Published on März 3rd, 2014 | by J

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Werde auch du Weltfrau

Statement der Verbandsleitung REBELL, 03.03.2014

Werde auch du Weltfrau – am 8.März weltweit auf die Straße für die besonderen Anliegen von Frauen und Mädchen weltweit!

Am 14. Februar gab es weltweite Aktionen zu „One billion rising!“ für Gerechtigkeit und gegen Gewalt an Frauen. Am 11. Oktober Welt-Mädchentag gegen die Benachteiligung von Mädchen. Ihr habt jeweils davon vielleicht in Schule, Fernsehen, Internet gehört. Aber kennt ihr auch den echten, ursprünglichen internationalen Frauentag am 8. März? Obwohl dieser seit über hundert Jahren von Frauen und auch Männern weltweit begangen wird, hört man davon in Fernsehen und Co. herzlich wenig.

Woran liegt das? Der 8. März wurde von Clara Zetkin ins Leben gerufen und hat sozialistische Wurzeln. Von Anfang an ging es um besondere Forderungen der Frauen gegen ihre doppelte Ausbeutung und Unterdrückung. Die KommunistInnen haben aber auch immer schon für die Befreiung der Frau im Sozialismus gekämpft, weil erst dann die Ausbeutung aller arbeitenden Menschen abgeschafft werden kann.

In den letzten 20 Jahren ist die kämpferische Frauenbewegung in Deutschland stärker, breiter und organisierter geworden. Frauen „von Religion bis Revolution“ sind Teil davon und arbeiten erfolgreich zusammen. Revolutionärinnen sind anerkannte und geschätzte Partnerinnen.

Das passt den Herrschenden überhaupt nicht, denn das ist eine Gefahr für sie. Also versuchen sie die wachsende Bewegung einzufangen, z.B. mit „One billion rising!“ und Welt-Mädchentag. Weltweit gemeinsam tanzen zu einem Lied mit dem Titel „Zerreiß die Kette“, macht zwar wirklich Spaß und schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Stärke. Aber von einem Tanz-Flashmob im Jahr ändert sich nicht grundlegend etwas. Zum Welt-Mädchentag 2013 haben sich die Organisatoren von „Plan“ was ganz „Geniales“ einfallen lassen: in deutschen Städten wurden wichtige Wahrzeichen in pink angestrahlt. Dazu schreiben sie: „Mit der Farbe Pink will Plan ein Zeichen setzen (…). Steht ein pastelliges Rosa vor allem für Lieblichkeit und Romantik, hat das kräftige Pink der Because I am a Girl-Kampagne eine starke Signalkraft und vermittelt Power, Lebensfreude und Mut zur Offensive – genau das, was benachteiligte Mädchen zusätzlich motivieren kann, für ihre Rechte zu kämpfen.“ Liebe „Planer“: Das ist doch wohl nicht eurer Ernst? Durch pinkes Anstrahlen von Gebäuden sollen 66 Millionen Mädchen, die weltweit von Schulbildung ausgeschlossen sind, diese plötzlich erhalten? Sollen Mädchen im Kongo nicht mehr als Kriegswaffe vergewaltigt werden? Sollen Mädchen in Syrien keine Kriegsopfer mehr sein? Achso, entschuldigt. Ihr wolltet ja auch nur ein starkes Signal setzen. Und genau dadurch ändert sich einfach gar nichts.

Wer wirklich was ändern will, muss sich organisieren in der kämpferischen Frauenbewegung. Und dazu brauchen wir gerade die jungen Frauen und Mädchen. Macht also mit am 8. März! Gründe dafür gibt es Tausende:

  • Mit dem geplanten Verbot der Abtreibung in Spanien oder Demonstrationen gegen die Gleichstellung von homosexuellen Paaren in Frankreich sollen (bereits erkämpfte) Frauenrechte sogar wieder aufgehoben werden und die besondere Unterdrückung der Frauen und Mädchen verschärft werden.

  • Zu begrüßen ist das Vorhaben der neuen Familienministerin Schwesig, die Extremismusklausel fallen zu lassen. Das hätte große Bedeutung für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des überparteilichen Frauenverband Courage, die ihm aus antikommunistischen Gründen aberkannt wurde. Auch für alle Rebellinnen, Antifaschistinnen, Umweltkämpferinnen, usw., die alle mit der Extremismusklausel kriminialisiert werden. Da hilft aber nicht hoffen und warten, sondern nur der gemeinsamer Kampf, auch am 8. März.

  • Der Beruf der Hebamme ist für viele junge Frauen ein „Traumberuf“. Die Hebammen kämpfen gerade ums Überleben und wehren sich gegen die Erhöhung ihrer Berufsversicherung. Im Gesundheitsbereich fehlen 70 000 Beschäftigte in der Pflege. Dieses Jahr ist Tarifrunde. Der 8. März ist der richtige Auftakt für den Kampf um bessere Arbeitsbedinungen in den Krankenhäusern.

  • Das Model Tessa Bergmeier packte vor kurzem aus, wie es bei Germany’s Next Topmodel hinter den Kulissen wirklich zugeht, die Teilnehmerinnen entmündigt und erniedrigt werden. Kampf dem Sexismus! Das bleibt ein wichtiges Anliegen am 8. März.

  • Und welchen Grund hast du?

Die jungen Weltfrauen Europas trafen sich im Februar in Paris und rufen dich auf:

An alle junge Weltfrauen in Europa: Werde auch du Weltfrau!

Das erste Treffen junger Weltfrauen aus Europa erklärt:

Die 2. Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal ist unser Ding und wir machen sie bei all unseren Freundinnen, Kolleginnen, Kommilitoninnen und Schwestern bekannt: Werdet Weltfrauen, unterstützt die Weltfrauenkonferenz, fahrt selbst mit, entwickelt Ideen und Finanzaktionen, damit weltweit Frauen teilnehmen können.

Wir jungen Weltfrauen nutzen die Erfahrungen der „älteren“ Weltfrauen um uns immer besser solidarisch zusammen zu schließen, zu organisieren, gegen Ausbeutung und Unterdrückung und für die Zukunft unserer Kinder zu kämpfen.

An der Weltfrauen-Kampftagen (8. März, 1. Mai, 25. November) sind wir unübersehbar in unseren Ländern aktiv.

(Resolution Treffen junger Weltfrauen auf der Europakonferenz am 8. Februar 2014)

 


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