Published on Januar 7th, 2013 | by Esitileti296

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„Wir freuen uns auf rebellische LLL-Aktivitäten 2013“

Interview mit Lisa Gärtner, Vorsitzende der Verbandsleitung des REBELL

Lisa, ihr bereitet momentan euer rebellisches Wochenende rund um die LLL-Aktivitäten Anfang 2013 in Berlin vor. Welche Bedeutung messt ihr diesen zu Beginn des neuen Jahres bei?

Im Jugendverband REBELL ist es zu einem festen Bestandteil unseres rebellischen Jahres geworden, es mit der Teilnahme an dieser Demonstration zu beginnen. Die jährlichen LLL-Aktivitäten sind etwas Einzigartiges. Sie sind die größte regelmäßige Manifestation für den Sozialismus in Europa und haben eine lange Tradition.

Wir erleben 2013 nun das fünfte Jahr der Weltwirtschafts- und
Finanzkrise, die sich besonders auf die Jugend auswirkt. Jeder Vierte in
Europa ist arbeitslos, viele finden überhaupt keinen Ausbildungsplatz
mehr und müssen „Warteschleifen“ nach der Schule einlegen. Immer mehr
Jugendliche empört aber auch die Infragestellung unserer natürlichen
Lebensgrundlagen, die Kriege aus imperialistischem Herrschaftsstreben
usw. Das Potenzial einer revolutionären Weltkrise erweitert sich und die
Suche nach einer gesellschaftlichen Alternative jenseits des
Kapitalismus verstärkt sich. Das ist gerade zu Beginn des Jahres Anlass
genug, um diese Demonstration zu einem Paukenschlag der linken,
fortschrittlichen und revolutionären Jugendbewegung Deutschlands zu
machen.

Ihr habt einen Offenen Brief an verschiedene
Jugendorganisationen geschrieben, weil sie vorhatten eine zweite,
sogenannte „antistalinistische“ Demonstration zu machen. Was hat es
damit auf sich?

Es gibt naturgemäß in der deutschen linken
Jugendbewegung sehr viele unterschiedliche Meinungen. Seit Jahren gibt
es die Auseinandersetzung bei der LLL um den Weg zum Sozialismus. Nun
haben sich die Führungen der Jusos, der Falken, der DGB-Jugend, der
Naturfreunde und der Linksjugend zu einem antikommunistischen
Spaltungsmanöver hergegeben. Sie haben sich schon längst von den Lehren
von Lenin, Liebknecht und Luxemburg verabschiedet und die Revolution
aufgegeben. Inzwischen hat sich eine intensive Auseinandersetzung
entfaltet. Insgesamt stößt der Spaltungsversuch auf großes
Unverständnis, Ärger und Ablehnung. Ich gehe nicht davon aus, dass die
antikommunistischen Spalter mit ihren Plänen durchkommen. Viele sagen
sich auch „Jetzt erst recht zur traditionellen LLL-Demo!“, so dass wir
uns sicher auf eine große gemeinsame Demonstration freuen können.

Was nehmt ihr euch im Besonderen für die diesjährigen Aktivitäten vor?

In
den letzten Jahren wurden wir zu einer anerkannten und durchaus
prägenden Kraft in dieser Demonstration. Seit Jahren gestalten wir eine
kämpferische Abschlusskundgebung mit und in den letzten Jahren haben
auch immer mehr Genossen aus anderen europäischen Ländern teilgenommen.
Daran wollen wir auch in diesem Jahr festhalten. Gleichzeitig wollen
wir unser Jahr der Offensive für den echten Sozialismus und gegen den
modernen Antikommunismus vom REBELL aus einläuten. Wir werden
Unterschriften für die Wahlzulassung der MLPD sammeln und natürlich in
der Demo richtig rebellisch Stimmung machen.

Und wie wird das dann konkret aussehen?

Wir
werden aus Nordrhein-Westfalen und aus Süddeutschland Samstagfrüh
gemeinsam mit Bussen starten. Aus anderen Teilen Deutschlands werden
sich Fahrgemeinschaften zusammen tun. Nach der Ankunft werden wir
gemeinsam eine Stadtführung „Auf den Spuren der revolutionären
Arbeiterbewegung“ machen und von dort aus zu unserer Abendveranstaltung
fahren. Es wird eine Rede, Beiträge unserer internationalen Gäste sowie
Kulturbeiträge geben. Anschließend werden wir gemeinsam feiern. Am
nächsten Tag ist dann die Demonstration und nach dem stillen Gedenken
noch eine kämpferische Abschlusskundgebung, zu der Redner noch herzlich
eingeladen sind. Gegen 14.15 Uhr heißt es dann wieder die Rückfahrt
anzutreten.

Vielen Dank für das Interview!


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