Published on November 18th, 2012 | by Esitileti296

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Buchtipp „Das letzte Lied“


(von Joan Jara, über people-to-people) 1970, Chile. Das erste Mal wird in Chile mit der Unidad Popular ein sozialistischer Präsident gewählt. Eine massenhafte Aufbruchstimmung erfasst das Land. Victor Jara, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wird zu einer Gallionsfigur der fortschrittlichen, mit den Massen verbundenen Kultur. Er schreibt Lieder über die einfachen Leute Chiles, liebt sein Volk und besingt es. Konzerte & Tanztheater in den entlegensten Dörfern oder bei den Kupferminen, Ausbildung für die Bauern- und Arbeiterkinder, die Mobilisierung der Massen, ihre Geschicke in die eigene Hand zu nehmen.

Doch den alten Herrscher und den USA gefällt es nicht, was sich hier
abspielt. Nur kurze Zeit nach der Wahl der Unidad Popular beginnen die
alten Militärs Drohkulissen aufzubauen, mit antikommunistischer Hetze
Wühlarbeit zu betreiben und die Entwicklung der Selbständigkeit Chiles
zu unterminieren. Doch die Regierung unter Allende enthebt die alten
Reaktionäre nicht etwa ihrer Posten, mobilisiert das Volk nicht zum
bewaffneten Kampf gegen diese Bedrohung. Eine Massendemo folgt der
nächsten – doch Panzer und US-Flieger vermögen sie nicht aufzuhalten. Im
Jahr 1973 kommt es zum Putsch, über Nacht werden Tausende ins Stadion
in Santiago gesperrt und ermordet, darunter auch Victor Jara. Eine
blutige Militärdiktatur beginnt.
Joan Jara, die Witwe Victor Jaras,
schreibt über diese Erlebnisse aus ihrer Sicht. Zwar reflektiert sie
diese Ereignisse nicht unter dem Gesichtspunkt, revolutionäre Lehren aus
dieser blutigen Erfahrung zu ziehen; dennoch lässt sich aus den
eindringlichen Erzählungen vieles schließen zur Bedeutung
fortschrittlicher und massenverbundener Kultur im Sozialismus wie zu der
bitteren Erfahrung des Scheiterns des friedlichen Wegs zum Sozialismus.


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