Published on Mai 22nd, 2013 | by Esitileti296

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Viereinhalb Stunden Arbeitsniederlegung bei Opel Bochum

21.05.13 (von rf-news.de) – Von 11.55 Uhr bis ca. 16.30 Uhr versammelten sich heute die Bochumer Opelaner aus Früh- und Spätschicht an Tor 1. Solange wurde auch die Arbeit niedergelegt und stand die Produktion im ganzen Werk. Der heutige Dienstag war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen um die zwei Wege: Kampf oder Kapitulation! Der Weg des Streiks wie 2004 ist die einzige Sprache, die der GM-Vorstand versteht. Der Weg der Illusionen wie in die Einigungsstelle, die Hinhaltetaktik oder zahnlose "Frage- und Antwortstunden" mit Werksleiter Gellrich sind der Weg der Kapitulation.

1.500 Kollegen der Frühschicht und 800 bis 900 der Spätschicht
beteiligten sich, mehr als bei den Infoveranstaltungen der letzten Zeit.
Werksleiter Manfred Gellrich weigerte sich, vor die Belegschaft zu
treten. Angeblich wegen der anwesenden Presse. Von den Kolleginnen und
Kollegen wurde dies mit großer Heiterkeit entgegengenommen: "Der spricht
doch sonst lieber mit der Presse als mit der Belegschaft." Und: "Wir
bleiben hier!"

Schon vor Beginn der Versammlung war die Mehrheit
der Frühschicht selbstbewusst und kämpferisch – "Das muss diesmal
dauern", hörte man oft. Bei der Abstimmung der Versammlung der
Frühschicht stimmten dann ca. 60 Prozent der Kollegen dafür, die Arbeit
nicht wieder aufzunehmen, bis ihre Forderungen erfüllt sind: keine
Werksschließung, Fortsetzung der Autoproduktion in drei Schichten in
Bochum, kein Verzicht/keine Abstriche bei den Tariferhöhungen, Kampf um
jeden Arbeitsplatz! Es gab nur eine Enthaltung und keine einzige
Gegenstimme. Nach viereinhalb Stunden teils kontroverser Diskussionen
wurde die Auseinandersetzung bis nächsten Dienstag vertagt.

Viele
Redner positionierten sich klar für die Entscheidung für einen
konsequenten Kampf der Opelaner, unter anderem die Betriebsrätin
Annegret Gärtner-Leymann von der Liste "Offensiv" und der
stellvertretende Vertrauenskörperleiter Steffen Reichelt.

Der
demokratische Beschluss wurde vom stellvertretenden
Betriebsratsvorsitzenden Murat Yaman diffamiert, der einem kämpferischen
Redner sogar das Mikrofon entriss und dann selber so tat, als ob er
angegriffen worden sei! Er wandte sich gegen das klare Votum der
Belegschaft, attackierte die Abstimmung und versuchte, mit plumpem
Antikommunismus zu punkten (das konsequente Eintreten für
Arbeiterinteressen sei "Parteipolitik"). Undemokratisch und respektlos
wurde von ihm die Entscheidung der Arbeiter mit Füßen getreten. Mehrere
Redner wiesen das entschieden zurück.

Nachdem klar wurde, dass
die Geschäftsleitung sich nicht zu den versammelten Opel-Arbeitern
wagte, schlug der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel schon gegen 15
Uhr vor, die Versammlung zu beenden, was aber nur ca. 50 Kollegen
taten. Andere Betriebsräte setzten dann auf Zerreden der Situation und
Verunsicherung der Arbeiter. Ihnen wurde in vielen Beiträgen contra
gegeben! Immer penetranter wurde auf das Treffen der Einigungsstelle am
nächsten Montag orientiert. Die Einigungsstelle ist aber auf der ganzen
Linie Kapitulation: es geht nur noch um das Wie der Abwicklung von Opel
Bochum! Da gibt es rein gar nichts, worauf man sich einigen könnte!

Gegen
16.30 Uhr löste sich die Versammlung auf; Betriebsratsvorsitzender
Einenkel kündigte an, am kommenden Dienstag die Belegschaft wieder zu
informieren.

Die intensive Auseinandersetzung geht weiter!


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