Published on Mai 23rd, 2012 | by Esitileti296

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„Poptitan“ Dieter hat neue Beute!

23.5.12 – (Rotfuchsleitung) Mit dem Ende der zigsten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) läutet Dieter Bohlen einen neuen Tiefpunkt in der deutschen Castingwelt ein. Auf Jagd nach Zuschauern schickt er jetzt Kinder ins Rennen um die Eintagsfliege des Musikgeschäfts.

Bei „DSDS Kids“ nehmen Kinder von 4-14 Jahren teil. Sie singen Lieder
wie die 8jährige Alysha, in denen es um die Angst geht, dass das Bier
auf der Party ausgeht und natürlich über Jungs. In einer Umfrage des
Institutes IconKids & Youth „Was Kinder wünschen“ sagen 69%, dass
sich zu wenig um die Umwelt gekümmert wird, 68% meinen, „Politker sagen
nur dass sie den Menschen helfen wollen, tun es aber nicht“ und 71%
wollen mehr gute Freunde haben. Sie haben also nicht die Angst dass das
Bier ausgehen könnte. Nein sie wollen eine saubere Umwelt, die Wahrheit
und mehr Zusammenhalt. Das alles spielt bei Castingshows keine Rolle.
Hier geht es alleine darum sich selber einen Ausweg zu schaffen: „Box
dich durch damit du es mal besser hast!“ „Sei besser als 38.000 Kinder
und du reihst dich bei den Eintagsfliegen ein, die das Konto vom
„Poptitanen“ aufbessern.“
Bei der Bewertung von Alysha fängt Dieter Bohlen an, das Aussehen der
8jährigen zu beurteilen: „Du siehst 1000 mal schöner aus als Beyoncé und
hast eine bessere Figur.“ Wenn ein Mann auf der Straße diesen Satz zu
einem 8jährigen Mädchen sagen würde, würde zurecht ein Aufschrei durch
Deutschland gehen und Eltern würden es sich dreimal überlegen, bevor sie
ihr Kind zu ihm schicken. Macht es aber Dieter Bohlen, wird es als
kleine anzügliche Bemerkung abgetan, die er sich nicht verkneifen kann.
Mario Gmür, ein Schweizer Psychotherapeut, kritisiert die Show wie
folgt: „Es geht um Quotensteigerung. Man weiß, dass Castingshows
offenbar ziehen. Und weil es jetzt eine Ermüdungserscheinung gibt, macht
man es wie im Krieg: Am Ende werden sogar die Kinder in dem Kampf um
das Publikumsinteresse geschickt.“
In der Sendung geht es aber nicht nur um die Quote. Sie ist ein Beitrag
dazu, den Blick der Jugendlichen und Kinder von früh auf nur auf sich
selbst zu lenken, ihr Aussehen, Erscheinungsbild… und vom Rest der
Welt, der Gemeinschaft und deren Zukunft abzulenken. Der Zusammenhalt
untereinander wird zersetzt, das Ich steht im Mittelpunkt.

Fakt ist außerdem auch, dass Kinder Sachen anders verarbeiten. Sie
können nicht unbedingt begreifen, dass der andere gewonnen hat weil er
besser war oder den größten Kinderbonus bekommen hat, sondern es denkt
es hat verloren, weil es zu schlecht ist. Andersherum kann es passieren
dass sich Kinder nach Erfolgen in so einer Show in Größenfantasien
verlieren. Beim Verarbeiten muss man ihnen helfen. Es reicht nicht, die
Kinder wie bei DSDS Kids vor Bekanntgabe des Ergebnisses zu ihren Eltern
zu schicken um sie zu trösten. Viel besser ist es, wenn Kinder zusammen
lernen und sich gegenseitig helfen besser zu werden, anstatt das sie
sich alleine durch kämpfen müssen und in den anderen Kindern nur die
Konkurrenz sehen. Auf unseren Sommercamps oder auch REBELL-Freizeiten
steht genau dieser Zusammenhalt im Mittelpunkt. Sei es beim gemeinsamen
Liederabend am Lagerfeuer oder bei gemeinsamen Auftritten und selbst
beim Songcontest beim Frauenpoltischen Ratschlag, wo nicht die
Konkurrenz im Mittelpunkt steht, sondern die Gemeinsamkeit.


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