Published on August 6th, 2012 | by Esitileti296

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Neuer Kinofilm: Konterrevolution mit Latexkostüm

04.08.12 (von rf-news.de) – 850.000 Zuschauer haben in Deutschland allein am ersten Wochenende „The Dark Knight Rises“, den dritten Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie, gesehen. Terroristen bedrohen darin Gotham mit einer Atombombe – die Heimatstadt des Multimilliardärs Bruce Wayne, welcher wiederum seit der Ermordung seiner Eltern nachts im schwarzen Latexanzug als Batman „das Verbrechen“ bekämpft. Der Film kommt nicht umhin, die Verfaultheit des Kapitalismus und die Sehnsucht der Massen nach einer Alternative aufzugreifen.


Exemplarisch dafür haucht Catwoman (Anne Hathaway), eine
Robin-Hood-artige Meisterdiebin, Wayne im Kreise seiner reichen Kumpane
ins Ohr: „Ein Sturm zieht auf. Wenn er losbricht, werden Sie sich alle
fragen, wie Sie je so maßlos leben konnten, während Sie uns anderen so
wenig lassen.“

Doch nicht die Massen entfesseln im Film den Sturm, sondern die
Terrorgruppe um Bane (Tom Hardy) spielt blutige Revolution und hetzt
„die Bürger“ gegen „die Reichen“ und „den Staat“ auf. Die Polizei wird
in der Kanalisation gefangen gehalten. Ganz bewusst werden Maßnahmen,
die die Arbeiterklasse nach dem bewaffneten Sturz der Monopoldiktatur
tatsächlich ergreifen muss – Unterdrückung der alten Ausbeuterklasse,
Bestrafung durch das Volk, Ausschaltung des alten kapitalistischen
Gewaltapparates – als willkürlicher und verbrecherischer Terror
dargestellt. Um so heldenhafter erscheint dann die sich dem
entgegenstellende Konterrevolution.

Als Schlüsselszene inszeniert Nolan einen Demonstrationszug von
tausenden von Batman aus der Kanalisation befreiten Polizisten, die
sich todesmutig der neuen Herrschaft entgegenstellen. Polizeioffiziere
und Geheimdienst-Mitarbeiter kämpfen gleichzeitig in den Straßen mit
Guerilla-Methoden gegen die Terroristen und retten – damit auch der
kritischste Zuschauer ihren Heroismus begreift – neben der Herrschaft
der Kapitalisten auch noch ein paar Waisenkinder.

Der Film hat zwar trotz des gigantischen Budgets keine einzige
nennenswerte schauspielerische Leistung zu bieten, ist dafür aber
reaktionär bis ins Mark. Und das reicht offenbar, um in der
bürgerlichen Presse als „Meilenstein“ hochgejubelt zu werden. „The Dark
Knight Rises“ kann auch Anlass sein, über die Gründe einer solchen
Film-Inszenierung nachzudenken, vor allem aber darüber, wie es zu einer
tatsächlich erfolgreichen Revolution der Arbeiter und Unterdrückten der
Welt kommen kann und wie man sich dabei auf den erbitterten Widerstand
der Konterrevolutionäre einstellt – auch wenn diese wahrscheinlich
keine Latexkostüme tragen werden.

(Eine ausführlichere Filmbesprechung erscheint demnächst in der Druckausgabe der „Roten Fahne“)


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