Published on Januar 23rd, 2013 | by Esitileti296
0Magdeburg: Antifaschisten drängen Naziaufmarsch an den Rand der Stadt ab
22.1.2013 – (Korrespondenz Magdeburg)
Für den 12. Januar hatten die Neonazis bundesweit zu einem „Gedenkmarsch für die deutschen Opfer“ der Bombardierung Magdeburgs mobilisiert. Das Bündnis „Magdeburg-Nazifrei“ erreichte einen Teilerfolg: Die Neonazis konnten nicht mehr in der Innenstadt demonstrieren. Und daß sie überhaupt laufen konnten, lag nur an der massiven Unterstützung durch die Polizei.
Die MLPD hatte Flugblätter an verschiedenen Betrieben verteilt,
auch am SKET. Die Reaktionen waren überwiegend positiv. „Blockade? Das
ist gut.“ „Wir können die Burschen auch nicht leiden.“
Am
Samstagmorgen sammelten sich an verschiedenen Stellen Nazigegner zu
Blockaden. In der Innenstadt fand die „Meile der Demokratie“ statt. Die
Polizei kesselte dort über Stunden Hunderte Antifaschisten ein, und nahm
Einzelne fest. Es gab Platzverweise wie Gutscheine. Mittags wurde
bekannt, daß die Polizei die Nazis mit Sonderzügen zum SKET
Industriepark bringen will. Am Hasselbachplatz, 8 KM davon entfernt,
ging die Polizei mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Antifaschisten
vor. Auch REBELLEN wurden verletzt. Eine MLPD-Fahne wurde
beschlagnahmt. Im Lauf des Tages kam es zu 100 Verletzten. Für die
Antifaschisten waren die Brücken gesperrt. Der Straßenbahnverkehr wurde
abgestellt. Nur etwa 50 Gegendemonstranten war es gelungen, direkt an
die Naziroute zu gelangen und zu protestieren. Direkt am
antifaschistischen Zentrum LIZ durften die Neonazis eine provokative
Kundgebung abhalten.
Die Neonazis sind dennoch in der Defensive. Es
waren 900, ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Es gab viele, auch
kontroverse Diskussionen in der Bevölkerung. Über den Faschismus, über
den Polizeistaat und die Rolle der Medien, über Sozialismus. Am 19.
Januar findet eine weitere Demo gegen Neonazis und die staatliche
Repression statt.
—-
„Randale gab es nur bei den Linken“ schreibt BILD. Die Wahrheit sieht anders aus:
„In
den Abendstunden des 12. Januar 2013 kam es in Burg (Sachsen-Anhalt) zu
einem Übergriff durch mehrere Neonazis und rechte Hooligans auf eine
kleine Gruppe von Antifaschistinnen und Antifaschisten. Die Angreifer
flüchteten anschließend mit Autos. Einige der Angegriffenen wurden
verletzt und mussten ambulant behandelt werden. …“

