Published on Januar 14th, 2013 | by Esitileti296

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Zehntausende für den Sozialismus und das Gedenken an Lenin, Liebknecht und Luxemburg auf der Straß

http://rf-news.de/2013/kw02/zehntausende-fuer-den-sozialimus-und-das-gedenken-an-lenin-liebknecht-und-luxemburg-auf-der-strasse/image_mini13.01.13 (von rf-news.de) – Bei winterlichen Minusgraden beteiligten
sich auch dieses Jahr wieder Zehntausende an den
Lenin-Liebknecht-Luxemburg(LLL)-Aktivitäten in Berlin, der größten
Manifestation für den Sozialismus in Europa. Sie begannen heute morgen
um 10 Uhr mit einer breiten kämpferischen Demonstration, an der
insgesamt über 10.000 Menschen teilnahmen. Das waren deutlich mehr als
letztes Jahr, wie auch die Veranstalter mitteilten. Ausdrücklicher als
in den Jahren zuvor wurde zum Ausdruck gebracht, dass der Kampf für den
Sozialismus eng mit dem Kampf gegen den modernen Antikommunismus
verbunden ist. „Gib Antikommunismus keine Chance“, stand auf mehreren Plakaten und Transparenten des REBELL zu lesen.

Neben MLPD und REBELL beteiligten sich Mitglieder der DKP, der
Linkspartei und ihrer Jugendorganisation, der Autonomen Antifa, der
Falken, des Frauenverbands „Courage“, von „Solidarität International“,
verschiedenen Montagsdemonstrationen sowie viele Mitglieder von
türkischen, kurdischen und palästinensischen Migrantenorganisationen.
Man sah Fahnen und Transparente der türkischen ICOR-Organisationen TIKB,
MLKP und Bolschewistische Partei (Nordkurdistan-Türkei), sowie von
ICOR-Organisationen aus Russland, Tschechien, der Slowakei und Marokko.
Das gemeinsame Auftreten der ICOR-Parteien wurde mit Respekt und
Anerkennung aufgenommen. Nach der Demonstration nahmen viele noch am
stillen Gedenken an den Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg
auf der „Gedenkstätte der Sozialisten“ teil. Der Vorsitzende der MLPD,
Stefan Engel, und die Vorsitzende des REBELL, Lisa Gärtner, legten
gemeinsam mit internationalen Teilnehmern dort feierlich einen Kranz
nieder.

Die Vorbereitung der LLL-Demo hatte diesmal mit rund 400 Organisationen
und Einzelpersonen den größten Unterstützerkreis, den es je gab. Seit
Mitte der 1990er Jahre wird die Zusammensetzung der Teilnehmer immer
jünger, meinte eine Vertreterin der MLPD-Landesleitung Nord-Ost. Gegen
antikommunistische Spaltungsversuche eines Bündnisses aus Führern der
Jusos, Falken, Naturfreundejugend, DGB-Jugend und Linksjugend Solid
waren der REBELL und die MLPD, aber auch viele andere Kräfte für eine
gemeinsame überparteiliche LLL-Demonstration eingetreten. Mit anfänglich
40 und zuletzt gerade mal 300 Teilnehmern fiel die Spalterdemo
entsprechend kläglich aus.

Für einen Teil der jugendlichen Demonstranten war der heutige Tag der
Höhepunkt eines rebellischen Wochenendes, das gestern um 15 Uhr mit
einer Stadtrallye „Auf den Spuren der revolutionären Arbeiterbewegung“
begonnen hatte. Auf der anschließenden Veranstaltung und Feier des
REBELL mit internationalen Gästen waren rund 170 Besucher. Die
Vorsitzende des REBELL, Lisa Gärtner, sagte: „Kein Zweifel, Rosa Luxemburg würden morgen mit uns,
an der Seite der Arbeiterpartei MLPD und der anderen Revolutionäre aus
ganz Europa demonstrieren“
. Sie forderte die Teilnehmer dazu auf,
sich im Jugendverband REBELL zu organisieren. Es folgte ein kurzes
Programm, Rebellen trugen zu Sprechparolen umgedichtete Fußballhymnen
vor und die internationalen Teilnehmer hielten Grußworte. Zum Schluss
wurde noch ausgelassen getanzt und gefeiert.

Das ganze Wochenende war geprägt von der Verbindung der sozialistischen
Perspektive mit einer wachsenden Breite der
Anti-Antikommunismus-Bewegung. Das gilt auch für die Kundgebung, die
heute zum Abschluss auf dem Friedhofsvorplatz statt fand. Gabi
Wallenstein sprach für die Landesleitung der MLPD.
Die REBELL-Vorsitzende Lisa Gärtner begrüßte herzlich auch die
Mitglieder der Falken und Linksjugend auf der LLL-Demo, die trotz der
Beteiligung ihrer Vorstände an der Spalterdemo mit ihren Fahnen gekommen
waren.

Der Vorsitzende der MLPD, Stefan Engel, sprach als Hauptkoordinator der revolutionären Weltorganisation ICOR. Er betonte: „Antikommunismus
ist keine Meinung, sondern die Rechtfertigung für den Terror gegen
Kommunisten seit über 100 Jahren. Durch antikommunistischen Terror
wurden Liebknecht und Luxemburg ermordet. …
Der Kommunismus ist die Ideologie der Freiheit.“
Die Aussage auf der Abschlusskundgebung der Spalterdemo, die Revolution
in Deutschland sei ja schon seit 1919 vorbei, bezeichnete er als
Unsinn. Die Revolution werde künftig auf höherer Stufe durchgeführt und
internationalen Charakter haben.

Eine Rednerin des kurdischen Studentenverbands protestierte gegen den
heimtückischen Mord an den kurdischen Freiheitskämpferinnen Sakine
Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez. Sie berichtete, dass bei der
großen Trauer- und Protestdemonstration in Paris 100.000 auf der Straße
waren (siehe „rf-news“-Bericht).
Vorgetragen wurden Grußadressen der griechischen Stahlarbeiter aus
Aspropirgos sowie von revolutionären Jugendorganisationen verschiedener
Länder, deren Delegationen bereits abreisen mussten. Im Grußwort der
SMKC/KSM aus Tschechien hieß es: „Wir kommen jedes Jahr hierher, um
die wirkliche revolutionäre Bewegung zu stärken. ICOR ist eine große
Idee, keine bürokratische Formel und kein sowjetischer Revisionismus …
Sie ist eine wirklich revolutionäre Organisation und macht keine leeren
Worte.“
Weitere Grußadressen kamen vom Jugendverband SZM aus der
Slowakei, einem Teilnehmer aus Norwegen sowie von der neuen
Jugendorganisation der GML-Rode Morgen aus den Niederlanden.

Das Auftreten von REBELL und MLPD bei den diesjährigen LLL-Aktivitäten
stand auch im Zeichen der Entfaltung der Offensive für den echten
Sozialismus und gegen den modernen Antikommunismus in Verbindung mit den
Bundestagswahlen. So wurden unter anderem rund 200 Unterschriften für
die Wahlzulassung der MLPD gesammelt. Am Info-Stand der MLPD herrschte
fast schon Gedränge. Vor allem das Angebot an grundsätzlicher Literatur –
wie unter anderem das Buch „Morgenröte der internationalen
sozialistischen Revolution“ – stieß auf wachsendes Interesse.


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