitzungen gemacht, Ideen ausgetauscht und unsere Bewegung organisiert.
Jetzt haben wir drei Wahlen für die Stadtbezirke, die Regionen und das Europarlament. Nach all dem werden wir einige Dinge organisieren.

Vielen Dank für das Interview und danke für euer Interesse an meinem Heimatland und den Stahlarbeitern.
Ich freue mich so über diesen Kontakt.

Viele Grüße von uns allen.


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