Published on Januar 23rd, 2013 | by Esitileti296

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„Wir sagen dem modernen Antikommunismus den Kampf an“

Rede des Vorsitzenden der MLPD, Stefan Engel, auf der Abschlusskundgebung in Berlin (von mlpd.de)
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,
ich
darf euch recht herzlich zu unserer internationalen revolutionären
Manifestation im Gedenken an die ermordeten Revolutionäre Rosa Luxemburg
und Karl Liebknecht und auch für Lenin, den Führer der russischen
Revolution, begrüßen.

Es scheint etwas Besonderes zu sein, dass man in Berlin in jedem Jahr
mit fast 100 000 Leuten zusammen kommt, um der ermordeten Revolutionäre
und auch Lenins zu gedenken. Es wird viel hinein interpretiert, warum
das so ist und worin das besondere Wesen derer liegt, die hier ermordet
wurden.

Die beiden Ermordeten, Karl und Rosa, waren Opfer antikommunistischer
Hetze und von antikommunistischem Terror. Ein Terror, eine Hetze, die
der Idee und der Bewegung des Kommunismus seit seinen Anfängen
entgegensteht:
Von Marx angefangen wurden die Kommunisten verfolgt.
Es gab die Sozialistengesetze unter Bismarck mit antikommunistischen
Begründungen. Als Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Gefängnisstrafen
wegen ihres Kampfs gegen den Krieg absitzen mussten, auch da war der
Antikommunismus die Begründung.
Für die Ermordung von Luxemburg und
Liebknecht nach der Novemberrevolution 1918 gab es wiederum
antikommunistische Rechtfertigungen. Diese Morde fanden zwei Wochen nach
der Gründung der KPD statt, die übrigens in engem Einvernehmen mit den
russischen Revolutionsführern Lenin und Stalin erfolgte.

Der Antikommunismus ist die Ideologie der Unfreiheit, ist die
Ideologie des Terrors gegen die Arbeiterbewegung, ist die Ideologie des
reaktionären Militarismus und des Faschismus!

Deshalb ist unser Gedenken auch ein Protest gegen den
Antikommunismus, den man in den Ländern Europas in den letzten Jahren
wieder in einer besonderen Form salonfähig macht!
Diesem modernen
Antikommunismus ist es zu verdanken, dass Revolutionäre bis heute immer
wieder ihr Leben hingeben müssen. Ich erinnere an die Ermordung der drei
kurdischen Revolutionärinnen diese Woche in Paris!

Wir verneigen uns vor diesen Opfern und sagen diesem modernen Antikommunismus den Kampf an! Denn der Kommunismus ist die Ideologie der Freiheit!

Wir stehen ein für eine klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung des
Menschen durch den Menschen! Wir stehen für die Befreiung der Frau, für
die Freiheit unterdrückter Völker und Nationen gegenüber dem
Imperialismus. Wir stehen ein für eine Gesellschaft, in der der Mensch
in Einheit mit der Natur lebt und nicht durch rücksichtslosen Raubbau
die Existenz der Menschheit selbst aufs Spiel gesetzt wird! Diese
Freiheitsideologie wird mit dem modernen Antikommunismus bekämpft! Und
wenn hier Leute herumlaufen und sagen, wir müssen den „Stalinismus“ und
den „Maoismus“ bekämpfen – dann sind das doch alles nur Vorwände des
modernen Antikommunismus!

Beschlossen wurde das übrigens im Jahr 2006 im Europarat. Damals
wurde von 35 Ländern eine Grundsatzerklärung beschlossen, in der es
heißt: „Die eigentliche Ursache für den internationalen Terrorismus ist
der Kommunismus!“ Das ist der Hintergrund für den modernen
Antikommunismus! Und das ist auch der Hintergrund der Hetze gegen Stalin
und Mao Zedong. Wir werden es nicht zulassen, dass unsere
Freiheitsideologie so mit Füßen getreten wird! Und deshalb sind wir hier
und ehren Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wladimir Iljitsch Lenin!

Wir sind stolz, dass wir unsere Freiheitsgedanken auch durch Hetze,
Verleumdung, Gewerkschaftsausschlüsse oder auch Diskriminierung in den
Medien oder durch den „Verfassungsschutz“ nicht aufgegeben haben! Und
wir begrüßen jeden, der sich ehrlich und vorbehaltlos mit uns und
unseren Freiheitsgedanken beschäftigt und nicht dieser wilden Hetze, die
zum Teil auch auf diesem Platz zu spüren ist, aufsitzt.
Ich weiß
nicht, was ein Stein gegen die „Opfer des Stalinismus“ auf einem solchen
Platz zu suchen hat. Ich weiß auch nicht, warum man eine
Gegendemonstration angeblich im Namen von Karl und Rosa macht, deren
Kern der moderne Antikommunismus ist.

Vorhin fand eine Kundgebung dieser antikommunistischen Demo statt,
auf der ein Redner erklärte, dass es seit 1919 nicht mehr um Revolution
gehen kann, sondern um die Demokratie.

Deshalb gehe es auch nicht an, dass an diesen Feierlichkeiten auch
Stalin und Mao Zedong geehrt würden. Der sogenannte „Stalinismus“ und
der sogenannte „Maoismus“ habe auf der Demo für Karl und Rosa nichts
verloren. Damit sind wir beim Kern der Spaltung angelangt. Die
Revolution, für die Karl und Rosa ihr Leben lassen mussten, sei passé.
Das sehe ich anders!

Seit viereinhalb Jahren haben wir eine Weltwirtschafts- und
Finanzkrise, die noch lange nicht zu Ende ist. Das ganze
imperialistische Weltsystem wird von einer Vielzahl von Krisen
geschüttelt. Wir haben eine Wirtschaftskrise, eine Verschuldungskrise,
eine Finanzkrise, jede Menge politischer Krisen, Kriege und Aufstände,
wie schon lange nicht mehr! Wir haben eine Umweltkrise, die
existenzbedrohend für die Menschheit ist.

Der ganze Kapitalismus ist eine einzige Krise. Und da erklären die uns, 1919 sei die Revolution zu Ende!

Die Revolution kommt erst noch! Und zwar auf höherer Grundlage, als
es die Menschheit bisher erlebt hat. Und diese Revolution wird künftig
einen internationalen Charakter haben. Die Länder sind enger
zusammengerückt. Die Arbeiterbewegung ist auf der Basis der
internationalisierten Produktion heute international zusammengewachsen.

Wir müssen uns auf unsere Stärke besinnen, wie sie bereits Karl Marx
und Friedrich Engels in ihrem Kommunistischen Manifest beschrieben
haben:
Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Proletarier aller Länder und Unterdrückte, vereinigt euch!
Vorwärts zum Sozialismus und Kommunismus!
Ehren wir unsere großen revolutionären Führer Lenin, Liebknecht und Luxemburg und setzen wir ihr Lebenswerk fort!

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