Published on Mai 15th, 2012 | by Esitileti296

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Warum ich Arbeiter werden will

15.5.12 (Korrespondenz) – Gerade als Gymnasiast erscheint es als gerade zu absolut abwegig als Arbeiter, also mit körperlicher Arbeit, später sein Geld zu verdienen. Spricht man mit anderen über die eigene Zukunft, so wird direkt gefragt, was man später so studieren möchte. Genau so selbstsicher, wie man ein Studium voraussetzt, sind die meisten dann auch schockiert, wenn man sagt, dass man in der Produktion arbeiten möchte. Schließlich sei man doch „überqualifiziert“ und die Arbeit würde einen „unterfordern“.

Diese Art von Gespräch durfte ich zumindest oft erleben. Dennoch wurde
ich jedes mal, wenn ich regelrecht Rechenschaft darüber ablegen musste,
warum ich Arbeiter werden will, selbstsicherer, dass das meine Zukunft
sein soll. Es ist nämlich gar nicht so, dass man „unterfordert“ ist als
Arbeiter oder dass es langweilig sei jeden Tag den gleichen Hebel an
einer Maschine zu ziehen.
Erstens eignet man sich im Unterricht allerlei theoretisches und
abstraktes Wissen an, was man nun bei der Arbeit praktisch und konkret
anwenden muss. Dass das nicht immer leicht ist, liegt auf der Hand, da
in der praktischen Arbeit vielfältige und auch interessante Probleme
auftauchen. Aber von diesen ist in keinem Schulhefter die Rede. Es gibt
also viel Neues zu entdecken.
Zweitens kann es doch nicht langweilig sein, einen Beruf, der mit
Technik zu tun hat, auszuüben. Wo wären wir denn heutzutage ohne
Technik? Sie eröffnet uns so viele Möglichkeiten. Ohne Technik könnten
wir nicht Fliegen, nicht Tauchen und auch im Internet surfen wäre
unmöglich. Das sind nur einige Dinge, die Arbeiter ermöglichen. Geht man
mit offenen Augen durch die Straßen, so wird man noch tausende
Beispiele finden.
Drittens können nur die Arbeiter als vereinte Klasse, eben weil sie als
Träger die ganze Produktion in ihrer Macht haben, auch grundlegende
Veränderungen in unserer Welt herbeiführen. Wenn wir ehrlich sind, dann
fällt doch jedem etwas ein, was man auf unserem Planten ändern muss –
sei es Umweltschutz, Antifaschismus oder Armut. Um dagegen vorzugehen,
haben sich die Arbeiter den Streik als Waffe geschaffen und wer
konsequent gegen diese Probleme kämpfen möchte, muss folgendes einsehen:
Eine internationale sozialistische Revolution, angeführt durch die
Arbeiterklasse, ist die einzige Alternative zu einem drohenden
kapitalistischem Chaos. Denn die Interessen der Arbeiter, wie der Kampf
für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen oder Umweltschutz, sind
unvereinbar mit den Interessen des Finanzkapitals. Dessen einzige Maxime
heißt nämlich Profitmaximierung. Also wer sollte sonst die Revolution
anführen, wenn nicht die Arbeiterklasse, wenn es doch darum geht ihre
Interessen durchzusetzen?
Da eine Revolution nun aber nicht einfach so im Vakuum entsteht, ist es
notwendig, dass auch gerade wir als Rebellen uns bereit erklären den
Arbeitern mit unserem ideologischen Know-How zur Seite zu stehen und
ihnen zu helfen.
Als Teil der Arbeiterklasse hat man also nicht nur eine interessante
Arbeit zu verrichten, sondern besitzt auch politische Macht, wenn man
sich organisiert.

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