Published on September 24th, 2012 | by Esitileti296
0Jugendvertrerin Marie Bauer vor dem Landesarbeitsgericht – Anwälte von BP kamen ins Schwimmen
21.09.12 (von rf-news.de) – In einer Presseerklärung zur gestrigen Verhandlung am LAG Hamm (Aktenzeichen 10 TaBV 5/12) um die unbefristete Übernahme der Jugendvertreterin Marie Bauer bei BP Gelsenkirchen informiert der Solidaritätskreis „Mutige Marie“ zum Ausgang der Verhandlung:
Die Anwälte von BP gerieten ganz schön ins schwimmen: Die
Jugendvertreterin Marie Bauer und ihr Anwalt konnten vor dem LAG
überzeugend nachweisen, dass es BP darum geht, eine unbequeme
Jugendvertreterin loszuwerden. Marie Bauer hatte am 21.1.2011 mit ihrer
erfolgreichen Prüfung zur Industriemechanikerin ihre Ausbildung bei BP
Gelsenkirchen abgeschlossen. Zuvor hatte sie den Antrag auf unbefristete
Übernahme gestellt, wodurch juristisch ein unbefristetes
Arbeitsverhältnis zustande kam (§78a Betriebsverfassungsgesetz).
BP warf sie aber sofort aus dem Betrieb und belegte sie mit Hausverbot.
Mit Unterstützung einer breiten Solidaritätsbewegung und einer
einstweiligen Verfügung des Arbeitsgerichtes Gelsenkirchen musste BP
nachgeben und Marie die Weiterbeschäftigung bis zum Ende des
Rechtsstreits gewähren. …
Das Gericht warf als neue Frage auf, ob mit dem Zeitpunkt des
Abschlusses der Lehre am 21.1.2011 ein freier Arbeitsplatz vorliege, auf
dem sie ausbildungsadäquat beschäftigt werden könne. Das verneinten die
BP-Anwälte natürlich sofort, während Marie und ihr Anwalt ausführten,
dass erstens der Bedarf vorhanden war und ist – Marie arbeitet
vollwertig, und zweitens für Lokführer eine solche oder ähnliche
Ausbildung verlangt wird.
Der Richter legte Marie nahe, sie solle nach dem Motto „das Hemd ist
näher als die Jacke“ doch ein Angebot für Übernahme in eine Tochterfirma
(verbunden mit 4.000 Euro Abfindung) annehmen. Marie lehnte das ab, sie
will sich selbstlos als Jugendvertreterin einsetzen. Dafür gebührt ihr
Respekt.
Das LAG hat einen Beschluss gefasst. Der genaue Inhalt liegt noch nicht
vor, wahrscheinlich kommt es zu einer weiteren Verhandlung. Bis dahin
muss Marie Bauer von BP weiter beschäftigt werden.

