Published on Januar 3rd, 2012 | by Esitileti296

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zum Interview mit Alesandro Salinas aus Chile

http://www.linksdiagonal.de/wp-content/uploads/2011/10/salinas_320.jpgRebellen aus Bochum hatten am Rande des 2. internationalen Umweltratschlags die Möglichkeit, ein sehr gutes, spannendes und interessantes Interview mit Alesandro Salinas aus Chile durchzuführen, in dem er vor allem auf die landesweiten massenhaften Bildungsproteste eingeht. Darin berichtet er auch, dass die Auseinandersetzung um eine andere Gesellschaft zur Zeit nicht diskutiert wird in der Protestbewegung, sondern das „neoliberale Modell“ verändert werden soll. Das heißt, sie fordern die Rücknahme der Privatisierungen im Bildungssystem (Alesandro erwähnt auch, dass sich ihre Proteste verbinden mit den Forderungen nach der Rücknahme der Privatisierung auch in anderen Bereichen, wie z.B. Rentenversicherung, Gesundheitswesen…).

Dazu heißt es in dem Buch „Morgenröte über der internationalen
sozialistischen Revolution“: „Die sogenannte »neoliberale« Politik der
Privatisierungen zerstört fundamentale Existenzgrundlagen immer größerer
Teile des Volkes; deshalb machen Massenkämpfe gegen Privatisierungen
zur Zeit den mit Abstand größten Teil aller Widerstandsaktionen auf der
Welt aus. Seit den 1990er Jahren und vor allem seit Beginn des neuen
Jahrtausends nehmen solche Kämpfe einen gewaltigen Aufschwung.“
Diese Kämpfe sind wichtig und berechtigt, weil sie konkrete
Verbesserungen für die Massen erkämpfen können und die Menschen dabei
wichtige Erfahrungen sammeln. Aber ohne die Auseinandersetzung um eine
sozialistische Gesellschaftsordnung nimmt man ihr die Zähne! Denn auch
wenn das Bildungssystem wieder vom Staat finanziert und kontrolliert
wird, ist es noch immer ein kapitalistischer Staat, der diese Aufgabe
ausführt. Sein Hauptinteresse gilt nicht dem Wohlergehen der Masse der
Bevölkerung, sondern er ist Dienstleister der internationalen Monopole.
Er hat die Aufgabe, gute Bedingungen für die Monopole zu schaffen, damit
sie die Menschen optimal ausbeuten können. Dazu gehört auch, dass der
Staat für sozialen Frieden sorgen soll, damit die Massen den
Kapitalismus nicht in Frage stellen. Deswegen kann er zu Zugeständnissen
gezwungen werden, wie zur Finanzierung des Bildungssystems. Wenn aber
die ganze Organisation, Inhalte, Möglichkeiten usw im Bildungssystem
nach den Interessen der Masse der Menschen ausgerichtet sein sollen,
dann müssen wir uns den echten Sozialismus erkämpfen, in dem die
Arbeiterklasse die Macht hat.
Gerade die chilenische Bevölkerung hat wichtige Erfahrungen im Kampf um
den Sozialismus gemacht. Dort wurde in den 70er Jahren der sogenannte
„friedliche Weg zum Sozialismus“ eingeschlagen, Salvador Allende der
Unidad Popular (ein antiimperialistisches Wahlbündnis) wurde zum
Präsidenten gewählt. Damit betrachteten sie die Frage der Macht als
erledigt und wurden vom Militärputsch am 11.9.1973 völlig überrascht.
Tausende Menschen wurden bei diesem Putsch, der vom US-Imperialismus
forciert wurde, getötet und es war der Anfang der Militärdiktatur unter
Pinochet. Das zeigt, wie gefährlich die Illusion eines friedlichen Wegs
zum Sozialismus ist – die Imperialisten geben ihre Macht nicht kampflos
aus den Händen. Es ist heute, wo der Kapitalismus seine allseitige
Krisenhaftigkeit immer deutlicher zum Ausdruck bringt, wichtiger denn
je, aus diesen Erfahrungen Schlussfolgerungen zu ziehen – nämlich dass
es einen revolutionären Umsturz braucht, um den Sozialismus aufzubauen –
statt sich mit dem Kapitalismus anzufreunden und nur seine neoliberalen
„Auswüchse“ beschneiden zu wollen.

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